WhatsApp & Co: Messenger in der Unternehmenskommunikation

Aus dem privaten Kontext sind sie kaum noch wegzudenken: Messenger wie WhatsApp, Snapchat und andere dominieren die aktuellen Kontaktwege. E-Mails und SMS scheinen zu langsam und zu umständlich. Messenger erlauben die Kommunikation in kürzester Zeit und auf einfachstem Weg.

WhatsApp weltweit führender Messenger

Mit mehr als 700 Millionen Nutzern weltweit im Dezember 2014 ist WhatsApp der führende Messenger. Laut statista.com liegen auf den weiteren Plätzen der QQ Messenger mit 542 Millionen Nutzern, der Facebook Messenger mit 500 Millionen Nutzern, WeChat mit 468 Millionen Nutzern und Skype mit 300 Millionen Nutzern. Snapchat liegt mit geschätzten 200 Millionen Nutzern (laut businessinsider) eher im unteren Bereich.

Auch für Unternehmen bieten sich da natürlich Potentiale, die derzeit noch wenig genutzt werden. Doch immer mehr Unternehmen beginnen, sich dieses Potential zu erschließen, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Beispiele für WhatsApp Nutzung in der Werbung

Zur Markteinführung eines neuen Getränks kreierte Absolut Vodka den virtuellen Türsteher Sven, der den Zugang zu einer exklusiven Party überwachte. Die Aufgabe der Nutzer war es nun, Sven mittels WhatsApp zu kontaktieren und davon zu überzeugen, sie auf die Party zu lassen. Die Nutzer wurden unglaublich kreativ, denn Sven war nicht leicht zu überzeugen. Mit mehr als 600 Kontakten und über 1000 Bildern war die Aktion extrem erfolgreich.

Ebenfalls sehr erfolgreich hat TacoBell mit seiner Snapchat-Aktion zur Wiedereinführung eines speziellen Burritos vorgemacht, wie man Messenger nutzen kann. Über die Bekanntgabe des Snapchat-Accounts auf Twitter generierte TacoBell Follower auf Snapchat, die am darauffolgenden Tag eine geheime Ankündigung in Form eines Fotos des neuen Burritos erhielten. Daraufhin verbreitete sich die Nachricht viral in den sonstigen Social Media Kanälen. Snapchat diente hier also zur Ergänzung des „normalen“ Social-Media-Marketings.

Auch die Printmedien setzen inzwischen Messenger in ihrer Kommunikation ein. Erwähnt sei hier die WhatsApp-Aktion der Heilbronner Stimme zum 70. Jahrestag des Bombenabwurfs auf die Stadt Heilbronn. Rund 2500 Menschen erreichte die Tageszeitung mit dieser Aktion.

Weitere Beispiele, wie Medienredaktionen WhatsApp nutzen finden sich auf der Seite http://andreasrickmann.de/2015/02/20/wie-publisher-whatsapp-nutzen-eine-uebersicht/

Die rechtlichen Fallstricke bei der Nutzung von Messengern zum Direktmarketing hat sich Rechtsanwalt Schwenke angesehen: http://rechtsanwalt-schwenke.de/whatsapp-marketing-recht-teil-2-direktmarketing-und-abonnements

Weitere Optionen und (eingeschränkte) gewerbliche Nutzung

Nicht nur für Aktionen lassen sich Messenger einsetzen. Denkbar wäre auch der Einsatz im Kundenservice oder zur Vereinbarung von Terminen. Leider sind die Voraussetzungen auf Seiten der Messenger eher dürftig. Die Marktführer WhatsApp und Snapchat bieten bislang keine Unternehmenskonten an oder sinnvolle Funktionen für offizielle Accounts. Schade! Hier wird in meinen Augen eine große Chance noch nicht genutzt.

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