Schluss mit Bullshit Bingo – seriöse Social Media Berater erkennen

Tina Gallinaro, von Social Media Betreuung, ist es ein großes Anliegen für mehr Qualität und vor allem Seriosität in der Social Media Branche zu sorgen. In ihrem täglichen Geschäft, im Gespräch mit Interessenten und der eigenen Beobachtung sozialer Netzwerke stößt sie immer wieder auf selbst ernannte Experten und Profis, die leichtgläubige Unternehmen hinters Licht führen und ihnen das schwer verdiente Geld aus der Tasche ziehen.

Für die erfolgreiche Präsentation eines Unternehmens sind kreative Ideen gefragt und es gibt unzählige Dienstleister, die sich geradewegs darauf spezialisiert haben, gefährliches Halbwissen zu verkaufen.

Bullshit Aussagen, indem die selbstverliebten Darsteller/-innen sich und anderen wertvolle Zeit stehlen, die man besser zum Daumendrehen hätte verwenden können.

Mittlerweile gibt es kein soziales Netzwerk mehr, wo diese selbsternannten Profis ihre aggressive Werbung nicht verbreiten. Da dieses auch noch automatisiert passiert, begegnet man diesen Beiträgen zwangsläufig öfters und täglich fällt ihnen ein Unternehmen zum Opfer.

Schreibt sie in einem Leitartikel von Anfang Januar, mit dem Titel: Schluss mit Lügen und gefährlichem Halbwissen rund um Social Media – der gleichsam einer Forderung an die Zunft der Social Media Manager gleich kommt.

Um für den Internetlaien und Social Media Neuling, für Unternehmen, die auf der Suche nach seriöser Beratung sind, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hat Sie einen Aufruf gestartet, eine Liste mit seriösen und qualitativ hochwertigen Social Media Beratern und Agenturen zusammen zu stellen.

Im Zuge unserer Netzwerkaktivitäten und Beobachtungen rund um Social Media stellen wir hier Agenturen / Social Media Berater/ Manager / Dienstleister vor, von denen wir haargenau wissen, dass sie den Kunden nicht einfach nur das Blaue vom Himmel versprechen.

In einem kurzen Telefonat hat sie sich freundlicherweise bereit erklärt ein paar Erläuterungen zu Ihrem Anliegen zu machen…

Hallo Tina, magst du vielleicht nochmals kurz sagen, was dich zur Erstellung dieser Liste bewegt hat?

Gallinaro TinaTina Gallinaro: Der Grundgedanke dahinter ist wirklich, dass es viele Marketingagenturen, Webdesigner, Quereinsteiger, aber auch gelangweilte Hausfrauen gibt, die auf dem Zug Social Media aufspringen. Sie lesen vielleicht regelmässig die Blogbeiträge von Allfacebook oder Thomas Hutter und denken, sie sind nun ebenfalls prädestiniert dafür, qualifizierte Social Media Beratung geben zu können. Alleine bei der Fanseitenerstellung werden oftmals gravierende Fehler gemacht, es wird irgendwo ein Bild für den Header genommen, ohne sich abzusichern, ob dieses Bild auch für die sozialen Netzwerke geeignet ist. Ebenso ist dann das Impressum reiner Luxus und im Namen vom Kunden werden Postings abgesetzt die vor Eigenwerbung nur so knallen. Dann kauft man noch ein paar Fans dazu, damit es so aussieht als ob es eine sehr beliebte Fanseite ist und trotz hohem Anstieg der Likes, die dann aber auch sehr schnell wieder abfallen, bringt diese Aktion nicht den gewünschten Erfolg. Interaktionen mit den Fans sind nicht gegeben, wie denn auch wenn man immer nur von sich selber spricht. Auch finde ich es immer total lustig, wenn eine Fanseite ihre eigenen Beiträge liked, ist ja auch sonst niemand da, dem es ebenfalls gefällt 🙂

Weiter zu den anderen sozialen Netzwerken, nehmen wir als Beispiel Google+. Man hat irgendwann mal gehört dass die Postings mit Hashtags direkt in der Suchmaschine auftauchen , man verkauft dieses Halbwissen gerne als SEO Wissen weiter. Ergo wird nun anstatt die Kommunikation mit anderen Usern zu suchen, wieder Eigenwerbung vom Feinsten gepostet, dieses mal Hashtag übersät, nur damit man mit diesen Keywords auffällt. Der Kunde weiß im Ernstfall noch gar nicht mal, dass man so in seinem Namen arbeitet, er vertraut diesem Dienstleister und ist vielleicht froh, dass er sich mit der Materie soziale Netzwerke nicht auseinandersetzen muss. Schickt er im realen Leben auch seine Putzfrau um die Kunden zu bedienen, nur weil er keine Lust hat? Nein, garantiert nicht , er muss selber ran, allenfalls hat er ja auch Angestellte dafür, die sich bemühen, seinen Ruf und somit seine Produkte oder Dienstleistung zu verkaufen.

So ist es auch in den sozialen Netzwerken, einen spannender Unternehmeralltag kann nur einer glaubwürdig rüberbringen der diesen Alltag auch live mitbekommt. Und genau diese Profis, die vom Fach sind, bringen ihre Kunden dazu sich selbst mit den sozialen Netzwerken auseinander zu setzen. Natürlich gehört dann auch ein Kompetenzteam wie Texter und PR Leute dazu die zusätzlich noch wertvolle Pressemitteilungen verteilen um dem Ganzen noch den gewissen Kick zu geben. Diejenigen da draussen, die Social Media nur halbherzig machen und dem Kunden mehr schaden als ihm gut tun, wie Sand am Meer sind sie vertreten. Die wirklichen Profis müssen am Ende dann die Scherben wegräumen und ganz von vorne beginnen. Und diese Profis versuche ich jetzt alle in einer Whitelist unterzubringen. Da ich aber nicht alle kenne, bin ich auf Mithilfe angewiesen und nur wenn sich ein Dienstleister in dieser Liste ( noch ) nicht wiederfindet, heisst das nicht, das er nicht kompetent ist. Momentan schreibe ich viele an, erkläre mein Anliegen und auch, warum die Liste entstanden ist. Diejenigen die schon vertreten sind , kennen ja auch ihre Kollegen und erzählen es weiter. Noch habe ich nicht alle „Guten“ erreicht, aber mit Hilfe und Weitersagen schaffen wir es gemeinsam.

Was unterscheidet deiner Meinung nach einen seriösen Social Media Berater von einem „schwarzen Schaf“?

Tina Gallinaro: Wenn ein Social Media Berater dem Kunden mal rät, eventuell Fans dazu zu kaufen, um eine Fanzahl von 250 auf 500 zu erreichen gehört er für mich noch lange nicht in die Schublade schwarzes Schaf. Es geht um das ganze Nichtwissen, was inkompetente Leute an den Tag legen. Noch dazu sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, was man in den sozialen Netzwerken tun darf und was nicht, ebenfalls ein großer Bestandteil „sauberer „Arbeit. Ein schwarzes Schaf zum Beispiel teilt gedankenlos Bilder von einer anderen Fanseite, ohne vorher mal nachzusehen ob es einen Urheber gibt der dieses Bild auf die sozialen Netzwerke losgelassen hat. Ein heisses Eisen, denn oft werden Bilder einfach geklaut, als sein eigen deklariert und einfach in den sozialen Netzwerken hoch geladen. Das Unglück nimmt seinen Lauf und wer ist am Ende der Leidtragende der sich mit einer Abmahnung auseinandersetzen muss? Der Kunde, denn offiziell taucht das schwarze Schaf ja gar nicht im Account vom Kunden auf. Solch unsensibler Dienstleister plätschert vielleicht ein „Entschuldigung – hab ich nicht gewusst hin“ und der Kunde muss zahlen. Schwarze Schafe sind meiner Meinung nach auch in den ganzen Like gegen Relike Gruppen vertreten , sie wollen die Fanseite des Kunden pushen und dabei weiß eigentlich jeder, dass kein wirkliches Interesse an dieser Fanseite bzw. an der Dienstleistung oder den Produkten besteht. Man liked nur weil man einen Gegenlike bekommt, das war´s. Man redet dem Kunden ja auch ein, dass ein Social Media Auftritt ein wahres Wundermittel ist um über Nacht bekannt zu werden. Auch werden Links irre gerne mal eben in ein Linkschleuderportal genommen und auf einen Klick verteilt, manch Unternehmen findet dann seinen Eintrag über Wurstwaren im gleichen Atemzug wieder, wie der Eintrag eines Dominastudios und da läuft offensichtlich was verkehrt. Böse ist wer nun seine Phantasie spielen lässt und das eine mit dem anderen verbindet.

Kannst du kurz ein paar Eckpunkte benennen, die für dich zu einer seriösen Social Media Betreuung gehören?

Tina Gallinaro: Eine seriöse Betreuung fängt direkt beim Erstgespräch an und bei der Aufklärung, indem man dem Kunden von Anfang an sagt: „Hey, du musst Sitzfleisch mitbringen, denn nur weil du dich jetzt in den sozialen Netzwerken angemeldet hast, wird nicht sofort alle Welt auf dich aufmerksam. Es dauert Monate und Jahre bis der gewünschte Erfolg eintritt.“ Entscheidend hinzu kommt der persönliche Faktor, den man ebenfalls vertreten sollte. Tolle Beispiele sind der Malerfachbetrieb Heyse und Werner Deck, die trotz einem stressigen Unternehmeralltag einen Hauch an persönlicher Note in die sozialen Netzwerke einbringen. Dazu bloggen sie auch, um Eindrücke festzuhalten und lassen ihre Kontakte daran teilhaben. Das Unternehmen zum anfassen und täglich live miterleben dürfen was es spannendes gibt, ist tausendmal mehr wert als Bewertungen die oft gefaked sein können. Im Endeffekt sieht ein potentieller Kunde, der nicht in den sozialen Netzwerken vertreten ist, bei seiner Suche nur die Google Ergebnisse und muss blind darauf vertrauen können, dass der Eintrag auch der Wahrheit entspricht.

Rechtliche Vorberatung wie der Hinweis auf ein abmahnsicheres Impressum und der Hinweis, wo man Bilder kaufen kann ohne eine Abmahnung riskieren zu müssen, sind ein wesentlicher Faktor für eine seriöse Beratung. Ebenfalls der Hinweis, dass Texte die bereits auf einer anderen Webseite stehen, absolut tabu sind. Zwar kostet ein professioneller Texter Geld , aber es ist nicht aus dem Fenster raus geworfen und hilft dem Kunden ein Stück weiter auf seinem Weg in seinem Aufbau.

Liebe Tina, in deinem Kampf für mehr Qualität und bessere Transparenz gegenüber den hilfesuchenden Kunden wünsche ich dir noch viel Erfolg.

Letzte Änderung: 08:31:03 – 2018-05-09

1 Kommentar