Instagram als Marktplatz: vom Social-Media-Kanal zur Shopping-Plattform

Über 500 Millionen aktive Nutzer erreichen Unternehmen auf Instagram. Mehr als 130 Millionen interagieren täglich mit der Funktion „Shopping“. Der Social-Media-Kanal bietet großes Potential für Unternehmen. Doch inwieweit reichen die Funktionen auf für einen Marktplatz?

Shopping auf Instagram

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„Früher war alles besser“, gilt in Bezug auf Instagram und shoppen garantiert nicht. Bis vor kurzem – was im Internet wie früher ist – wurde ein Kauf oder eine Kaufanfrage über Nachrichten gemanaged. Die Funktion „Shopping“ ist in Bezug auf Usability ein wahrer Segen. 

Es gibt zwei Wege, wie User auf Shopping-Artikel stoßen. Zum einen finden sie den „Shopping-Button“ auf dem Profil von Unternehmen. Dort gelangen sie direkt zu einer Übersicht aller kaufbaren Artikel des jeweiligen Anbieters. Zum anderen begegnet einem in der Timeline eine kleine Einkaufstüte bei den Posts. Sie zeigen, dass es sich hierbei um einen Post mit einem Shopping-Artikel handelt. Auf dem Desktop sucht man diese Funktionen vergeblich. Das soziale Netzwerk zielt speziell auf mobiles Shopping. Die Nutzung am Computer stand bei dem Facebook Unternehmen noch nie im Fokus.

Aktivieren der Shopping-Funktion

Unternehmen bekommen „Shopping“ nicht automatisch freigeschaltet. Um einen Shop auf dem Profil zu bekommen, gibt es folgende Punkte zu beachten:  

  • Der Standort des Unternehmens liegt in einem Land, wo „Shopping“ möglich ist.
  • Das Unternehmen verkauft haptische Produkte.
  • Es handelt sich um ein Business Profil.
  • Das Instagram-Profil ist mit Facebook verbunden.

Erfüllt ein Unternehmen diese Punkte, geht es Schritt für Schritt an die Einbindung. Danach können pro Post mehrere Artikel zum Kauf hinterlegt werden. Die Funktion steht ebenfalls über Stories bereit. Ist ein Artikel zum Kauf hinterlegt, erscheint das Einkaufstüten-Symbol.

Klickt ein User auf diese Einkaufstüte, geht ein Popup mit allen Produkten auf. Name des Produkts, ein paar Eigenschaften und der Preis werden angezeigt. Das sieht übersichtlich und schick aus. Am Ende muss der Instagrammer in den Online-Shop des Unternehmens, um das Produkt zu kaufen. Damit besteht keine nahtlose Customer Journey vom Like bis zum Kauf. Das ändert sich vielleicht bald. Instagram arbeitet an einer Bezahlfunktion und entwickelt sich damit zum unliebsamen Konkurrenten für amazon und ebay.

Instagram hat das Potential zum Marktplatz

Instagram hat in Deutschland über 9 Millionen Nutzer, weltweit sogar über 500 Millionen. Eine große Zielgruppe erreichen Online-Marketer über die Plattform. Im Vergleich dazu hat laut statista amazon über 44 Millionen User und ebay über 150 Millionen. Bei den Nutzern kommt es nicht nur auf die Quantität an, sondern ebenfalls auf die Qualität.

Die Inspirationskraft von Instagram ist nicht zu unterschätzen. Laut einer Studie von facebook sagten mehr als ein Drittel der Teilnehmer, dass sie sich stärker für ein Produkt interessieren, dass sie auf Instagram gesehen haben. Es liegt somit nahe, die Funktion shoppen auf Instagram weiter auszubauen. Kaum ein Kanal bietet mehr Potential die Generation Z zum Kauf zu verführen. Instagram hat im Vergleich zu amazon und ebay den Vorteil als Social-Media-Kanal einen vertrauensbildenden Charakter zu haben.

Gerade gut gemachte Lifestyle-Fotos erzeugen einen stark verkäuferischen Eindruck. Das Produkt steht im Vordergrund und dennoch hat ein Post den Charakter der Empfehlung eines Freundes. Keine andere Social-Media-Plattform hat diese spezielle Kombination aus Produkt und Empfehlung. Es wundert nicht, dass die Hoffnung von facebook aus unternehmerischer Sicht auf Instagram liegt.

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Einige Unternehmen bauen ihr Geschäft auf Basis von Instagram auf. Zusätzlich nutzen sie die Kraft von Influencern, um ihr Produkt zu vermarkten. Mode liegt ganz weit vorne. Bekanntestes Beispiel ist Minette mit Esther Laut. Eine Erfolgsgeschichte mit Instagram schreibt das Start-up für Uhren Kapten & Son. Die Gründer setzten Influencer und Instagram-Werbung gewinnbringend um. Foodporn ist auf Instagram ähnlich weit verbreitet wie Fashion. Hier nutzt der Fleischanbieter Kreutzers die Kraft von Instagram als Marktplatz. Marken haben dann auf Instagram Erfolg, wenn die Story und eine schöne Bilderwelt im Vordergrund stehen!

Fazit

amazon und ebay sind stärker auf Verkauf ausgerichtet. Mit einigen technischen Weiterentwicklungen – wie der integrierten Bezahlfunktion – lässt sich auf Instagram der Verkaufscharakter noch steigern. Die Funktionen von amazon und ebay kann Instagram aber nicht aufholen. Für die Social Media Plattform zahlt es sich mehr aus, auf die Stärke der Inspirationskraft zu setzen. Dieser Fokus lässt sich weiter ausbauen, um sich von anderen Marktplätzen abzuheben. Was Instagram zuspielt: In Zukunft wird Social Media in der Customer Journey eine noch stärkere Rolle spielen.

Für Händler ist es wichtig eine praktische Lösung zu haben, um die Produkte auf den verschiedenen Marktplätzen zu steuern. Das ist über moderne eCommerce-Software wie die ROQQIO Commerce Cloud ganz einfach möglich.

Über die Autorin

Autorin: Sabine Dupont – Content Managerin bei ROQQIO – die Software-Lösung für eCommerce.

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