Immer weniger SMS, immer mehr Messenger-Dienste

Die Zahlen sprechen für sich. Während noch bis vor zwei Jahren ein stetiger Anstieg verschickter SMS zu beobachten war, sinken die Nutzungszahlen in den letzten beiden Jahren rapide. Im Jahr 2012 wurden knapp 60 Milliarden SMS verschickt. Schon 2013 lag die Zahl nur noch bei unter 40 Milliarden und sank 2014 nun auf 22,5 Milliarden, wie Bitkom berichtet.

BITKOM-Grafik_SMS_07_05_2015

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Es gibt nicht nur immer mehr Smartphones, die den Versand von Nachrichten über Messaging-Apps wie WhatsApp oder iMessage vereinfachen. Es liegt auch an den immer preisgünstiger werdenden Datenflatrates und den immer schnelleren Netzen.

Vor allem Ältere nutzen noch eher SMS als Messenger

Infografik: Ältere bevorzugen noch immer die SMS | Statista

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SMS werden vor allem für die „Nachricht an Oma“ genutzt oder den Versand von TANs für das Onlinebanking. Für alles andere wie den schnellen Chat mit Freunden nutzen vor allem junge Leute inzwischen eher Messenger-Dienste.
Sinkende Umsätze mit SMS

Laut der VATM-Marktstudie wurden in Deutschland 2014 knapp 25 Milliarden Euro mit Mobilfunkdiensten umgesetzt. Etwa ein Drittel davon brachten Datendienste ein. Während deren Umsatzanteil stetig zunimmt, sinkt der Anteil der SMS mit jedem Jahr weiter ab. Mit 1,3 Milliarden Euro verdienten die Mobilfunkbetreiber 2014 nur noch 5 Prozent ihres Gesamtumsatzes durch den Versand von SMS. Kurz gesagt: Die SMS zahlt sich für Mobilfunkbetreiber nicht mehr wirklich aus.

Infografik: SMS zahlt sich nicht mehr aus | Statista

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Vor- und Nachteile

Sowohl die SMS als auch die Nutzung von Messenger-Diensten haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. SMS funktionieren nicht nur auf Smartphones, sondern auch auf älteren Handys. Man benötigt dazu weder Internetzugang noch ein spezielles Programm. Für Messenger-Dienste müssen Sender und Empfänger die gleiche App benutzen, zahlen dafür jedoch auch keine Kosten je Nachricht, wie das bei der SMS der Fall ist.

Die Geschichte der SMS

Seit ihrer Einführung Anfang der 1990er Jahre nahm die Nutzung von SMS stetig zu. Anfangs diente die maximal 160 Zeichen umfassende Nachricht vor allem Mobilfunkbetreibern dazu, Mobilfunkstörungen an ihre Kunden zu kommunizieren. Ab 1994 nahm dann auch die private Nutzung der SMS deutlich zu. Im Jahr 2009 startete mit WhatsApp der erste große Messenger-Dienst, dem noch weitere folgten. Die bekannteren davon sind iMessage, Skype, Google Hangouts oder auch das Start-Up Threema.

Die Zukunft der SMS

SMS wurden und werden noch immer für Anwendungen wie den Versand von Bordkarten zum Einchecken am Flughafen oder den Parkscheinkauf, Mobile-TANs für Online-Banking genutzt. Ganz verschwinden wird die „gute alte SMS“ vom Markt daher nicht. Der Markt wird jedoch nachhaltig verändert von Messaging-Diensten.

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