Gretchenfrage: Hast du die Blogger DNA?

Ein persönlicher Blog kann (und sollte) das Zentrum, der Ausgangspunkt der eigenen Kommunikation im Internet sein. Im Gegensatz zu sozialen Netzwerken, auf denen man natürlich ebenfalls Präsenz und Reichweite aufbauen kann und sollte, bietet das eigene Weblog vielerlei Vorteile, wie Unabhängigkeit, Ungebundenheit an ein festes Format, uvm.

In diesem Artikel möchte ich mich weder mit dem technischen Aufbau, der Installation und Einrichtung eines Blogs, auch nicht dessen Vermarktung und Reichweitensteigerung beschäftigen, sondern die Grundsatzfrage aufwerfen:

Bist DU ein Blogger?

In meinem Social Media Netzwerk stosse ich immer wieder auf folgende Fragen:

  • Wie fange ich an zu bloggen?
  • Welches CMS System soll ich nutzen?
  • Nutze ich eine Bloggerplattform, wie wordpress.com, Google´s blogger.com oder entscheide ich mich für eine selbst gehostete Lösung?

Nachdem ich nun selbst einige Zeit Blogs betreibe, stelle ich aber fest, dass vor dem Start viel grundlegendere Fragen aufgeworfen werden sollten:

  • Wofür schlägt mein Herz? Wovon bin ich begeistert? Worin bin ich besser als Andere?
  • Wie viel Zeit bin ich bereit zu investieren?
  • Wie viel Geld möchte ich für Hobbies und Leidenschaften ausgeben?

Auf diese drei Punkte: Herz / Leidenschaft, Zeit und Geld möchte ich im Folgenden eingehen.

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Schreibe über Deine Leidenschaften

Nach der ersten Begeisterung, den ersten Blogposts und Blogkommentaren von Lesern setzt todsicher irgendwann auch der erste Frust ein. Man merkt welch hohen Preis es kostet regelmäßig zu schreiben, zu recherchieren und aktiv den Blog zu pflegen. Vielleicht gehen die Themen aus und man erlebt die erste Schreibblockade.

Neben aller Orientierung an den Interessen der angestrebten Zielgruppe und einigen Eckpunkten um in Suchmaschinen gefunden zu werden, sollte man eins nicht aus den Augen verlieren: Schreibe worüber Du begeistert bist. Schreibe wofür Dein Herz schlägt. Schreibe über Deine Leidenschaften und Dinge die Du gerne machst.

Mal ehrlich: Auch wenn Du ein erfolgreicher Social Media Community Manager bist, heißt das nicht, dass Du auch noch einen persönlichen Blog dazu schreiben musst. Vielleicht gehst Du gerne Essen und möchtest über die Zubereitung von ausgefallenen Speisen berichten – Stichwort: Foodporn. Oder Du hast gerade das erste Kind bekommen und möchtest als Mann von deinen Erfahrungen schreiben. Leider tun das noch viel zu wenige… 🙂 Du bist total begeistert von Deiner neuen Nachbarschaft. Wie wäre es dann mit einem Stadtteilblog?

Definiere einen zeitlichen Rahmen für deine Blogger Aktivitäten

Neben den Finanzen, um die es im dritten Punkt geht, steht und fällt ein Blog mit der Zeit, die man dafür aufwenden und investieren kann. Ein Weblog muss lebendig sein und mit regelmäßigen Inhalten gefüllt weren. Nur so ist es möglich eine Leserschaft aufzubauen. Obwohl es hier wohl keine absoluten Zahlen gibt, sollte man schon alle 1-2 Wochen einen Beitrag schreiben. Wobei das durchaus meine ganz persönliche Meinung ist.

Klar, es gibt Beiträge die man in 15 bis 30 Minuten schreiben und veröffentlichen kann. Doch zumeist sind 1-2 Stunden Arbeit damit verbunden. Passende Bilder finden und bearbeiten. Quellen recherchieren und im Artikel verlinken. Einen längeren Text schreiben. Seinen eigenen Schreibstil entwickeln. Das alles braucht ZEIT.

  • Wie ist Deine Lebensplanung in den nächsten Monaten? Wochen reichen sicher nicht aus, um einen Blog aus dem Boden zu stampfen.
  • Hast Du bestimmte Tage oder Tageszeiten, an denen Du dich freimachen und in Ruhe an Deinem Blog arbeiten kannst?
  • Hast Du Zeit, um für Deine Themen zu recherchieren und Material zu sammeln?

Setze ein Budget als Investitionsgrundlage fest

Ja, das liebe Geld ist ein wichtiger Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Um es gleich klar zu stellen: Mir geht es hier nicht um die Frage, wie man mit einem Blog Geld verdienen kann. Meine Frage ist: Wie viel Geld bist Du bereit für den Erfolg Deines Weblogs zu investieren?
Richtig gehört. Nur wer bereit ist Geld auszugeben, kann langfristig erfolgreich sein. Hier einige Beispiele, die Kosten verursachen können / werden:

  • Hosting des eigenen Blogs. Einsteigerpakete liegen in der Regel unter 5.- € im Monat.
  • Technischer Service durch einen Dienstleister. Die Kosten sind von den eigenen Programmierkenntnissen abhängig. Will man alles in Do-it-yourself-Manier betreiben oder dies Profis überlassen?
  • Ausgaben für ein Premium Theme des gewünschten CMS Systems. Diese bieten häufig mehr Möglichkeiten zur Individualisierung und einen größeren Funktionsumfang. Zudem wird bei zunehmender Bekanntheit der Webseite das eigene Branding wichtiger.
  • Je nach Themengebiet sind Besuche von Messen und Events zu empfehlen. Genauso aber auch übergreifende Veranstaltungen, wie re:publica, BarCamps oder Social Media Club Treffen. Hier werden Eintritts- und Reiskosten fällig.
  • Fort- und Weiterbildung. Ja, auch Blogger sollten etwas für Ihre Bildung tun. Kreatives Schreiben, Fotografieschulung, Webprogrammierung, Einführung in das genutzte CMS sind nur ein paar naheliegende Beispiele.

Persönlich betrachte ich das immer, wie bei jedem anderen Hobby auch. Für Reitsport, Skifahren, Schwimmen, Tauchen, uvm. sind jährlich zum Teil immense Summen aufzubringen. Gleichermaßen solltest Du Dir überlegen, ob es Dir Dein Blog wert ist auch hierfür tiefer in die Tasche zu greifen. Wenn ja, wird sich das in der Reaktion Deiner Leserschaft und Deinen Webanalyse Tools niederschlagen.

Und jetzt?

Wenn Du immer noch ganz heiß darauf bist loszulegen und Dich mit meinen Fragen auseinander gesetzt hast und sie positiv beantworten kannst, dann nichts wie los! Wenn nicht, dann:

  • Mir hat es immer geholfen, eine erste Begeisterung ein paar Wochen oder Monate ruhen zu lassen. Wenn sie nicht vergeht, sondern stärker wird, dann weiß ich, dass es sich nicht nur um ein kurzes Feuer handelt.
  • Du bist noch unentschlossen, ob Du die Blogger DNA in Dir hast? Überlege doch als Gastautor oder Blog Praktikant anzufangen! Vielleicht gibt es in Deinem Netzwerk ja einen erfahrenen Blogger, der eine solche Möglichkeit anbietet und frage ihn einfach. Immer wieder werden Gastautoren gesucht, die helfen können neue und weitere Inhalte zu liefern. Übrigens: Das kannst Du auch bei geistreich78 machen. Einfach mal die Seite „Gastbeiträge“ durchlesen. Für ein dauerhaftes Engagement kannst Du Dich gerne mit Stefan Hoffmeister in Verbindung setzen.

Falls ich einen Aspekt vergessen habe, der Dir unter den Nägeln brennt, kannst Du gerne einen Kommentar hinterlassen…

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