Greenpeace Viral Erfolg: LEGO: Everything is NOT awesome.

Greenpeace konnte mit einem eindrucksvollen Viral Erfolg verzeichnen: Der Video Clip „LEGO: Everything is NOT awesome.“ erregt so viel Aufmerksamkeit, dass LEGO seine Marketing Partnerschaft mit Shell aufgibt.

‚It’s a huge blow to Shell’s strategy of partnering with beloved brands to mask its plans to drill in the Arctic,‘ Greenpeace activist Fran Grobke said.

Doch zurück zum Anfang:

LEGO: Everything is NOT awesome

Das YouTube Video, der Kreativagentur Don´t Panic, ist der jüngste Teil der „Save the Arctic“ Kampagne von Greenpeace. Während man die Titelmelodie zum erfolgreichen LEGO Kinofilm hört, sieht man eine aus LEGO Steinen gebaute Polarwelt nach und nach in dickem, schwarzen Öl versinken.

Ziel war es die Vertriebspartnerschaft von LEGO, in der die Shell Tankstellen als Vertriebskanal für das weltbekannte Kinderspielzeug genutzt werden, zu beenden. Greenpeace sieht hier nur die Absicht von Shell Partnerschaften mit weltbekannten, positiv aufgeladenen Marken einzugehen, um von seinen Ölbohrplänen in der Arktis abzulenken. Der aktuelle Vertrag der Dänen mit Shell läuft seit 2011 und ist laut Quartz 110 Millionen Dollar schwer. Wie lange er noch gilt, teilte das Unternehmen nicht mit. Der Spielzeughersteller stellt seit den 1960er Jahren Spielsets mit Shell-Logo her, die an Tankstellen, in 26 Ländern, und in Spielwarenläden verkauft werden. Insgesamt kamen über die Jahre mehr als 50 Bausätze mit Shell-Emblem in die Regale. Der Vertrag soll 68 Millionen britische Pfund wert sein.

Im Blog von Greenpeace Österreich heißt es dazu:

Wir lieben LEGO. Sie lieben LEGO. Wir alle lieben LEGO. Aber wenn LEGOs positives Image dafür verwendet wird, um Werbung für Umweltzerstörung bei Kindern zu machen – wie das ein besonders unethischer Ölkonzern versucht, der gerade dabei ist die zukünftige Welt unserer Kinder zu zerstören – müssen wir etwas unternehmen.

Die Kampagne startete Anfang Juli und scheint nun zu einem erfolgreichen Ergebnis geführt zu haben, wie mehrere Meldungen auf Twitter und in Medien zeigen.

„Wir wollen klarstellen, dass wir so, wie die Dinge derzeit stehen, den Co-Promotion-Vertrag mit Shell nicht verlängern werden, wenn der aktuelle Vertrag ausläuft“, teilte Lego-Chef Jørgen Vig Knudstorp am Donnerstag mit.

Der virale Erfolg der Greenpeace Kampagne

Aufmerksam geworden bin ich auf die Kampagne durch folgenden Tweet von Socialbakers.

Der Statistik und Benchmark Anbieter für Smart Social Media Marketing hat eine sehr hohe Engagement Rate (92,9509%) und damit einen starken Impact in den sozialen Netzwerken, natürlich allen voran YouTube, als Reaktion auf „LEGO: Everything is NOT awesome“ festgestellt. Das Viral hat aktuell 6.130.083 Views bei YouTube.

Nichtsdestotrotz gibt es auch kritische Meinungen zum Vorgehen von Greenpeace. So ist im britischen Guardian zu lesen:

Some people have already questioned whether the Greenpeace campaign strikes the right note coming so soon after revelations in the Guardian and Der Spiegel that the organisation lost £3m on currency markets and that one of its top executives commuted to work by plane.

Schlägt Greenpeace den richtigen Ton an, kurz nachdem mehrere Medien Millionenverluste durch Währungsgeschäfte aufgedeckt haben und bekannt wurde, dass ein Manager regelmäßig mit dem Flugzeug zur Arbeit pendelt?

Gleichwohl sah man offenbar von Seiten LEGO die Notwendigkeit, u.a. auf Twitter auf die Kampagne zu reagieren, wie mehrere Tweets zeigen:

Nichtsdestotrotz haben bislang 1.019.327 Personen eine Petition unterschrieben, die das Ende der Lego Vertriebspartnerschaft mit Shell fordert.

Stellungnahme von LEGO

Im Newsroom von LEGO findet sich nun, von Mittwoch Abend, folgende Stellungnahme:

The Greenpeace campaign uses the LEGO brand to target Shell. As we have stated before, we firmly believe Greenpeace ought to have a direct conversation with Shell.The LEGO brand, and everyone who enjoys creative play, should never have become part of Greenpeace’s dispute with Shell.

Our stakeholders have high expectations to the way we operate. So do we. We do not agree with the tactics used by Greenpeace that may have created misunderstandings among our stakeholders about the way we operate; and we want to ensure that our attention is not diverted from our commitment to delivering creative and inspiring play experiences. (…)

We do not want to be part of Greenpeace’s campaign and we will not comment any further on the campaign. We will continue to deliver creative and inspiring LEGO play experiences to children all over the world.

Jørgen Vig Knudstorp, CEO der LEGO Group.

Hauptkritikpunkt ist, dass sich Greenpeace nicht direkt an Shell gewendet hat und man nicht (länger) Teil einer Kampagne der Umweltaktivisten sein möchte.

Beachten Sie hierzu auch meinen Kommentar: Virales Shitstorm Marketing und die Frage nach dem echten “Social Impact”

Letzte Aktualisierung: 20:51:53 – 2016-12-20

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