geistreich trifft Seniorbook: Oder – das erwachsene soziale Netzwerk

Braucht Deutschland noch neue / weitere soziale Netzwerke? Nach meinem Besuch bei Seniorbook und einem ausführlichen Gespräch mit dem Gründer und Vorstand Thomas Bily gebe ich auf diese Antwort ein ganz klares „JA“.

seniorbook wendet sich an erwachsene Menschen, die Lebenserfahrung und Wissen mit anderen teilen wollen, sich für ihre Mitmenschen interessieren, helfen und der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen.

Und grenzt sich von der Aufmachung und der Ausrichtung damit deutlich von Facebook ab.

Wo liegen die Unterschiede zum allmächtigen Facebook:

  • Auf seniorbook vernetzt man sich nicht mit alten Bekannten, sondern man lernt neue Leute kennen und entdeckt neue Seiten des Lebens
  • Als Plattformen zum Kennenlernen dienen die öffentlichen Bereiche wie Themenwelt, Fotowand oder Schwarzes Brett, wo immer etwas los ist und man immer Neues entdeckt und so in Kontakt kommt
  • Auf seniorbook ist es also wie im richtigen Leben: erst kommt man ins Gespräch, dann lernt man sich kennen, dann „vernetzt“ man sich- So lautet eine der Kernbotschaften: seniorbook vernetzt nicht nur – seniorbook verbindet Menschen

Mit 1 Klick mitten im Leben

Seniorbook am Arco Palais München

Seniorbook am Arco Palais München

Thomas Bily betont, dass man bewusst eine deutliche Ansprache “erwachsener Menschen” gewählt hat. Es geht nicht um eine Altersgrenze, sondern um eine neue Lebensphase: wenn die Kinder von zu Hause ausgezogen sind und man seine berufliche Laufbahn (egal auf welchem Niveau) gefunden hat, entdecken viele Menschen den Drang, noch mal etwas Neues anzupacken, sich neu zu erfinden, die Welt weiter zu entdecken. Viele haben Sehnsucht danach, neue Leute kennenzulernen oder Gleichgesinnte für gemeinsame Aktivitäten zu finden. Gerade das Web 2.0 und die sozialen Netzwerke bieten hier eine Chance, den eigenen Radius mit einem Klick zu erweitern und so das Leben zu bereichern.

Dies war und ist der eigentliche Antrieb der Familie Erl, Eigentümer des gleichnamigen Bauunternehmens aus Deggendorf, die als privater Investor hinter Seniorbook steht. So ist auch Markus Erl als zweiter Gründer und Vorstand für Seniorbook tätig. Das Unternehmen ist privat und unabhängig finanziert und beschäftigt derzeit 16 feste Mitarbeiter an den Standorten München und Plattling.

„Wer einen klaren Blick auf das Leben erlangt hat, kann sich auf die für ihn relevanten Menschen, Themen und Projekte konzentrieren – auch online. Die Zeile Mein Heimat-Ich im Internet will auf einen Nenner bringen, was unseren Nutzern im Leben wichtig ist,“ so Markus Erl, Vorstand bei der Seniorbook AG, im September 2012 zur Eröffnung des sozialen Netzwerks.

Seniorbook: Erfolg bereits im ersten Jahr

Das Konzept scheint aufzugehen, wie die Erfolgsbilanz des ersten Jahres im Herbst 2013 zeigt:

  • seniorbook goes offline: 30 Nutzertreffen fanden zwischen Schleswig und Mühldorf statt
  • Wer sagt, dass die Menschen nicht mehr schreiben: 15.000 Beiträge wurden veröffentlicht
  • 150.000 hochgeladene Bilder: Viele Katzenbabies, aber auch fantastische Naturaufnahmen
  • 130 Themenspeziale und über 600 Lokalteile: Jeder Topf findet seinen Deckel bzw. seine Heimat
  • Kein Platz für Langeweile: 73.000 Veranstaltungen und 1.000 Hilfsprojekte

Mittlerweile habe man aufgehört die Nutzertreffen zu zählen, sagt Thomas Bily, da sie sich als organisches Ergebnis der Beziehungspflege der Online Community entwickelt haben. Im Gegensatz zu z.B. lokalen XING Veranstaltungen stellt Seniorbook das Netzwerk als Rahmen zur Verfügung, den die Teilnehmer nutzen, um sich zu verabreden oder gemeinsame Interessen auszuleben. Nutzertreffen sind nicht Geschäftsmodell und werden auch nicht „offiziell“ organisiert, sondern sind natürlicher Teil des Lebens.

Überhaupt scheint es den Machern darum zu gehen, alles Künstliche und Aufgesetzte zu vermeiden.

Native Advertising und Content-Publishing auf seniorbook.de

Trotz des noch jungen Internetauftritts weist die Webseite bereits ordentliche Nutzerzahlen auf.

  • rund 200.000 Unique User
  • rund 500.000 Visits / Monat – bis Ende 2014 ist das Ziel die 1.000.000 zu knacken
  • rund 14.000.000 Page Impressions / Monat
  • rund 15 Minuten durchschnittliche Verweildauer
  • 18.315 (Stand: 24.04.2014) Facebook Fans

Das Werbekonzept von seniorbook setzt auf:

  • Exklusivität:
    Es gibt auf jeder Seite des Netzwerks genau einen Werbeplatz. Ausnahme: Im Lokalteil werden zwei Werbeplätze angeboten, je einer für überregional Werbetreibende mit regionaler Verankerung (Beispiel: Drogeriemarkt Ketten) und einer für regional ausgerichtete Werbetreibende (Autohaus vor Ort).
  • Sichtbarkeit:
    Werbemittel auf seniorbook werden während des gebuchten Zeitraums an fester Stelle rechts oben auf jeder Seite ausgewiesen.
  • Regionale oder thematische Content-Einbettung:
    Kunden können nach Lokalteilen werben und so ein bestimmtes Gebiet ansteuern. Oder sie wählen ein bestimmtes Themenumfeld, in dem die Werbung erscheinen soll.

Darüber hinaus eröffnet seniorbook weitere Möglichkeiten der Kommunikation. So können Unternehmen seniorbook als Publishing Plattform für nicht-werbliche Öffentlichkeitsarbeit nutzen: Beiträge, Veranstaltungen, Projekte oder auch Fotos lassen sich von seniorbook schnell und unkompliziert in anderen Netzwerken verbreiten oder per Mail an Adressverteiler versenden.
Dieses „Story Telling“ ist ein wesentlicher Teil der Social Media Aktivitäten und eine ideale Ergänzung der klassischen Werbung.

„seniorbook will das echte Leben abbilden. Dazu gehören auch Firmen. Nicht alles, was Unternehmen verlautbaren, muss Werbung sein. Geschichten über Mitarbeiter, Erfolge, Veranstaltungen, soziales Engagement sind nur ein kleiner Ausschnitt nicht-werblicher Botschaften. Diese Geschichten können Unternehmen heute dank sozialer Netzwerke schneller, einfacher und kostengünstiger verbreiten als über andere Kanäle“, so Thomas Bily.

native ad plusFür Unternehmen, die (noch) keine Ressourcen für diese Form der Social Media Arbeit vorhalten, bietet seniorbook einen Content Publishing Service: Unternehmen können ein Autoren – Netz von seniorbook mit diesen Aufgaben beauftragen. Somit spricht man in erster Linie nicht Großunternehmen mit dem Big Budget an, sondern kleine und mittelständische Firmen.

Bily: „Entscheidend beim Story Telling ist es, den Nerv der Nutzer zu treffen. Erst dann werden Geschichten viral im positiven Sinn. Unsere Nutzer haben viel Erfahrung, erkennen Qualität und schätzen authentische Kommunikation.“

Kooperationen die Probleme lösen

Wie die von uns bereits beschriebene Kooperation mit Ordermed werden nicht einfach nur „Werbepartner“ gesucht, sondern liegt der Fokus auf echten Problemlösern für die Community. Bily gibt im Gespräch an, dass aktuell für einige Themenfelder, die innerhalb der Nutzerschaft auf großes Interesse stossen, Partner gesucht werden, die hier Hilfe und Know How bereit stellen. Als Beispiel oder Vision für die Zusammenarbeit nennt er die American Rental Association.

Die American Rental Association (ARA) ist ein internationaler Handelsverband für Besitzer von Gerätevermietungen, Herstellungsfirmen oder Lieferfirmen. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt mehr als 7.500 Vermietungsunternehmen und  1.100 Hersteller und Lieferer. Das englische Mission Statement liest sich eindrucksvoll:

ARA Core Purpose
To promote the success of our members and advance the growth of the equipment rental industry.

ARA Core Values

  • Support community and networking among all members.
  • Respect the diversity of member views and opinions in determining policy and direction.
  • Develop leadership through volunteerism and self-initiative.
  • Represent professionalism and integrity in the equipment rental industry.
  • Embrace change and continuous improvement.

ARA Vision
ARA envisions the time when consumers choose rental first as a solution to their needs.

Besser könnte man wohl die Vision von seniorbook nicht zusammen fassen!

Bei Thomas Bily bedanke ich mich für das freundliche Gespräch und die Einblicke in den Aufbau eines sozialen Netzwerks und wünsche weiterhin viel Erfolg.

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