Facebook steigert Börsenwert um 160%

Apple ist an der Börse noch immer um rund 150 Milliarden Dollar höher bewertet als Google, wie eine Statista Grafik für das Manager Magazin zeigt. Der Vorsprung ist zuletzt sogar wieder größer geworden: Während der vergangenen 12 Monate erholte sich Apple von seinem Kursrutsch und legte (auf Dollarbasis) um knapp 40 Prozent zu, während Google „nur“ auf ein Plus von 25 Prozent kam. Der größte Sprung nach vorne gelang unterdessen Facebook: Das soziale Netzwerk konnte seinen Börsenwert binnen Jahresfrist fast verdreifachen und ist nun knapp 160 Milliarden Dollar Wert.

Infografik: Facebook steigert Börsenwert um 160% | Statista

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Um auch die echte Chartentwicklung abzubilden habe ich einen Screenshot von Cortal Consors erstellt:

Screenshot Cortal Consors, Facebook Chart.

Screenshot Cortal Consors, Facebook Chart. Zum Vergrößern anklicken.

Der Chart zeigt folgende Daten:

  • Kurs vom 27.05.2014 – 46,554 €.
  • Kursverlauf für 12 Monate.
  • Gleitender Durchschnitt für 30 und 100 Tage.
  • Technischer Indikator: Volumen.

In Folge der Whatsapp Übernahme schwang sich die Facebook-Aktie im März auf etwas über 72 Dollar – ein neues Allzeithoch. Der Gipfel einer beeindruckenden Börsenrally, bei der Titel seinen Wert innerhalb eines Jahres vervielfachen konnte.

Doch seitdem ging es bergab. Bereits Ende März durchbrach der Titel die 38-Tage-Linie nach unten, was weitere Verkäufe auslöste. Insgesamt hat die Facebook-Aktie seit ihrer Rekordmarke im März 17 Prozent an Wert eingebüßt und steht nun bei knapp 60 Dollar.

Immerhin zeichnet sich im Chart eine Stabilisierung ab. Zuletzt hat der Titel die Unterstützungszone zwischen 54 und 59 Dollar mehrmals erfolgreich getestet. Ein Abrutschen unter diese Zone würde höchstwahrscheinlich weitere schwere Kursverluste nach sich ziehen. Zunächst lockt aber die Oberseite: In unmittelbarer Reichweite bei 60 Dollar wartet nun die 38-Tage-Linie, deren Überwindung die Lage weiter entspannen würde. (boerse.ard.de)

Google liegt bei pro Kopf Umsatz deutlich vorne

Auch wenn Facebook deutlich zulegen konnte, so liegt der pro Kopf Umsatz bei Google scheinbar uneinholbar weit voraus.

Infografik: Suchmaschinen generieren den meisten Umsatz pro Nutzer | Statista

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Der Umsatz pro Nutzer lag bei Google im ersten Quartal 2014 bei rund 6 Dollar. Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook kam nur auf knapp 2 Dollar pro Nutzer.

Dabei verdienen Google und Facebook ihr Geld mit einem ähnlichen Geschäftsmodell: Beide verkaufen Werbung in einem kostenfreien Umfeld. Entweder kann Google seine Werbefläche zu höheren Preisen pro Klick verkaufen, oder die bei Google angebotene Werbung wird deutlich häufiger geklickt als bei Facebook. Dies könnte auch daran liegen, dass Facebook als soziales Netzwerk ein halb-privates Umfeld anbietet, während Google beruflich wie privat gleichermaßen stark genutzt wird.

Facebooks große Herausforderung hat sich nicht geändert. Das soziale Netzwerk muss seine Nutzer wesentlich besser monetarisieren, um die hohe Börsenbewertung zu rechtfertigen. Das Einspielen von noch mehr Werbung hat jedoch Grenzen. Zwar tolerieren Facebook-Nutzer das gestiegene Werbevolumen wie die Nutzungsstatistiken beweisen. Laut Ebersman hat die Zahl der Anzeigen auf Facebook im Vergleich zum Vorjahresquartal um immerhin fast 40 Prozent zugelegt. Doch der Preis für die Anzeigen ist im Schnitt nur um 3 Prozent gestiegen.

Matthias Hohensee schreibt in der Wirtschaftswoche weiter:

Es führt kein Weg daran vorbei, dass Facebook die Kosten für seine Anzeigen drastisch erhöhen muss. Das gegenüber seinen Anzeigen-Kunden zu begründen ist jedoch schwer. Denn der Einfluss von Facebooks Werbung lässt sich nicht so gut messen wie der von suchbasierten Anzeigen bei Google. Facebook-Operativchefin Sheryl Sandberg behauptet, dass Facebook Werbung nicht nur günstiger und effektiver als die Konkurrenz, sondern auch wesentlich einflussreicher sei. Nur der Nachweis fällt schwer.

„99 Prozent der Kunden, die eine Facebook-Anzeige gesehen haben und das Produkt dann kaufen, haben nie auf eine Anzeige geklickt“, sagt Sandberg. Um diesen Einfluss zu beweisen, will Facebook unter anderem die Kooperation mit dem Datendienstleister Datalogix ausbauen, der Daten über Offline-Einkäufe erhebt. Je enger die Verzahnung wird, umso schärfer wird die Debatte um den Schutz der Privatsphäre werden.

Google und Facebook ähneln sich auch in ihren Plänen neue Geschäftsfelder zu erschließen. So waren beide an dem Drohnenanbieter Titan Aerospace interessiert, den aber letztlich Google übernommen hat.

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