Die ALS #icebucketchallenge und ihre Auswirkungen

Wie aufregend und vor allem lustig war doch die ICE-Bucket-Challenge im vergangenen Jahr!  Unzählige Menschen haben sich einen Eimer mit Eis-Wasser über den Kopf geschüttet und danach wieder andere nominiert.

Die Aktion rollte wie ein großer Schneeball durch die sozialen Medien. Die klassischen Medien waren ebenso begeistert und begleiteten die Aktion mit vielen Beiträgen, die die ICE-Bucket-Challenge zusätzlich bekannter machte.

Am letzten Wochenende wurde ALS von Eddie Redmayne, dem Oscar Gewinner als bester Hauptdarsteller für einen biografischen Film über den an ALS erkrankten Stephen Hawking, in seiner Dankesrede noch einmal erwähnt. Er widmete seinen Oscar allen Menschen die an dieser Erkrankung des Nervensystems leiden.

https://www.youtube.com/watch?v=bGnDKj4tH00

Wir nehmen dies zum Anlass noch einmal zurück zu blicken: Was hat die ICE-Bucket-Challenge eigentlich gebracht?

Eis für einen guten Zweck.

Die  icebucketchallenge wurde von der Familie des an ALS erkrankten Pete Frates ins Leben gerufen, um Geld zur Erforschung der Krankheit zu sammeln. Zwei Wochen später erfuhr der Golf-Star Chris Kennedy von der Aktion und kippte sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf. Hier entstand eine erste Verbreitungswelle. Zur großen Bekanntheit der Aktion kam es allerdings erst als sich Mark Zuckerberg beteiligte und Bill Gates (Microsoft), Sheryl Sandberg (Facebook) und den Netflix-Gründer Reed Hastings nominierte.

Schnell verbreitete sich die Aktion auch in Deutschland. Auch hier beteiligten sich viele Prominente an der Aktion und sorgten so für Aufmerksamkeit:

  • Sportler wie zum Beispiel Marco Reus, dessen Video 255.000 Likes erhielt
  • Schauspieler wie Matthias Schweighöfer, dessen Facebook-Post 225.000 Likes erhielt
  • Moderatoren wie Anne Will
  • Politiker wie Sigmar Gabriel, der sich mit seiner Interpretation der ICE-Bucket-Challenge einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat: Er spendet, informiert über die Krankheit und nennt direkt die Spendenmöglichkeit – ohne sich unter den Eiskübel zu stellen.

ALS-Organisationen freuen sich über das hohe Spendenaufkommen

Das Ergebnis dieser Bilderbuch-Viral-Aktion kann sich sehen lassen:

Die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke, die sich um ALS-Patienten kümmert, konnte im vergangenen Jahr 1,3 Mio Euro Spenden zusätzlich verzeichnen – in den Vorjahren kamen sie auf einen Schnitt von 500.000 Euro.

Wir waren fassungslos, gerührt und begeistert, manchmal eiskalt und nass unter Eiswürfeln, aber meistens überglücklich und voller Begeisterung über die vielen vielen Menschen, die an der Aktion teilnahmen, Videos posteten und uns ihr Geld und ihr Vertrauen schenkten.

Der Berliner ALS-Ambulanz brachte die ICE-Bucket-Challenge nach eigenen Angaben 1,6 Mio Euro an Spenden. Zwar werde nun wieder weniger gespendet, sagte Prof. Thomas Meyer, der Leiter der Berliner ALS-Ambulanz, aber mithilfe der Spendengelder kann die Arbeit der ALS-Ambulanz weiter ausgebaut werden und wieder mehr in Forschung investiert werden (hier mehr dazu).

Nachfolgend ein kurzes Video, auf der Seite der ALS-Ambulanz, das die ALS-Erkrankung aus Perspektive einer Betroffenen beschreibt. Am Rande kommt auch die Arbeit an der Charité zur Sprache.

Angelika von Hagen ist selbst an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) erkrankt. In diesem Film wird die ALS-Erkrankung aus Perspektive der Betroffenen in beindruckender Weise beschrieben.

Am 18. April findet übrigens der 8. ALS Tag in der Charite Berlin statt. Mehr dazu hier.

Die Bekanntheit der Krankheit wurde enorm gesteigert

Durch die ICE-Bucket-Challenge wurde eine Krankheit bekannt, die bis zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit fand. Innerhalb weniger Tage wurde ALS in sämtlichen Medien thematisiert und in den Vordergrund gerückt. Es folgten unzählige Berichte über an ALS erkrankten Menschen, es wurde viel darüber diskutiert, ob die ICE-Bucket-Challenge nicht nur zur Selbstdarstellung der Nominierten nütze. Gleichzeitig wurden Tierschützer aktiv, die dazu aufriefen, nicht an ALS-Organisationen zu spenden, da in der ALS-Forschung unnötige Tierversuche gemacht würden.

Der Leiter der Berliner ALS-Abulanz sieht in der ICE-Bucket-Challenge jedoch vor allem das Gute: Nun ist ALS endlich bekannt und Erkrankte müssen ihre Erkrankung nicht mehr überall erklären. Dass jetzt jeder zumindest einmal von ALS gehört habe, erleichtere ALS-Patienten das Leben deutlich.

Die ICE Bucket Challenge als Vorbild

Der große Erfolg der ICE Bucket Challenge hat auch unterschiedliche Hilfsorganisationen begeistert. Als konsequente Schlussfolgerung haben sie sich die Sytematik der ICE-Bucket-Challenge zu eigen gemacht und ähnliche Aktionen ins Leben gerufen.

Die Rubble Bucket Challenge machte so auf das Leben der Menschen im Gaza-Streifen aufmerksam.

Bei der Movember-Aktion ließen sich Männer Schnurrbärte wachsen. Auf diese Weise konnten 170.000 Euro für den Kampf gegen Prostata- und Hodenkrebs gesammelt werden.

Monetär nicht ganz so erfolgreich war die Lemon Face Challenge der Welthungerhilfe,  doch durch die prominente Unterstützung der Youtube-Stars Y-Titty wurde auch dieses Thema durchaus verbreitet und gewann somit an Aufmerksamkeit.

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