Blogger ABC: Kostenloses Blog-Hosting oder eigener Webspace?

Jeder Blog braucht seine Heimat im World Wide Web. Bei jedem Neuanfang stellt sich die gleiche Frage: Ein kostenloses Blog-Hosting Angebot nutzen oder doch einen eigenen Webspace?

BlogDa es sich um eine grundlegende Frage handelt, widme ich dem Thema einen eigenen Beitrag und möchte einige Vor- und Nachteile beleuchten. Der Artikel richtet sich mehr an private und semi-professionelle Blogger, da ich davon ausgehe, dass Corporate Blogs über eine eigene Domain und auf dem eigenen Webspace installiert sind. Somit stellt sich hier zumeist die angesprochene Fragestellung gar nicht erst.

Kostenlose Blog-Hosting Angebote

Zunächst eine kleine Übersicht an Angeboten, wobei ich hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Es sollen mehr die aus meiner Sicht, in Deutschland, bekanntesten Dienste genannt werden:

In jüngster Zeit populär geworden sind:

Vor- und Nachteile der beiden Hosting Varianten

Robert Weller hat unter toushenne.de eine schöne Infografik zu Vor- und Nachteilen der beiden Hosting Varianten veröffentlicht:

Peer Wandiger fasst es so zusammen:

Blog-Hosting-Services eignen sich für … Blogger, die schnell loslegen wollen, sich nicht mit technischen Dingen beschäftigen wollen und die mehr aus Spaß und weniger aus professionellen Überlegungen Bloggen wollen, für die eigenen sich BlogHoster auf jeden Fall. Die Nachteile dieser Service sollte man zwar nicht ignorieren, aber für viele spielen die dort genannten Punkte auch nur eine untergeordnete Rolle.

Selbst gehostete Blogs eignen sich für … Blogger, die professionell an das Bloggen heran gehen wollen und alle Freiheiten haben möchten. Wer sich einen sehr individuellen Blog erstellen möchte, alle Einnahmequellen einsetzen will und die volle Kontrolle haben will, der sollte seinen Blog selber auf dem eigenen Hosting-Paket installieren. Ein wenig technisches Verständnis ist aber Voraussetzung dafür.

Den richtigen Webhosting Anbieter finden

Entscheidet man sich einen eigenen Webspace bei einem Hoster zu nutzen, empfiehlt es sich einen Anbieter zu wählen, der die sog. 1-Klick Installation anbietet. Damit können auch technische Laien, quasi voll automatisch, die Installation des gewünschten CMS Systems durchführen. Eine schöne Übersicht, welche Hoster hier die verschiedene Lösungen anbieten, habe ich bei Webhostingvergleich.eu gefunden:

 
Webhoster
kostenlos verfügbare 1-Klick-Installation Software
One.com WordPress
Strato Typo 3, Joomla!, Drupal, WordPress, Serendipity, Prestashop, Gambio, Gallery, Coppermine, phpBB, MGB OpenSource Guestbook, MediaWiki, Schoolix, Piwik, SugarCRM
1und1 WordPress, Drupal, Joomal!
All-Inkl Typo3, Contao, Joomla, phpFusion, Drupal, Websitebaker, Concrete, WordPress, phpBB3, Gallery3, eCommerce-Shop, MediaWiki, Mantis, Piwik, ownCloud, GroupOffice
contabo WordPress, B2Evolution, phpBB3, YaBB, Geeklog, Mambo, PostNuke, Xoops, phpWiki, OSCommerce, Agora Cart, ClickCartPro, Coppermine
domainfactory Coppermine, Gallery3, Serendipity, WordPress, Joomla!, Redaxo, Typo3, phpBB3, vanilla, xmb, OXID Shop, DokuWiki
1blu WordPress, Serendipity, Joomal!, Typo3, Coppermine, openEngine, phpMyFAQ, Gallery3, Advanced Guestbook
HostEurope Joomla, Typo3, WordPress, phpBB, Drupal, DokuWiki, MySQL Dumper, PHProjekt
AlfaHosting n.a
Greatnet mehr als 80 Anwendungen ua. WordPress, Joomal!, Drupal Typo3, phpBB, Coppermine

Der Münchner Thomas Hönscheid bietet auch einen schönen Webhostingvergleich für Deutschland, Österreich und die Schweiz an. Es werden die wichtigsten Kriterien, wie Webspace, monatliche Kosten und Inklusivdomains angezeigt und die Hoster lassen sich über entsprechende Filter schnell sortieren.

Über mehrere Jahre habe ich als Onlineshop Betreiber all-inkl genutzt und habe damit recht gute Erfahrungen gemacht. Dieses Blog liegt aktuell bei domainfactory, im Tarif MyHome Plus. Nach einigen Serverproblemen wurde ein interner Umzug auf einen anderen angeboten und durchgeführt. Am Sonntag gab es wieder eine kurze Downtime. Mögliche Alternative wäre nun ein Upgrade auf ManagedHosting Pro. Allgemein gilt es zu beachten, dass die Einstiegspakete natürlich nur über eine begrenzte Performance verfügen. Sobald die Besucherzahlen im Blog steigen oder man viele größere Datenpakete verwendet, weil man z.B. hochwertige Fotografien anzeigt oder Downloads anbietet, sollte man überlegen auch entsprechend die Serverleistung anzupassen.

Fazit

Wie ich bereits hier und hier geschrieben habe, empfehle ich die Nutzung eines eigenen Webspace. Getreu dem Motto:

„Mach es gleich ganz oder lass es ganz sein“

sollte man von vornherein eine skalierbare und auf Wachstum ausgerichtete technische Grundlage für seinen Blog legen.

Ende 2012 habe ich, zu Beginn meines Blogger-Lebens, mit drei Blogs begonnen. Diesem hier und zwei auf Blogger.com. Recht schnell habe ich mich jedoch entschieden die anderen beiden einzustellen und nur noch diesen hier fortzuführen. Nicht nur, weil ich der Meinung bin, dass WordPress als zugrunde liegendes CMS System eine professionellere Handhabung ermöglicht. Sondern auch, weil ich nicht mehr dem Goodwill von Google, als Anbieter von Blogger.com, ausgeliefert sein wollte. Dies ist nämlich meiner Meinung nach der entscheidende Nachteil von kostenlosen Hostingangeboten: Der jeweilige Betreiber entscheidet über Neuerungen oder Einstellung der Entwicklung. Er legt fest welche Features er für wichtig erachtet. Auf dem eigenen Webspace ist man sein eigener Herr!

Wie habt ihr für euch die Entscheidung getroffen? Was sind eure Erfahrungen? Habe ich noch einen wichtigen kostenlosen Hostinganbieter vergessen?

Letzte Änderung: 08:55:26 – 2017-04-26

Themen:

6 Kommentare