YouTube Stars: Wer sie sind und was sie so besonders macht

Ihre Online Videos werden millionenfach angesehen und abgerufen und sie haben mehr Abonnenten als mancher TV Sender: YouTube Stars. Es gibt sie nicht nicht nur über dem großen Teich, sondern auch in Deutschland immer öfter. Wer sind sie eigentlich? Was zeichnet sie aus und wie viel Gel verdienen sie?

„Man wird die Sender schlicht nicht mehr brauchen, weil alle relevanten Inhalte auf YouTube zu sehen sein werden“,

sagt auch Lars Hinrichs, einer der erfolgreichsten deutschen Internetunternehmer, der unter anderem das Karrierenetzwerk Xing gegründet hat und Vater zweier Kinder ist.

Die wichtigsten deutschen YouTube Stars

  • Gronkh – knapp 3 Millionen Abonnenten. Genre: Games. Seit 2006. Anderen Leuten beim Computerspielen zusehen soll unterhaltsam sein? Offensichtlich schon. Sonst könnte man sich den großen Erfolg von Gronkh nicht erklären. Er ist der erfolgreichste „Let’s Player“ (Computerspieler, die kommentierte Videos ihrer Spiele hochladen).
  • HerrTutorial Sami Slimani. 855.000 Abonnenten. Seit 2009. Genre: Tipps und Tricks zu allem und jedem.
  • Y-Titty. Knapp 3 Millionen Abonnenten. Genre: Comedy.
  • Ebrus Beautylounge. Genre: Beauty und Schmink Tipps. Seit 2008. 250.000 Abonnenten.
  • Maren Merkel ist mit Beauty Peachiii ebenfalls sehr erfolgreich mit Schmink- und Stylingtipps. 323.000 Abonnenten. Seit September 2009.
  • Mit xkarenina kommt auch der dritte Beauty Channel auf knapp 300.000 Abonnenten.
  • Im Gegensatz zu den Frauen setzt flyinguwe auf Fitness, Kung-Fu Action und Short-Movies. 350.000 Abonnenten danken es ihm. Er verdient sein Geld auch mit Modeling (u.a. McFit, Bruno Banani, Jolie, FHM) und im Fernsehen.
  • Christoph Krachten ist Clixoom. Abonnenten: 300.000. Genre: Promi Interviews, Science & Fiction.
    Groß und bekannt wurde sein Kanal jedoch mit Promi-Interviews, von denen er hunderte geführt hat. Heute erklärt er Naturphänomene und wissenschaftliche Fragen. Seine Fans haben den Image- und Themen-Wechsel erstaunlich positiv aufgenommen, seine Abonnentenzahlen wachsen weiter kontinuierlich und auch die Aufrufe seiner Videos nehmen zu.
  • Mobilegeeks.de. 110.000 Abonnenten. Sascha Pallenberg, der Gründer von Mobilegeeks, soll mit seinen kurzen Produktvorstellungen von Notebooks und Handys etwa 20.000 Euro im Monat verdient haben.
  • DieAussenseiter. 1,74 Millionen Abonnenten. Seit Dezember 2008.
  • coldmirror alias Kathrin Fricke ist durch ihre Nachsynchronisation der Harry-Potter-Filme bekannt geworden. Inzwischen hat sie eine TV-Sendung auf Einsfestival. 570.000 Abonnenten.
  • Torge stellt als freshhaltefolie selbstproduzierte Comedy-Videos ins Netz. Genre: Comedy. 1,1 Millionen Fans. Seit September 2009. Seine Fans lieben ihn für seinen schrägen norddeutschen Humor. Im wahren Leben ist er übrigens ganz bodenständig. Torge ist nämlich Sozialarbeiter an einer Schule.
  • Albert Martin Bruhn alias albertoson hat auf YouTube aktuell mehr als 425.000 Abonnenten. Er bezeichnet sich selbst als Musiker, Beatboxer und Entertainer.
  • MichaelSchulte. Selbstverständlich dürfen hier nicht die Musiker fehlen, die über YouTube bekannt wurden. 153.000 Abonnenten.
  • Manch YouTube Star ist so erfolgreich, dass er mittlerweile einen zweiten Kanal aufgemacht hat. So etwa Simon Desue, der seinen HalfCastGermany Kanal mittlerweile um HalfCastGermany2 erweitert hat. Immerhin hat HalfCastGermany 1,1 Millionen Abonnenten und das zweite Projekt nähert sich der Marke von 290.000.

Quelle:

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wenn es wichtige persönliche Favoriten gibt, können diese gerne in den Kommentaren ergänzt werden.

Finanzielle Einnahmen der YouTube Stars

Y-Titty Album Cover. Quelle: Universal Music

Y-Titty Album Cover. Quelle: Universal Music

Zu den finanziellen Einnahmen der YouTuber zitiere ich einen Artikel der Zeit, der über den Erfolg von Y-Titty berichtet:

Welchen Anteil der Erlöse die Stars bekommen, weiß offiziell niemand – YouTube lässt sich das Schweigen vertraglich zusichern. Insidern zufolge, sollen sie im Schnitt rund 1,50 Euro pro 1.000 Klicks bekommen. Stimmt das, hätte allein Y-Titty bisher rund 850.000 Euro eingenommen. Die deutsche YouTube-Vertreterin Mounira Latrache sagt nur so viel: „Tausende YouTuber weltweit verdienen mittlerweile sechsstellige Beträge im Jahr.“ Ein Dementi hört sich anders an.

Die Zahlen belegen, dass die Konzerne mit ihrer Reklame den Zuschauern folgen. Online-Videowerbung wuchs allein im vergangenen Jahr (2012) um 23 Prozent auf 240,2 Millionen Euro. In diesem Jahr soll sie auf etwa 280 Millionen Euro und im Jahr 2017 auf 500 Millionen Euro steigen.

Dennoch gelingt es wohl nur ganz wenigen das große Geld zu machen. Mediakraft-Sprecher Moritz Meyer, der größte Internet-TV-Sender hierzulande, gibt an: „Damit es sich finanziell lohnt, muss man schon in den Bereich von 100.000 Abonnenten kommen.“ Brand Eins beschreibt ausführlich wie über die Zusammenarbeit in Netzwerken YouTube Kanäle gepusht werden können.

Was Unternehmen von YouTube Stars lernen können

So erfolgreich diese YouTube Stars auch sein mögen, von Unternehmen lassen sich deren Konzepte und Ideen nur selten kopieren und übernehmen. Sind doch Stil und Vorgehensweise für eine Unternehmenskommunikation selten geeignet. So setzen die meisten Marketeers eher darauf durch geschickt Product Placement ihre Ware an den Mann, respektive die Frau zu bringen.

Dennoch gibt es einige grundlegende Erfahrungen und Learnings:

  1. Sprechen Sie Ihre Zielgruppe an und bitten Sie um Fragen und Feedback. Natürlich muss auf diese eingegangen werden und das Format kontinuierlich ausgebaut werden.
  2. Offene und nahbare Kommunikation. Die meisten YouTuber zeichnen sich (wenn auch geplante) private und persönliche Einblicke und Meinungen aus. Bei aller zunehmenden Professionalität zählt das echte und unverfälschte. Geben Sie Ihren (potentiellen) Kunden einen Blick hinter die Kulissen. Treten Sie nicht zu perfekt und durchorganisiert auf. Geben Sie Mitarbeitern und Ihrem Unternehmen ein Gesicht.
  3. Daran schließen sich die positiven Effekte und Möglichkeiten von Interviews an. Auch diese geben eine persönliche Note wieder. Falls Sie Zugriffe auf bekannte Persönlichkeiten haben, können diese einen zusätzlichen Schub für den eigenen Kanal geben.
  4. Rhythmus und Regelmäßigkeit. Erscheinen die Videos nur auf YouTube mag ein fester Rhythmus nicht so entscheidend sein, wie wenn Sie die Filme auch auf dem Corporate Blog verwenden. Jedoch sollten in bestimmtem Abstand neue Folgen erscheinen, um eine Leserschaft und Abonnenten aufzubauen.
  5. Hieran schließt die Prämisse der nötigen Ausdauer an. Natürlich gibt es immer wieder den Fall, dass ein, zwei Videos extrem bekannt werden. Das ist aber nicht die Regel. Mobilegeeks z.B. hat über die Jahre 4000 Videos produziert. Wie in anderen medialen Bereichen auch, gilt es einen eigenen Stil zu entwickeln und das richtige Format für die Videokommunikation zu finden.
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