TEDxCERN: Adapt – Annahmen und Wissensbasis

Das Live-Event TEDxCERN war in drei Sessions aufgeteilt. Adapt, Change, Create. Dieser Beitrag beschreibt die Session Adapt – Annahmen und aktuelle Wissensbasis. Wissenschaftliche Grundlagenforschung stand hier im Vordergrund…

Ein wenig Input aus dem ersten Sessionblock, der übrigens, wie alle anderen auch, hoffentlich demnächst auf der TEDxCERN-Page aufgezeichnet nachgesehen werden kann.

Der philosophische Wert der Wissenschaft

Den Einstieg machte Robert Crease, der philosophisch den Wert der Wissenschaft für unsere Gesellschaft analysierte – und natürlich nicht an Zitaten sparte. „Ignore or not ignore“ beispielsweise von G.W. Bush zum Iran – das er unter anderem zur Diskussion nutzte, ob der Vorteil für einzelne oder für ein Land gewisse Aktionen rechtfertigt. Sein Vortrag zeigte, wie sich die Dynamik der Wissenschaft und Forschung mit den politischen Entwicklungen in Bezug setzen lassen und welche Risiken das unter anderem auch birgt. Darum brauchen wir sowohl Vertrauen und Sicherheit, als auch Zeit und Methoden, um ebendieses zu prüfen und hinterfragen.

Über die Unsicherheit bei Klima Prognosen

Klimawandel zu verstehen, das ist Tamsin Edwards Leidenschaft. Die sie uns erst einmal mit der Aussage: „Alle Klimawandel-Modelle sind falsch.“ deutlich nahebringt.

But a model can never be perfect: it is by definition a simplified representation of reality. There’s a great saying by this statistician George Box, who sadly died last year: “All models are wrong, but some are useful”.

In ihrer Forschung geht es darum, die vereinfachten Modelle verständlicher zu machen und durch langfristige Beobachtungen vielleicht doch eine Chance auf realistischere Vorhersagen zu haben. Dabei ist es auch ihr Anliegen, die Entwicklung von einer Klima-Debatte hin zu einer Konversation zu unterstützen, indem sich auch mehr und mehr forschende Frauen daran beteiligen. Als junge Forscherin ist sie natürlich im Internet aktiv und hat nicht nur einen Twitterliste sondern auch den Appell, weitere Klimaforscher an sie weiterzureichen, als Essenz ihres Vortrags da gelassen.

Gewinnung von Trinkwasser

Marcia Barbosa sprudelte nur so vor Wissen über Wasser und konnte uns mit brasilianischer Leichtigkeit erklären, warum Wassermoleküle gar nicht so einfach sind, wie wir immer denken. denn sie reagieren individuell. Was auf der anderen Seite durchaus auch ein Vorteil ist: Denn nur rund 1 Prozent unseres Wassers ist als Trinkwasser verfügbar – zu wenig für bald 10 Milliarden Menschen. Darum hat sie aus dem vorhandenen Wissen über die Abnormalitäten des Wassers eine herausgepickt, die helfen kann, Salzwasser kostengünstig und schnell in Trinkwasser zu wandeln – und dabei die Beschleunigungsfähigkeit des Wassers unter Druck nutzt. Noch ist es nicht einfach umsetzbar, aber die Basis ist vorhanden.

Genforschung in der Landwirtschaft

Nichts für Genforschungsverweigerer war Nina Fedoroffs Vortrag, der die Änderung der Anbaumethoden für pflanzliche Nahrungsprodukte in den Vordergrund schob (neben einer Reduzierung des Fleischkonsums). Dass es dabei durchaus auch andere Faktoren, neben einer biologischen Schädlingsbekämpfung direkt in/an den Pflanzen, gibt, hat sie berücksichtigt. Spannend war die Übersicht der Zusammenhänge von Lebensmittelpreisentwicklungen und weltweiten Krisengebiete, was durchaus auch zu einem anderen Vortragsthema hätte führen können.

Abschließend gab es eine musikalische Annäherung an das Thema „Bestehendes variieren“ durch Nitin Sawhney, einem Musiker, der unter anderem für das London Symphonie Orchester oder auch über 60 Filmmusiken komponiert hat.

Morgen Nachmittag geht es weiter mit dem Beitrag: TEDxCERN: Change – den technischen Wandel vorantreiben.

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