Solar Kollektoren und bionische Knie Bandagen in der US Armee gefragt

Moderne Technologien können sowohl im zivilen Sektor, als auch im militärischen gleichermaßen eingesetzt werden. Zuletzt haben wir von der Übernahme Boston Dynamics durch Google berichtet. Google wird wohl weit mehr der kommerzielle Einsatz, als der für das US Militär interessieren – wenn gleich auch Rüstungsprojekte durchaus profitabel sein können. Neben der weiteren Forschung an unbemannten Kriegsgeräten, wie Drohnen und Robotern, hat die moderne Technik, insbesondere Kommunikationstechnologien, Einzug in die Kriegsführung gehalten.

Während die deutsche Bundeswehr schon seit längerem das Gladius System am erproben ist, geht die US Army mit dem Talos noch einen Schritt weiter.

Talos Kampfanzug der US Armee erinnert an Iron Man

Der „Talos“-Anzug soll seinen Träger vor Kugeln schützen und ihm übermenschliche Kräfte verleihen. Es handelt sich um einen Kampfanzug, der sich zur stählernen Rüstung verwandeln kann, um seinen Träger vor feindlichem Beschuss zu schützen.

Wie der Spiegel berichtet, hat das für Spezialeinsätze zuständige Special Operations Command (Socom) in einer Ausschreibung dazu aufgerufen, Ideen für das „Talos“-Projekt einzureichen. Das Ziel ist die Konstruktion eines Exoskeletts, das dem Soldaten das Tragen schwerer Ausrüstung erlaubt, ihn mit elektronischen Helfern ausstattet, Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Temperatur und Flüssigkeitsversorgung überwacht und ihn obendrein vor feindlichen Kugeln schützt.

Letzteres soll durch eine „flüssige Panzerung“ erreicht werden, die ein wenig an den Actionfilm „Terminator 2“ erinnert: Eine spezielle Flüssigkeit in dem Anzug soll sich binnen Millisekunden verfestigen, indem man ein Magnetfeld oder eine elektrische Spannung anlegt. Nach Angaben der US-Armee arbeiten Forscher des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) an diesem Teil des Projekts.

Gareth McKinley, ein Professor am MIT, sagt, dass der Anzug an den von Sigourney Weaver in der Science Fiction Reihe Alien erinnern würde.

„Es ist eine fortschrittliche Rüstung“, sagte Karl Borjes vom Research, Development and Engineering Command der US-Armee. Sie enthalte außerdem Kommunikationsgeräte und Sensoren, die ein wenig an Iron Man erinnern. So soll die Körpertemperatur, die Herzfrequenz und der Wasserhaushalt gemessen werden.

Und: Schon im Sommer 2014 soll ein erster Prototyp vorgestellt werden.

zunehmendes Gewicht der Ausrüstung Hauptproblem für Soldaten

Derzeit haben die Soldaten aber vor allem mit dem zunehmenden Gewicht der modernen Ausrüstung zu kämpfen. Die Grundausrüstung, wie Wasser, Verpflegung, Munition erzeugen bereits erhebliches Gewicht, das in der Konsequenz immer die Mobilität und Kampffähigkeit einschränkt. Hinzu kommen bereits jetzt reihenweise elektronische Geräte, wie Nachtsichtgerät oder Funkausrüstung. Bei einem amerikanischen Soldaten können das schnell 10-13 Pfund (ca. 4,5 – 6 kg) sein.

Zusätzlich besteht natürlich die Notwendigkeit, diese Batterien permanent aufzuladen – was weitere Soldaten in Gefahr bringt, die für den Austausch während dem Gefecht sorgen müssen. Um dieses Problem zu verringern möchte die US Army die Soldaten mit tragbaren Solarkollektoren und bionischen Knie Bandagen ausstatten, die die Sonnen- und kinetische Energie nutzbar machen sollen, um ihre Geräte wieder aufzuladen.

„If we can cut down on the need for batteries, we’re saving fuel costs with the convoys that have to deliver these items to the field,“ Chris Hurley, battery development team leader at the U.S. Army’s Communications-Electronics Research, Development and Engineering Center, told Mashable. „We’re also saving lives in that there’s a huge risk in bringing these convoys out to the fore field.“

Die Nutzung kinetischer Energie ist eine Möglichkeit. Wie Yad Garcha, von Bionic Power erklärt, sollen die Soldaten Kniebandagen tragen, die die gewonnene Energie erfassen können.

Das erste Produkt von Bionic Power, PowerWalk™ M-Series, wurde in Zusammenarbeit mit den kanadischen Streitkräften entwickelt. Das Patent zur Speicherung der bionisch generierten Energie wurde bereits 2008 vom TIME Magazin als eine der wichtigsten Erfindungen ausgezeichnet. Die Bandage ähnelt einer Kniebandage für Sportler und wiegt 750g pro Bein. Bei einer normalen Gehgeschwindigkeit erzeugt ein Nutzer im Schnitt 12 Watt Elektrizität. Somit kann innerhalb einer Marschstunde genügend Energie für 4 Smartphones erzielt werden. Die PowerWalk M-Series regelt dabei intelligent die Energieversorgung, die aufgrund der Laufgeschwindigkeit und des unterschiedlichen Terrains variiert.

Wie bereits angesprochen ist eine andere sinnvolle Ergänzung zu den Batterien die Verwendung von flexiblen Sollarkollektorn, die in die Uniform integriert sind und somit die Sonnenenergie nutzbar machen können. 

Barry Ives, director of advanced programs at wearable electronics company MC10, told Mashable his company is working with the military to design uniforms that would ideally generate an average of 18 watts of power per hour. That number would fluctuate even during the day, as soldiers are sometimes walking through shaded areas, but the panels would theoretically be a huge energy supplement.

Bevor die Soldaten diese Sollarkollektoren tatsächlich im Einsatz tragen, muss sicher gestellt werden, dass diese genau wie die aktuelle Uniform als Tarnung dienen kann, nicht die Sonne widerspiegelt und auch nicht die Wärmesignatur verändert und somit von feindlichen Truppen leichter entdeckt werden kann.

MC Screenshot Electrical Power Military Use

MC Screenshot Electrical Power Military Use

Natürlich wird auch auf der Softwareseite geforscht und eine App könnte zukünftig die Soldaten über den aktuellen Batteriestatus und den laufenden Verbrauch informieren.

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