SEO Trends 2018: datengetriebener Content, Mobile First, Voice Search

Am letzten Mittwoch war ich am Nachmittag beim Tag der offenen Tür, bei der Online Solutions Group – kurz OSG. Es ging um Online Marketing und SEO Trends 2018. Die Director of SEO der OSG, Diana Karcz, ließ in ihrem Vortrag zu den aktuellen Entwicklungen ihr ganzes Herzblut spüren. Drei der aus meiner Sicht wichtigsten Punkte möchte ich in diesem Beitrag herausgreifen.

SEO Trend #1: Datengetriebener Content

In Zeiten von immer professionelleren Webseiten und größerer Konkurrenz, um die relevanten Keywords, braucht der Erfolg schon etwas mehr, als einfach einen gut geschriebenen Text. „Datengetrieben“ habe ich deshalb als Headline gewählt, weil es das strategische Vorgehen herausstellen soll, dass vor dem Schreiben eines Textes eine ausführliche Datenanalyse erforderlich ist.

  • Welche Keywords sind für meine Zielgruppe relevant?
  • Welche Keywords passen zu den übergeordneten Zielen meiner Marketingstrategie und den Inhalten, die ich mit meinem Unternehmen besetzen möchte?
  • Mit welchen Keywords arbeiten die Wettbewerber? Damit sind nicht zwingend die „Wettbewerber“ in meinem Geschäftsumfeld gemeint, sondern vielmehr die Webseiten, die mit mir in der Suchmaschine im Wettbewerb stehen.
    Somit ist eine Wettbewerbsanalyse erforderlich, bezogen auf die Keywords, für die ich ranken möchte.
  • Wie lange ist der Content der Top 3 bis 10 Webseiten für mein Ziel-Keyword?
  • Wie ist der Content aufgebaut, bzw. welchen Content setzen die Wettbewerber ein? Sprich Ratgeberartikel, Interviews, How To´s, etc..
  • Welchen Mehrwert kann ich mit dem Artikel meinen Lesern bieten?

Ein paar Anmerkungen zu der Länge für einen guten Blogpost. Die Diskussion ist ja nun keine neue. Gerade am Freitag bin ich bei Flipboard auf einen Beitrag von Daniela Sprung gestossen, aus dem Jahr 2015, mit dem Titel: Vom Mythos der 1.000 Wörter für gute Blogposts.

Die Frage ist also: Muss ich immer 1.000 + X Wörter schreiben, damit mein Beitrag gut ranked?

Hier fand ich die Aussage von Diana Karcz sehr hilfreich, die meinte: „Die Länge richtet sich nach Wettbewerb und User!“ Also: wenn die Wettbewerber mit 150 Wörtern gut ranken, dann reichen mir 200 Wörter. Wenn sie mit 400 Wörtern gut ranken, dann lege ich noch 10 bis 15 % Prozent drauf. Wenn es sich um sehr contentlastige Themen handelt, dann, ja dann, ist es erforderlich richtig Gas zu geben und auch mal 1.000 bis 1.500 Wörter rauszuhauen. Hier reden wir sehr wahrscheinlich von sogenanntem „Evergreen Content“. Sprich Inhalten, die zumeist nicht News-getrieben sind, sondern für einen längeren Zeitraum gelten und Relevanz haben.

Anmerkung von meiner Seite: Bei diesen kann ich auch nach einiger Zeit nochmals drübergehen und sie ggf. aktualisieren, um sie wieder dem aktuellen Stand anzugleichen.

Es versteht sich von selbst, dass ich meinen Content mit Hilfe verschiedener Formate aufbauen kann. Dies können Ratgebertexte, Blogartikel, Interviews, FAQ´s, uvm. sein.

Diana Karcz (Director SEO). Quelle: Online Solutions Group (OSG)

Diana Karcz (Director SEO). Quelle: Online Solutions Group (OSG)

SEO Trend #2: Mobile First unerlässlich

„Mobile First“ ist ja an und für sich schon ein ziemlich ausgelutschtes Buzzword. Mit seiner Ankündigung, dass Google, ab Januar, die Pagespeed als Rankingfaktor für mobile Suchen betrachtet, dürften aber wohl bei dem letzten die Alarmglocken geschrillt haben. Im Klartext also: Wenn die eigene Webseite mobil zu langsam ist, verliert sie im Ranking und rutscht gegenüber ihren Wettbewerbern bei den Suchergebnissen weiter nach hinten.

Was ist zu langsam?

Eine Seite mit über 3 Sekunden Ladezeit!

Welche Vorteile bringt eine schnelle Seite noch?

Sie wird häufiger vom Google-Bot gecrawlt.

Im übrigen: Wenn die User mit der mobilen Zielseite nicht zufrieden sind und es zu hohen Absprungraten kommt, sorgt dies für weitere negative Effekte.

Google liefert, wie in vielen Fällen, gleich ein Tool mit dem man die mobile Pagespeed messen kann. Sowie dort auch Angaben erhält, was man zur Pagespeed Optimierung tun kann.

Google Test My Site

Im ersten Schritt wird die eigene Seite mobil abgerufen. Dies mit einer simulierten Geschwindigkeit, wie von einem 3G / 4G Smartphone. Was noch über Jahre die vorherrschende Geschwindigkeit in der großen Breite sein wird.

Eine Anzeige der ermittelten Ladegeschwindigkeit gibt einen Indikator der eigenen Ladezeit im Vergleich mit üblichen Werten aus der gleichen thematischen Gruppe von Webseiten.

Im dritten Abschnitt schlägt Google dann Tipps vor, wie die Seitengeschwindigkeit verbessert werden kann.

SEO Trend #3: Voice Search

Wenn man in München mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, finde ich es immer wieder amüsant zu beobachten, wie die Generation XYZ mit ihren übergroßen Samsung + oder iPhone + Smartphones unterwegs ist und sich den Riesendisplay vor den Mund hält, um mit dem mobilen Device zu reden. Dabei wird oft nicht telefoniert, sondern per Voice Search mit Siri oder anderen Sprachassistenten kommuniziert. Meine kleine 2,5 Jahre alte Tochter steht manchmal schon vor einem unserer Amazon Echo Devices und versucht „Alexa“ zu aktivieren.

Über kurz oder lang werden wir uns also in eine Welt bewegen, wo man nicht mehr auf dem Display etwas eingibt, sondern per Sprachbefehl interagiert.  Neue Zahlen zeigen, dass bis 2020 50 % aller Suchanfragen wahrscheinlich sprachbasiert erfolgen werden. Wie beschrieben, sind die Teenager hier die Treiber, für die diese Interaktion immer mehr essentiell wird.

Trotzdem sind mit Stand von heute die Anwendungsmöglichkeiten, Use Cases wie man so schön neudeutsch sagt, noch beschränkt. Ganz vorne stehen beim Verwendungszweck:

  • Informationen von Suchmaschinen abrufen
  • An meine persönlichen Termine erinnert werden
  • Wettervorhersage abrufen
  • Musiktitel abspielen

Ziemlich genau das, kann ich auch von der Nutzung meiner 3 Amazon Echo Geräte sagen, die ich seit einem guten Jahr zu Hause habe.

Doch warum ist das nun ein SEO Trend?

Na klar, weil es irgendwann immer weniger darum geht, in den getippten Suchen gefunden zu werden, sondern bei der Sprachausgabe angegeben zu werden.

Neben strukturierten Daten (schema.org), die Google helfen zu erkennen, worum es auf der Seite geht und sog. Voice Snippets, ist folgender Tipp von John Müller (Google) am hilfreichsten:

Consider How Your Content Sounds Out Loud … …that’s not possible if you have a question and the answer is a big thing or a table or a list of links. That’s not something that really works with voice… (via Search Engine Journal)

Gerade in der deutschen Sprache gibt es große Unterschiede zwischen dem geschriebenen Wort und dem gesprochenen Wort. Wir schreiben oft auf eine Art und Weise, wie man es in der mündlichen Kommunikation nie machen würde. Hier haben wir sozusagen einen Nachteil gegenüber dem anglo-amerikanischen Sprachraum. Wie Google also anmerkt ist ein Umdenken erforderlich: Die Texte und Inhalte müssen geschrieben sein, dass sie auch in der gesprochenen Wiedergabe leicht und gut verständlich sind. In einem solchen Zeitalter machen eben lange Tabellen oder Linklisten wenig Sinn.

Wie schon beim Thema Content geht es also vermehrt darum sich auf die Beantwortung von W-Fragen zu konzentrieren, die für den Nutzer wichtige Themen beantworten.

  • Welches konkrete Problem löst dieser Artikel?
  • Warum sollte ich den Artikel lösen?
  • Was bietet mir das Unternehmen für eine Lösung an?

In den überarbeiteten Google Webmaster Guidelines heißt es folgerichtig:

Je nützlicher ihre Inhalte sind, desto höher sind die Chancen, dass jemand auf ihre Seite verlinkt.

Mein Fazit:

Wie hat es Diana Karcz so schön gesagt: „Eigentlich gibt es nicht sehr viel Neues, man muss sich nur mehr anstrengen und noch professioneller arbeiten.“ Die einfachen und schnellen Erfolge liegen nicht mehr einfach so auf der Straße, sondern erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung erfordert ein gutes Zusammenspiel aus verschiedenen Bereichen, wie Technik, datengestützte Analysen und Erfolgsmessungen, Content für die Leser mit deutlichem Mehrwert und gleichzeitig strukturierte Daten, die von Google ausgelesen werden können.

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