Heuschrecken kommen: US Navy testet Schwarm Drohnen

Hinter dem mehrdeutigen Kürzel LOCUST (Low Coast Uav Swarm Technology), das Wort bedeutet im englischen Heuschrecken, verbirgt sich ein neues Projekt der US Navy: Ein Drohnen System, das auf Schwarm Technologie basiert.

Zu Beginn des letzten Jahres hatte ich über eine Studie des israelischen Militärs berichtet, die zu folgenden 3 Kernergebnissen für die zukünftige Kriegsführung gekommen ist:

  • praktisch jede militärische Operation kann in Zukunft mit unbemanntem Kriegsgerät geplant werden
  • die meisten Kriegsszenarien können durch unbemanntes Gerät ausgeführt werden
  • unbemannte Waffen werden in Schwärmen agieren

LOCUST: Schwarmintelligenz bei Drohnen

Die Studie bezog sich auf einen Zeitraum bis 2035. Das US Militär zeigt bereits heute erste Ansätze von autonomen Robotern die via Schwarmintelligenz miteinander interagieren, wie man in diesem Video von CNN sehen kann:

The U.S. Navy is developing small, inexpensive drones that operate in „swarms“ after being deployed.

Nachdem eine Abschussvorrichtung mehrere Drohnen, LOCUST kann bis zu 30, gleichzeitig abgefeuert hat, können diese miteinander interagieren, Informationen austauschen und gemeinsam Ziele angreifen. Die Zielsetzung ist ein noch genaueres Targeting zur Vermeidung von Kollateralschäden. Das Waffensystem kann gleichermaßen zu Angriffs- wie Verteidigungszwecken verwendet werden. Da das System nur wenig Platz benötigt und die Drohnen höchst effektiv sind, sollen in den nächsten Jahren Schiffe, Fahrzeuge und auch Flugzeuge damit ausgerüstet werden.

Die Drohnen, mit der Bezeichnung Coyote, können über einen Standard Sonar Bojen Starter abgeschossen werden. Ihre Flügel breiten sich nach dem Verlassen des Rohres aus, angetrieben werden die Drohnen von einem kleinen Propeller. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von 85 Meilen und haben eine Reichweite von 20 Meilen. Die einzelnen Drohnen sind recht preisgünstig – für den Preis eines normalen Kampfjets lassen sich hunderte von ihnen erwerben.

Die Coyote Drohnen werden von Sensintel, Arizona, hergestellt. Das Unternehmen wurde kürzlich von Raytheon übernommen, einem der größten amerikanischen Rüstungskonzerne. Raytheon machte 2013 24 Milliarden US Dollar Umsatz und beschäftigt weltweit 63.000 Mitarbeiter.

Verantwortlich für die Entwicklung der Heuschrecken ist das US Office of Naval Research (ONR). Im nächsten Jahr möchte die Navy das Heuschrecken System erstmal der Öffentlichkeit vorführen.

Auch Schnellbote agieren im Schwarm

Der Einsatz von Schwarmintelligenz bei Drohnen ist nicht das erste und einzige Projekt dieser Art. Bereits im letzten Jahr, August 2014, zeigte die Navy auf dem James River, in Virginia, unbemannte Schnellbote, die ein größeres Schiff beschützt haben.

Lee Mastroianni, verantwortlich für das LOCUST Programm beschreibt gegenüber Defense One die hohe Komplexität der Schwarm Interaktion:

“In 3-D space you’re doing maneuvers, so that’s very complex. The other part of it is the ability to disaggregate and re-aggregate components,” he said. That means telling the drones “I need three of you to break off and go kill something or do some [intelligence, surveillance and reconnaissance, or ISR,] come back and reform,” said Mastroianni. “It’s very, very dynamic.”

The challenge also represents an ambitious goal for shrinking onboard processing capabilities. “I can’t put a mainframe computer on there. It’s a case of needing very efficient processing,” he said.

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