Google Werbeeinnahmen offenbaren Krise der Print Industrie

Der heutige Dienstag, der 13. November 2012, scheint für die Einen ein „schwarzer“ Tag zu sein, während er für die Anderen einmal mehr deren unumschränkte Marktbeherrschung untermauert. Im Medienbereich liegen Licht und Schatten einmal mehr dicht zusammen.

Wie der Online Dienst Meedia.de heute berichtet, haben das Magazin Prinz und die Frankfurter Rundschau zeitgleich das Ende ihrer Printausgaben verkündet.

Die Statistikseite Statista hat neue Zahlen zu Google´s Werbeeinnahmen veröffentlicht:

Im ersten Halbjahr 2012 haben erstmals alle Zeitungen und Magazine in den USA zusammen weniger mit Werbung verdient als Google. Oder anders ausgedrückt: ein Unternehmen, das vor 14 Jahren gegründet wurde, erwirtschaftet mehr Geld mit Werbung als eine Branche, die es schon seit über hundert Jahren gibt. Natürlich ist dieser Vergleich eines global agierenden Konzerns mit einem nationalen Markt weder fair noch wissenschaftlich, aber er zeigt doch exemplarisch wie sehr Printwerbung in den letzten Jahren an Bedeutung verloren hat.

Infografik: Google übertrifft Print in den USA | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Der heutige Tag, zeigt, dass nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland, weiter tiefgehende Veränderungen in der Medienbranche zu beobachten sind. Zum Einen scheint es so, dass immer wieder Unternehmen den technologischen Wandel verpassen und es ihnen dann nicht mehr gelingt den aktuellen Kundenbedürfnissen zu entsprechen. Zum Anderen ändern sich die Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung ihres bisherigen Geschäftsmodells so schnell, dass sie entweder zu spät erkennen, dass dieses nicht mehr profitabel ist oder sie es nicht entsprechend auf die neue Marksituation anpassen können. Ganz offensichtlich haben hier die Medien an zwei Fronten zu kämpfen: Sie müssen nach wie vor interessante Inhalte liefern, um eine breite Leserschaft zu erreichen. Gleichzeitig kann nur eine ausreichende kritische Masse an Lesern Interesse von Werbekunden wecken.

Manche Print Medien versuchen ihr Offline Geschäft ins Internet zu verlagern. Meedia.de schreibt hierzu: Gerade im Digitalen ist der Verdrängungswettbewerb gnadenlos: Wer hier für seine Angebote Geld verlangt, muss sich vom Gros der Gratisdienste spürbar abheben.

Es bleibt spannend, die weitere Entwicklung zu beobachten. Welche Trends seht ihr?

letztes Update: 11:05:03 – 2014-01-27

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