Gezielt nach Talenten fischen: Active Sourcing durch Talent Pools

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Die aktuellen demografischen Entwicklungen werden mittelfristig zu einem Fachkräftemangel führen. Um wettbewerbs- und innovationsfähig zu bleiben, sind Unternehmen daher gefordert, neue und effektivere Methoden der Personalrekrutierung und Personalbindung zu entwickeln. Was sich bei der Pflege von Kundenbeziehungen bewährt hat, ist ebenso beim Umgang mit potentiellen Bewerbern sinnvoll, nämlich Zielgruppen aktiv anzusprechen und mit geeigneten Maßnahmen an das Unternehmen zu binden. „Active Sourcing“ lautet die Devise – Talent Pools stellen eine vielversprechende Möglichkeit dar, um diese Strategie umzusetzen.

Was versteht man unter Talent Pools?

Talent Pools kann man sich als Sammelbecken für qualifizierte Kandidaten vorstellen, für die derzeit keine Stelle frei ist, die jedoch als zukünftige Mitarbeiter in Frage kommen.

„Talent Pools schaffen die Brücke zwischen dem Employer Branding und der Rekrutierung. Unternehmen bauen sich damit eine Pipeline aus Talenten auf, die noch nicht ‚reif‘ für eine Einstellung sind“, so der Talent-Pool-Experte Kaj Ossman.

Fischen Angeln Sourcing RecruitingUm den Talent Pool zu füllen, können verschiedene Wege eingeschlagen werden: Studenten und Praktikanten, aber auch abgewiesene Bewerber, für die es knapp nicht gereicht hat, kommen für derartige Datenbanken in Frage. Darüber hinaus können High Potentials durch Social Media-Auftritte, Fachmessen oder Workshops rekrutiert werden. Die Aufnahme von Kandidaten in den Talent Pool sollte jedoch nur der erste Schritt sein. Mindestens ebenso wichtig ist die kontinuierliche Beziehungspflege, um die Bindung zum Unternehmen aufrecht zu erhalten. Das kann etwa durch regelmäßige Newsletter, Chatrooms oder Einladungen zu Firmenevents erfolgen.

Die Vorteile von gezieltem Talent Sourcing

Die proaktive Kandidatensuche durch Talent Pools bringt für Unternehmen entscheidende Vorteile, wie etwa:

  • Eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis gegenüber der klassischen Schaltung von Stellenanzeigen
  • Kein Bedarf nach externen Dienstleistern wie Personalagenturen oder Headhunter
  • Höhere Qualität der Bewerber, Vermeiden unqualifizierter Bewerbungen
  • Eine bessere Ansprache passiv Jobsuchender
  • Einfachere Besetzung bei hoch spezialisierten Stellenprofilen

Insgesamt führt aktives Talent Sourcing zu einer Verbesserung vieler HR-spezifischer Kennzahlen (wie Time to Fill), und ist daher ein entscheidender Schritt in Richtung eines professionalisierten, strategischen Personalmanagements.

Talent Pools: IT-Unterstützung ist unverzichtbar

„Viele Unternehmen haben nicht die nötigen Tools, um einen externen Talent Pool aufzubauen – geschweige denn, um ihn über Jahre zu betreiben. Wer einen Talent Pool aufbaut, muss darauf achten, dass der Betrieb nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt – und dass der Talent Pool trotzdem geeignet ist, Beziehungen zu Talenten aufzubauen“, so Experte Kaj Ossman.

Das bedeutet in der Praxis: Ohne entsprechende IT-Tools wird es schwierig, Active Sourcing professionell umzusetzen. Mittlerweile sind vielversprechende Angebote an Talentmanagement-Software am Markt. Eine geeignete Software sollte mehrere Anforderungen erfüllen: Sie sollte es ermöglichen, Bewerberdaten ohne großen Verwaltungsaufwand zu sammeln und zu filtern. Im Idealfall erlaubt sie darüber hinaus eine rasche, zielgerichtete Kommunikation mit Kandidaten über entsprechende Vorlagen und gewährt Bewerbern attraktive Einblicke in das Unternehmen.

Talent Pools für Startups: Von den Großen lernen

Zahlreiche Global Player haben die Bedeutung neuer Personalstrategien längst erkannt. Doch auch Kleinunternehmen und Startups können im „War for Talents“ von Active Sourcing-Strategien profitieren. Denn gerade bei ihnen verschlingt die passive Mitarbeitersuche oft hohe zeitliche und finanzielle Ressourcen – bei zugleich unbefriedigenden Ergebnissen. Unbekannte Startups müssen potentielle Bewerber erst davon überzeugen, als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Durch eine personalisierte Ansprache und aktive, authentische Kommunikation gelingt das wesentlich besser als durch klassische Stellenanzeigen. Talent Pools könnten somit die Talentschmiede der Zukunft sein – für etablierte Unternehmen ebenso wie für Startups.

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