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Dienstag, 31. März 2020

Führen mit Vision

In einer Welt die aufgrund der technologischen Veränderungen einer permanenten Transformation unterworfen ist, brauchen Führungskräfte eines wichtiger denn je: eine Vision! Eine klare Vorstellung wohin sie das Unternehmen und dessen Mitarbeiter führen wollen.

Warum Visionen entscheidend sind

Führung braucht ein möglichst genaues Bild von der Zukunft. Dies ist Grundlage, um die nötigen Veränderungsprozesse zu erkennen und festzulegen. Gibt den Mitarbeitern Halt und Ausrichtung.

Gerade in einer komplexen Welt bietet ein kraftvolles Bild der angestrebten Zukunft den Mitarbeitern Orientierung und Sinn. Jedem ist klar, wo der Weg hinführen soll und was es zu erreichen gilt. Visionen zeigen eine klare Richtung. Sie sind das visuelle Leitbild, auf das alles Handeln der Mitarbeiter ausgerichtet ist.

Wer keine Vision hat, vermag weder große Hoffnung zu erfüllen, noch große Vorhaben zu verwirklichen.

Thomas Woodrow Wilson (1856 – 1924), US-amerikanischer Historiker und 28. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Ist die Vision gepaart mit zugrundeliegenden Werten wie Nachhaltigkeit, sozialem Handeln, Lösung gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Herausforderungen kann die Transformation um so tiefgreifendere Veränderung bewirken.

Eine Führungspersönlichkeit, die selbst weiß wohin sie will, wird Andere mitreissen und begeistern. Die Ziele weisen auch weg von individuellen, ego-zentrischen, kurzfristigen, hin zu langfristigen, übergeordneten Zielen. Sie erweitern den Blickwinkel des Einzelnen, hin zu einem größeren, weiteren Blick – über den eigenen Tellerrand hinaus.

Ein Visionär ist derjenige, dem es gelingt, die Fata Morgana der Zukunft ins Hier und Jetzt zu tragen.

Lena Meichsner (*1970)

Nicht schwammig und nebulös, sondern auf den Punkt gebracht

Viele “Mission Statements” von Unternehmen, die die Vision in kurzen und knappen Worten darlegen sollen, sind austauschbar und stochern abstrakt im Nebel. Sie erzeugen so keine emotionale Wirkung und Identifikationskraft für die Mitarbeiter. Entscheidend für den Erfolg sind klar formulierte Ziele, die erreichbar und messbar sind. Sie müssen auch zur Kultur und dem jeweiligen Markt, in dem sich das Unternehmen befindet, passen.

Ist die Vision einmal gefunden und formuliert, gilt es diese in klare Verhaltenserwartungen und Handlungsschritte herunterzubrechen. Es gilt die Fragen zu beantworten:

  • Was machen wir jetzt?
  • Wie erreichen wir die in der Vision genannten Ziele?

Elemente visionärer Führung

Führen mit Vision zeichnet sich nicht nur in Unternehmen, sondern auch anderen Lebensbereichen durch verschiedene Elemente aus:

  • Motivation durch Begeisterung:
    Die Führungskraft formuliert ein Leitbild, das begeistert und ansteckt. Die Bedeutung der bevorstehenden Aufgaben wird klar umrissen.
  • Visionäre Leiter gehen voran:
    Dieses Führungsmodell fordert zuerst den Verantwortlichen selbst heraus voranzugehen. Denkt man an den Sport ist er / sie der Führungsspieler auf dem Platz, der die Mitspieler antreibt, die entscheidenden Impulse setzt. Sich als Erster wieder aufrappelt.
  • Partizipative und fördernde Grundhaltung:
    Die Führungskraft weiß, dass sie ein fähiges, begeistertes, kreatives Team braucht. Jeder Mensch hat verschiedene Stärken und braucht ein bestimmtes Setting um aufzublühen. In diesem Führungsmodell wird er in Entscheidungsprozesse einbezogen, sie sind Teil des Erfolges, erfahren Lob und Wertschätzung. Der Vorgesetzte ist Berater, Coach und Mentor zugleich. Die Erfüllung der Vision ist nicht in erster Linie ihm geschuldet, sondern Leistungs des gesamten Teams.
  • Anregung von kreativem, kritischem und unabhängigen Denken:
    Transformationale Führung schafft Raum für Kreativität. Sie benötigt die Freiheit Bestehendes kritisch zu hinterfragen und in großer Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. Dies sind Grundvoraussetzungen, um einen Rahmen für Innovationen, neue Ideen und Veränderungen zu schaffen. Konstruktive Verbesserungsvorschläge werden willkommen geheißen und bei erfolgreichem Einsatz belohnt.

In einem solchen Umfeld treten materiellen Motivationsfaktoren in den Hintergrund, sondern vielmehr der Wunsch nach Selbstverwirklichung und Wachstum. Die Mitarbeiter entwickeln sich durch Inspiration, Coaching und Förderung neuer Ideen anstatt – wie in klassischen Führungsstilen – durch gemeinsame Zielvereinbarungen, Delegation und Kontrolle.

Die Führungskraft als Vorbild

Mehr noch, als in anderen Führungsmodellen, kommt die Vorbildfunktion der Führungskraft zu Tragen.

Alexandra Edl schreibt dazu:

Eine Vorbildfunktion einnehmen kann nur, wer…

  • wirklich meint, was er sagt
  • für seine Wertvorstellungen steht
  • klare Ziele und Erwartungen setzt
  • offen für Kritik und neue Ideen ist
  • sich in einer Weise verhält, die Respekt verdient
  • gegenüber seinen Mitarbeitern das Gefühl erzeugt, dass man sich auf einen verlassen kann.

Visionäre Führung konkret

Wie sieht die visionäre Führung im Alltag aus?

  • Vision, Vision, Vision:
    Die Vision muss bei diversen Gelegenheiten wiederholt werden, solange bis sie förmlich in Fleisch und Blut übergegangen ist. Im Denken der Mitarbeiter fest verankert wurde. Es reicht nicht aus beim Sommer- und Weihnachtsfest, zweimal im Jahr, darüber zu sprechen.
  • Die Vision entwickeln und entfalten:
    Als Teil der partizipativen Führung ist das Ganze kein starres Konstrukt, das wie ein starrer Monolith unveränderlich feststeht. Die Vision gilt es zu entwickeln und zu entfalten – im Team, mit den Mitarbeitern gemeinsam. Als (kleiner) Nebeneffekt steigert das die Eigendynamik und Motivation der Beteiligten.
  • Prüfen, justieren, anpassen:
    In einem permanenten Veränderungsprozess gilt es die Vision immer wieder an die aktuelle Situation und Rahmenbedingungen anzupassen. Abzugleichen, ob man noch auf der richtigen Spur ist.
  • Organisatorischer Rahmen zum Einbezug neuer Mitarbeiter:
    Wie in Punkt 1 beschrieben, muss eine schnelle Integration und Identifikation erfolgen. Neue Mitarbeiter müssen mit der Vision angesteckt werden.
Stefan Hoffmeister
Stefan Hoffmeisterhttps://geistreich78.info
Stefan Hoffmeister ist Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen (IHK) und Social Media Manager (ILS). Seit Herbst 2012 bloggt er hier auf geistreich78.info. Er war mehrere Jahre als Multichannel-E-Commerce Händler mit Fitness- und Gesundheitsartikeln aktiv.

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