elektronische Geräte bald auf und unter der Haut?

In der Hightech-Szene wird seit einiger Zeit von dem nächsten Hype, der sogenannten „Wearable“-Technologie, also technischen Gerätschaften, welche in unserer Kleidung integriert sind, berichtet. Nach der mobilen Revolution im Zuge von Smartphones und Tablets, sollen als nächstes nämlich Uhren und technisch ausgestattete Bekleidungsstücke die Vernetzung und Digitalisierung vorantreiben.

Wearable Technology noch längst nicht das Ende…

Während die ganze Welt auf die iWatch, von Apple, wartet, gibt es längst eine Reihe von Anbietern sogenannter Smart Watches, allen voran Samsung. Letzteres Unternehmen forciert aktuell mit massiver Werbung den Vertrieb seiner Galaxy Gear.

Doch wer denkt, dies sei der letzte Schrei im technisch machbaren Bereich, hat weit gefehlt. Ich möchte einen Artikel der “The Seattle Times” aufgreifen, der einen weitaus futuristischeren Einblick wagt. Steve Johnson beschreibt darin, dass es längst nicht mehr nur darum geht, was außerhalb unseres Körpers geschieht, sondern wir uns bereits Gedanken über den Einsatz von Geräten auf unserer Haut, ja in unserem Körper machen sollten.

In the next 10 to 20 years we will see rapid development in bioengineered and man-machine interfaces,” predicted Graafstra, who wrote a book about the technology, adding that the trend is going to “push the boundaries of what it means to be human.” […]

But Eric Dishman, who heads Intel’s health-care innovation team, predicts the gadgets — particularly those with health benefits — will become common some day. “There’s going to be an ecosystem of things on and in the body,” he predicted, adding, “this is the ultimate in personalized medicine.

Mikrochips als zweite Haut

Eine neue Dimension des Wearable Computing entwickelt das US-Start-up MC10, das bereits 70 Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen wurde 2008 von David Icke gegründet, und zwar gemeinsam mit John Rogers, Professor an der University of Illinois und einer der Vorreiter des Wearable Computing.

MC10 Biostamp. Quelle: http://www.mc10inc.com/

MC10 Biostamp. Quelle: http://www.mc10inc.com/

Zu den ersten Lösungen gehörte eine tragbare Elektronik in Form eines Elastomer-Pflasters, mit dem sich Muskelaktivität, Herzschlag oder Hirnströme messen lassen. „Eine Schlüsseleigenschaft der epidermischen Elektronik ist die natürliche Verbindung zum Körper, die ohne Kabel, Pins oder Klebern erfolgt. Das erlaubt eine viel komfortablere und praktischere Anwendunh“, so John Rogers. „Dazu misst das Gerät die Werte des Patienten in einem komplett non-invasivem Verfahren, während er zu Hause ist.“

Das Biopflaster kann bis zu zwei Wochen ununterbrochen getragen werden. Der Preis soll unter 10 $ liegen und Ziel ist es, in 4 Jahren die Marktreife mit einem Produkt für den Endverbraucher zu erreichen..

Im Juni 2013 schrieb Bloomberg Businessweek von weiteren Anwendungsmöglichkeiten, nicht mehr auf der Haut, sondern im Körper:

Another version of the technology in the BioStamp is used in a catheter being developed with Medtronic (MDT), a maker of medical devices that’s an investor in MC10. The catheter can be inserted through a vein in the leg and run up into a patient’s heart, inflated like a balloon to expose its sensor-laden surface, and then used to collect electrical data about the heart’s rhythm, which can be useful to electrophysiologists when diagnosing rare occurrences of tachycardia. Tests on humans are expected to start within a year. “Today’s catheters don’t have the kind of electronics that we take for granted in many of our consumer devices,” says Schlatka. “By adding that intelligence, doctors can make better decisions about how they are performing the procedure.”

David Icke argumentiert, dass es der Wunsch der Patienten sei, untersucht und überwacht zu werden, ohne dass sie dabei in ihrem Alltag beeinträchtigt werden.

Biostamps zur individuellen Authentifzierung?

Auf Basis der Technologie von MC10 forscht Motorola hinsichtlich der Nutzung der Biostamps als Datenspeicher. Das High Tech-Tattoo wird aus Silicium hergestellt und besteht aus Komponenten wie einer LED, Sensoren für Temperatur und Elektrokardiogramm. Zudem besitzt es eine Funkantenne. Ein mögliches Einsatzszenario könnte dann die Authentifizierung des Trägers sein. Im Falle des Verlustes von elektronischen Geräten wäre damit eine Nutzung durch Dritte ausgeschlossen.

Vor allem die zunehmende Unsicherheit von Daten und die immer ausgefeiltere Hackertechnologie, die mittlerweile sogar das Entschlüsseln 16-stelliger Passwörter zum Kinderspiel macht, ruft Verwalter für sensible Daten auf den Plan. Dailymail zitiert den Sicherheitschef von Paypal, Michael Barrett:

Earlier this month PayPal’s chief security officer, Michael Barrett said he wants to see a mixture of online passwords with hardware-based identification such as finger print scanning becoming more common.

Talking at the IT conference Interop in Las Vegas at the start of May, Barrett said: ‚Passwords, when used ubiquitously everywhere at Internet-scale are starting to fail us.

‚Users pick poor passwords and then they’ll reuse them everywhere.

‚That has the effect of reducing the security of their most secure account to the security of the least secure place they visit on the internet.‘

Interessant an dem Engagement von Motorola ist, dass die Leiterin, Regina E. Dugan, ehemalige Direktorin der Militärbehörde Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), ist. Über DARPA haben wir zuletzt im Zusammenhang mit den Zukäufen von Roboterherstellern durch Google berichtet. Neben finanziellen Verflechtungen, gibt es offenbar auch personelle zwischen Google und DARPA.

bestboyz.de berichtet aber sogar noch über weitergehende Forschungen von Motorola:

Es ist eine Pille, die man wie eine gewöhnliche schluckt und zu sich nimmt. Die sogenannte Proteus Digital Health Pill wurde sogar von der US-amerikanischen Gesundheitsagentur U.S. Food and Drug Administration (FDA) als zugelassen erklärt. „Man könne 30 Tage, jeden Tag eine schlucken“, erklärte Dennis Woodside, CEO Motorola Mobility. Die Passwort-Alternative wird von einem kleinen Computer angetrieben, der seinen Storm über die Magensäure gewinnt. Erst dann strahlt es ein 18bit-Signal aus, der von Smartphones und anderen Geräten empfangen werden kann.

Der CEO von Motorola, Dennis Woodside, sagt zwar, dass derartige Geräte noch lange nicht verkaufsfähig sind, sie aber bereits erfolgreich getestet sind und die Authentifizierung durch ein Smartphone möglich ist. Er wird mit den Worten zitiert:

“Having the boldness to think differently about problems that everybody has every day is really important for Motorola now.”

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite von MC10 Inc..

Letzte Änderung: 06:30:15 – 2017-05-11

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