Einmal Genf mit TEDxCERN, bitte

Einen Bericht vom Live-Erlebnis TEDxCERN zu schreiben, heißt: erlebten, gespürten Enthusiasmus von 17 Vortragenden, rund 1200 Zuhörern und einer ungezählten Menge Helfern drumherum in Worte fassen zu müssen. Also etwas Unmögliches tun.

TEDxCERN = Wissenschaft, die begeistert

Genau das haben die Vortragenden des TEDxCERN, alle, wirklich jeder Einzelne, getan. Sie vermittelten ihre Faszination und Begeisterung für ihre wissenschaftlichen Themen auf der Bühne und in den Pausen. Im Gespräch und hinterher beim spontanen Abtanzen auf der Bühne. Alleine das war die Reise wert. Doch auch die Themen faszinierten mich.

Wer TEDx (oder TED also solches) nicht kennt, für den lohnt sich vorab ein Blick auf die Homepage. TEDxCERN ist nur eines von vielen, unabhängig in verschiedenen Ländern und Städten organisierten Events, auf denen Wissenschaftler ihre Forschung Otto-Normalbürger in rund 15-minütigen Vorträgen näherbringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Wort, also dem Vortragenden. Das ist eine doppelte Herausforderung: Selber so präsent und selbstbewusst zu sein, den Vortrag zu halten und dann auch noch so zu erzählen, dass es kein Fachchinesisch ist, dem keiner mehr folgen kann. Alle, die auf die TED-Bühne kamen, haben das bewiesen.

Wer sagt, Physiker können nicht reden? Der Moderator kann

Physiker Brian Cox als Moderator führte durch die drei Sessions, thematisch unterteilt in Adapt, Change und Create. Irgendwie war es schon so in etwa: Grundlagen schaffen und vermitteln, Bekanntes neu sehen und Zukunftsforschung – oder zumindest Vorstellung der Projekte, die noch ein wenig Zeit brauchen, bis sie Realität werden. Für manche müssen auch die Vortragenden vielleicht noch ein bisschen älter werden 😉 – zumindest Jamie Edwards aus Great Britain’s Norden darf als 14-jähriger ruhig noch ein wenig weiter die Schulbank drücken.

TEDxCERN 2014 speaker Jamie Edwards aims to become the youngest person ever to achieve nuclear fusion…

Gepostet von CERN am Donnerstag, 25. September 2014

Schließlich schaffte er es ja auch, die Schule nicht in die Luft zu sprengen, so, wie er es dem Schulleiter versprochen hat. Erstaunlich ist vor allen, dass sein Experiment der Fusionsphysik sowohl finanziell unterstützt wurde von der Schule – als auch geglückt. Entsprechend selbstbewusst und locker trug Jamie auch vor. Wenn es nichts wird mit der Karriere als jüngster Nuklearphysiker hat er alle Chancen, Mr. Bean und Co zu beerben… (So eine unkomplizierte Unterstützung eines Projekts kann ich mir beim besten Willen nicht in unserer deutschen Schullandschaft vorstellen – schade eigentlich.)

TEDx ist eine Reise wert

Bevor ich die Heimreise wieder antrat, wurden alle Teilnehmer noch Teil einer musikalischen Produktion des Special Guest Tim Exile, der live auf der Bühne aus dem „Omm“ der Zuschauer und allerlei zuvor aufgenommener Geräusche elektronischer Geräte ein improvisiertes DJ Set zauberte, das spontan zu einer Bühnentanzeinlage der TEDxCERN-Helfer und -Speaker wurde.

TEDxCERN war ein Erlebnis, dessen Fülle an Wissenschaftsinformationen eigentlich gar nicht in einem Beitrag wiedergegeben werden können. Ich bin sehr froh, es live erlebt zu haben.

Darum haben wir die drei Sessions in jeweils einen eigenen Artikel aufgeteilt, die im Lauf der Woche, jeweils um 16.00 Uhr – als passende Lektüre für den Nachhauseweg erscheinen werden.

  • Am Dienstag: Adapt – Annahmen und Wissensbasis
  • Am Mittwoch: Change – Den technischen Wandel vorantreiben
  • Am Donnerstag: Create – Neues Schaffen

P.S. Das CERN an sich ist auch eine Reise wert… (… und wer nach Donnerstag immer noch nciht genug hat, der kann gerne auch noch meine ganz persönlichen Highlights unter http://bit.ly/TEDxCERNSu lesen)

Hier noch eine Slideshow mit einigen Eindrücken vom TEDxCERN 2014:

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