Dr. Marc Raibert – der Kopf hinter Boston Dynamics

Dr. Marc Raibert ist der Kopf hinter Boston Dynamics – dem US Roboterhersteller, den Google kürzlich gekauft hat. Ein Bio-Pic zu dem revolutionären Roboter Vordenker.

Biografie von Marc Raibert

In der englischen Wikipedia ist über ihn zu lesen:

Marc Raibert (born December 22, 1949) is a former Carnegie Mellon University and MIT professor who founded the CMU Leg Lab in 1980, moved it to MIT in 1986, and continued to direct it through 1995. He founded Boston Dynamics, a simulation and robotics company in 1992. Raibert developed the first self-balancing hopping robots, a significant step forward in robotics.  Raibert earned a BSEE from Northeastern University in 1973 and a Ph.D from MIT in 1977. His dissertation is entitled „Motor control and learning by the state space model“.

Marc Raibert wurde am 22. Dezember 1949 geboren. Der frühere Professor an der Mellon Universität und am MIT gründete 1980 das CMU Leg Lab. Nach dem Umzug ins MIT 1986 war er noch bis 1995 für dessen Leitung verantwortlich. Boston Dynamics, ein Simulations- und Roboterunternehmen gründete er 1992. Raibert entwickelte die ersten, sich selbst ausbalancierenden Roboter, ein großer Schritt für die Forschung.

Roboter Entwicklung ruft bei Menschen Ängste hervor

Der Big Dog, einer der bekanntesten Roboter von Boston Dynamics, stößt nicht nur auf neugierige Bewunderung, sondern verunsichert auch viele Menschen, ja jagt ihnen sogar Schrecken ein. Marc Raibert zu den unterschiedlichen Reaktionen:

’Obviously, people do find it creepy,’ said Marc Raibert, Boston Dynamics’ president and project manager, who founded the Leg Lab 30 years ago. ’About a third of the 10,000 or so responses we have to the BigDog videos on YouTube are from people who are scared, who think that the robots are coming for them. But the ingredient that affects us most strongly is a sense of pride that we’ve been able to come so close to what makes people and animals animate, to make something so lifelike.’ (the engineer, vom 22.02.2010)

Freie Übersetzung: Rund ein Drittel der 10.000 Reaktionen, die wir auf die YouTube Videos erhalten haben, kamen von Menschen die Angst vor den Robotern haben. Aber was uns am allermeisten antreibt ist der Stolz, dass wir dem Bewegungsablauf von Menschen und Tieren so nahe gekommen sind, dass wir die Maschinen so lebensnah machen konnten.

Das britische Magazin the ENGINEER hat ein Interview mit dem Wissenschaftler veröffentlicht – hier einige seiner Aussagen.

Warum werden überhaupt Roboter mit zwei und vier Beinen entwickelt, wenn auch welche mit Reifen oder Ketten deren job machen könnten?

Marc Raibert: Das entspricht nicht der Wahrheit. Bereifte und Ketten Fahrzeuge können nur einen kleinen Teil der Erdoberfläche erkunden. Menschen und Tiere hingegen können beinahe überall hingehen. Aktuell sind unsere Roboter dazu noch nicht in der Lage, aber das ist unser Ziel.

Lassen sie sich von bestimmten Tieren inspirieren, die jeweils ein unterschiedliches Terrain erklimmen können und bauen sie nach deren Vorbild die Roboter?

Marc Raibert: Nein, wir lassen uns ganz allgemein von der Natur inspirieren. In Präsentationen zeigen wir zum Beispiel Bergziegen, die schwieriges Gelände bewältigen, und wir arbeiten mit Biologen, im Fall von BigDog hatten wir etwa ein Team der Harvard Biologie Abteilung, aber wir können nur sehr allgemein Ideen übernehmen. Wir sind noch nicht dazu in der Lage die Mikrostruktur der Tiere zu übernehmen. Wir können die Muskeln nicht gleichwertig nachbauen, wir können unseren Systemen nicht so viele verschiedene Bewegungsmuster verleihen, wie sie Tiere haben. Denken Sie nur an tierische Hufe oder Füße…

Ethische Fragen zur Roboter Entwicklung

Haben Sie irgendwelche Bedenken zum ethischen Aspekt der Roboterentwicklung?

Marc Raibert: Ich bin ein Ingenieur der Roboter baut; ich wüsste nicht, warum sich Menschen für meine Sicht zu ethischen Fragen interessieren sollten. Die entscheidende Frage ist doch, dass manche Menschen der Meinung sind, der Designer sollte für jede nur erdenkliche Nutzung seiner Schöpfung verantwortlich sein, wohingegen andere die Meinung vertreten, der Designer erschaffe nur eine Plattform und jemand anders ist für die Ethik aufgrund deren Nutzung verantwortlich. Ich schaue auf unsere Systeme und sage, es sind Geräte. Man könnte sie mit Säcken voller Reis beladen. Man könnte Munition auf sie laden. Ihr Einsatzzweck ist an die Enden der Erde zu gehen, die derzeit nicht mit Fahrzeugen erreicht werden können – und es gibt noch eine Menge weitere Nutzungsmöglichkeiten, die sie ebenfalls ausüben können. Ich habe darüber bereits nachgedacht, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich schon die richtige Antwort gefunden habe.

Hier noch ein Video des Zeitgeist Partner Forums, auf dem Marc Raibert spricht.

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