Checkliste: Wichtige Elemente beim Launch Ihrer Business Website

Beim Launch oder Relaunch einer Business Website sollte man von Anfang an strategisch und organisiert vorgehen, damit diese später auch zum Erfolg wird und sowohl alle wichtigen Elemente und Bausteine aufweist, als auch aus rechtlicher Sicht korrekt ist. Hier unsere Checkliste.

Vorneweg: Hier geht es nicht um ein bestimmtes CMS oder rein technische Aspekte, sondern um die Angabe der einzelnen Arbeitsschritte und Elemente, die sich auf der Seite wiederfinden sollten.

Die ersten Schritte zum Website Relaunch

  • Konzeptionierung und strategische Planung:
    Welche Ziele soll die Webseite erreichen? Dies kann sein: Informieren, Verkaufen, Brandbuilding, …
  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Erstellen Sie eine möglichst genaue Zielgruppenbeschreibung.
  • Welches CMS System eignet sich am besten für die Umsetzung? Zu welchem ist bereits internes Know How vorhanden?
  • Welche Kosten sind mit der Umsetzung verbunden? Stichwort: Budgetplanung.
  • Wie ist der zeitliche Rahmen? Zeitplan mit Meilensteinen und personellen Ressourcen festlegen. Bei den meisten Unternehmen bietet sich der Zeitraum zwischen Ostern und Herbst an. So dass man rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft die neue Website online bringen kann.
  • Wer ist für die Umsetzung verantwortlich? Verantwortlichkeiten intern klären. Neben den einzelnen Projektbereichen sollte es einen Gesamtverantwortlichen geben.
    Technische Umsetzung.
    Grafik und Design – Bilder, dynamische Elemente, Farbgebung, Fonts.
    Texte und Content- Konzeption.
    SEO und Usability.
    Rechtliche Überprüfung. Zumindest für Onlineshops ist eine rechtliche Prüfung durch einen Anwalt unerlässlich. Man kann aber auch auf Anbieter wie Trusted-Shops oder Protected Shops zurückgreifen, die über standardisierte Verfahren den Webshop auf seine Rechtssicherheit hin überprüfen.

Technik und Struktur der Webseite

  • geeignetes Hostingpaket
  • schneller Server
  • leicht zu bedienendes CMS, vor allem für die Nutzer, die im Alltag damit arbeiten.
  • https verwenden – also SSL Zertifikat mit beauftragen.
  • Responsive Design – die Seite muss mobil von verschiedenen Devices gut dargestellt werden.
  • Logische, einfache und flache Seitenstruktur.
    Flache Hierarchie (max. 3-4 Verzeichnis-Ebenen)
    Klickpfadlänge max. 4-5 Klicks zu allen Seiten
  • Breadcrumb-Navigation
  • Funktionierende und nützliche interne Suche
  • Auswertung der internen Suche, um die Website zu verbessern
  • Sind alle Suchergebnisse nutzerfreundlich aufbereitet?

Grundlegende SEO Tipps

Sprechende & Keyword optimiertes URL-Design

  • Kurze URLs verwenden
  • Die URL muss das Hauptkeyword enthalten
  • Keine Parameter-URLs (bspw. ?id=x)
  • Keine Großschreibung in URLs verwenden
  • Als Trennzeichen in der URL „-„ verwenden

Verwendung von Markups nach schema.org

Allgemeine Markups wie „Organization“, „Webseite“ verwenden

Andere mögliche Markups siehe: http://schema.org/

Keywordanalyse für komplette Website

  • Was wird gesucht / wie kommen User auf die Website
  • Wo welche Keywords verwenden?
  • Max. 2-3 Fokus-Keywords pro Seite

Landingpages / Kategorieseiten für die wichtigsten Keywords erstellen

  • Texte erstellen / in Auftrag geben
  • Keywords in Texten unterbringen
  • Keywords in Title / Description unterbringen
  • Keywords in Bildern unterbringen (Alt-Text)

Diese SEO Tipps wurden einer Checkliste von seonative entnommen.

Überprüfung der einzelnen Seiten

  • Wurde ein passender Title gewählt?
  • Ist der Title-Tag ohne Leerzeichen kürzer als 55 Zeichen?
  • Ist eine Description / Beschreibung vorhanden?
  • Wurden passende Überschriften H1, H2, H3, etc. verwendet?
  • Passen Title / Description/ Überschrift für den User und Google sinnvoll zusammen?
  • Wurde auf eine sinnvolle interne Verlinkung geachtet?
  • Sind die Texte unique und wurden nicht mehrfach verwendet?
  • Duplicate Content ist zu vermeiden.
  • Wurde sichergestellt, dass alle Seite auf Indexierung stehen, bzw. einzelne Übersichten ganz bewusst auf noindex gesetzt wurden?
  • Wurden gut leserliche Webfonts verwendet?
  • Ist die Schriftgröße gut leserlich?

Pagespeed optimieren

Um den Status Quo zu prüfen, stellt Google selbst ein mächtiges Tool zur Verfügung: PageSpeed Insights.

Wichtige Faktoren für eine gute Pagespeed sind:

  • Server Caching nutzen. Bei Nutzung von WordPress können Sie das Plug-In WP Rocket verwenden.
  • Browser Caching nutzen. Für WordPress gibt es eine Vielzahl an Caching Plugins.
  • Antwortzeit des Servers geringhalten – siehe vorherigen Punkt: passendes Hostingpaket und schnellen Server auswählen.
  • Komprimierung aktivieren (gzip).
  • Javascript asynchron laden.
  • Bilder optimieren: richtige Abmessungen, richtiges Dateiformat, Auflösung reduzieren (auch in Zeiten von hochauflösenden Monitoren reichen 72dpi im Netz immer noch aus. Mit Bildbearbeitungssoftware lassen sich Dateigrößen von Bildern in der Regel entsprechend verkleinern, was später die Ladezeit erheblich verringert, vor allem für mobile Nutzer).
  • Ressourcen wie HTML, CSS & JavaScript insgesamt gering halten.
  • Bei Bedarf CDN (Content Delivery Network) verwenden.
    „Der Vorteil liegt zum einen in der Einsparung von HTTP-Requests an deinem eigenen Server. Zum anderen arbeiten CDNs regional. Wenn also ein Client in Deutschland Elemente lädt, werden sie von einem Standort in Deutschland geladen und nicht etwa in den USA oder auf den Philippinen. So erhöht sich die Geschwindigkeit durch kürzere Übertragungswege nochmals.“ (Andre Goldmann – auf 121watt.de)

Zur Vertiefung empfehle ich den Artikel von Andre Goldmann auf 121watt.de.

Weitere Tipps zu Bildern

  • Haben alle Bilder sprechende Dateinamen?
  • Sind sinnvolle Alt-Tags vergeben worden?
  • Gibt es passende Bildunterschriften?
  • Erscheinen Bilder im Fließtext?

geistreich78 Domain Checkliste

  • Wurde für die Domain ein Name gewählt, der keine Markenrechte von Dritten verletzt? Möchte man einen Markenshop betreiben sollte man die schriftliche Erlaubnis des Herstellers, Markeninhabers einholen. Es gibt durchaus Marken, die die Nutzung in der Domain und dem Shopnamen erlauben.
  • Wurden auch TYPO Domains berücksichtigt? Darunter versteht man sog. Vertipper Domains. Wenn ich z.B. „Hoffmeister.TLD“ (TLD = Top Level Domain) als Domain nutzen möchte. sollte ich auch die Variante „Hofmeister.TLD“ registrieren. Wichtig ist auch: Wenn ich eine „.com“ als Hauptdomain nutze, sollte ich auch die „.co“ registrieren.
  • Wurden Umlautvarianten bedacht? Man kann ja als Hauptdomain „Müller.TLD“ verwenden. Sollte dann aber auch „Mueller.TLD“ registrieren.
  • Gibt der Domainname einen richtigen Hinweis auf den Inhalt der Webseite, bzw. am besten enthält er wichtige Keywords?
    Als Beispiel kann hier dienen: „Stefan-Hoffmeister.de“ vs. „Hoffmeister.Marketing“ / „Hoffmeister.Expert“. Im zweiten Fall kann der User bereits im Vorfeld erkennen, was ihn auf der Webseite erwartet.
  • Je nach Budget und Größe des Unternehmens sollte eine professionelle Domainstrategie gewählt werden. Dies bedeutet neben der Hauptdomain weitere zu registrieren, nach dem Schema:
    In welchen Ländern ist man bereits aktiv, unterhält Niederlassungen oder Handelsvertretungen?
    In welche Länder wird man in den nächsten 5 bis 10 Jahren expandieren?
    In welchen Ländern werden Waren und Dienstleistungen verkauft, auch wenn man dort keine physische Niederlassung hat?
    Welche Top Level Domains sollten aus Cybersquatting Gesichtspunkten in jedem Fall noch registriert werden?
  • Für Markeninhaber gilt: Im Fall einer neuen Markenanmeldung sollten gleichzeitig auch die entsprechenden Domains registriert werden, um späterem Ärger wegen fremd registrierter Domains zu entgehen. Achten Sie hier auf eine langfristige und pro-aktive Planung.

Vor dem Launch

  • Ausreichend Zeit um Testing einplanen.
  • Webseite von Testusern bewerten lassen, vor allem hinsichtlich Usability.
  • Die Website mit verschiedenen Browsern und -versionen testen. Hier sollte man vor allem Chrome, Internet Explorer, Firefox und Safari, als die gängigsten Browser berücksichtigen.
  • Überprüfung der Inhalte und Metadaten (Titel, Description, title-Tags, usw.).
  • Kleinigkeiten, wie passende Thumbnails und Favicons nicht vergessen.

Nach Erstellung der Webseite

  • Ist eine robots.txt-Datei inklusive Standard-Einträge vorhanden?
  • Wird in der robots.txt auf die XML-Sitemap verwiesen?
  • Wurde eine Sitemap eingereicht? (Google Webmaster Tools)
  • Sind Bilder und Videos in den Sitemaps integriert?
  • Gab es ein komplettes Crawling der aktuellen Seite vor dem Re-/Launch?
  • Wurde ein Google Analytics oder sonstiger Trackingsoftware Code eingebaut? Ist dieser richtig implementiert?
  • Mit welchen Keywords soll meine Webseite gefunden werden und wurden diese in den verschiedenen Bereichen der Webseite entsprechend platziert?
  • Neue domainbezogene JavaScript-Codes für AdSense, AdScale und weitere Partner- oder Werbeprogramme generieren.
  • Alle automatisiert verschickten Mails auf die neue Domain umstellen (Server-Stats, Bestellbestätigungen, Newsletter und ähnliches).
  • Alle firmeninternen E-Mail-Konten und E-Mail-Footer auf die neue Domain umstellen.
  • Den RSS Pfad anpassen und gegebenenfalls in Feedburner oder ähnlichen Diensten ändern und überprüfen.
  • Alle im Unternehmen existierenden Printprodukte, wie Visitenkarten, Briefpapier, etc. mit der neuen Website aktualisieren. Dies erfordert einiges an Vorlaufzeit.
  • Brokenlinks suchen und beheben – in WordPress mit Broken Link Checker.

Social Media optimal einbinden

  • Sind die gängigen Social Sharing Buttons eingebunden?
  • Wurden die „Open Graph“-Tags korrekt im Quelltext hinterlegt?
  • Gibt es an strategisch sinnvollen Stellen Buttons zum Folgen via Facebook und Co.?
    Natürlich sollten die Social Media Präsenzen namentlich zur Webseite passen: Sprich, wenn die Webseite, wie in unserem Fall „geistreich78“ heißt, dann finden Sie uns auch auf Facebook, Twitter, Google+, Pinterest und Co. unter „geistreich78“.
  • Sind Bilder mit einem Klick via Pinterest teilbar?
  • Wenn die Seite einen Blog enthält: Ist die Kommentarfunktion aktiviert?

Verwenden Sie Trust-Elemente

Um das Vertrauen der Webseitenbesucher in Ihre Angebote, Dienstleistungen oder allgemein Ihren Shop zu untermauern, können Sie auf sog. Trust-Elemente setzen. Diese sollten sinnvoll eingebunden werden.

Hier gibt es verschiedene Trust-Elemente, die genutzt werden können:

  • Kundenmeinungen und -bewertungen
  • Werben mit „Social Media Trust“: Viele Unternehmen zeigen an, über wie viele Social Media Follower sie verfügen. Dies kann in Form von dynamischen Widgets erfolgen, die die Live Entwicklung wiedergeben. Das ist nur sinnvoll, wenn Sie über entsprechende Anzahl an Followern verfügen.
  • positive Testergebnisse von Produkten: Am bekanntesten ist sicherlich Stiftung von Warentest.
  • Qualitätssiegel: Bei Webshops sind am meisten bekannt, TÜV oder Trusted Shops.
  • Testimonials: Was im Offline Marketing funktioniert, können Sie natürlich auch online umsetzen: Zeigen Sie Referenzen von Projekten oder Kunden. Am besten mit Foto, Name und Titelangaben.
  • Zahlen, Fakten und Statistiken: Auflisten in der Art: „X Kunden kauften, vertrauten, nutzen bereits“ können ebenfalls Vertrauen generieren.
  • Technische Siegel: Eingangs habe ich bereits auf das SSL Zertifikat verwiesen. Gerade im Checkout können noch andere Hinweise das Vertrauen der Käufer stärken.

Bei Verwendung von Trust Elementen ist darauf zu achten, dass diese dem Webseitenbesucher etwas sagen und der Sinn ihrer Anzeige sich sofort erschließt. Z.B. können QMS (Qualitätsmanagement) Zertifizierungen zwar in der Branche rechtlich erforderlich sein. Aussenstehenden sagen sie aber zumeist nichts und würden Nutzer eher verwirren, als dass sie einen Nutzen für den Webseitenbetreiber bringen. Unter dem Strich sollte ja die Seite nicht überfrachtet werden.

Rechts-Tipps für Business Webseiten

  • Werden Waren verkauft sind eigene Unterseiten zu den AGB und dem Widerrufsrecht erforderlich.
  • Aus Usabilitysicht sollte man in Onlineshops auch Angaben zu den Versandkosten und Zahlungsarten machen.
  • Werden Preise auf der Webseite angegeben, ist anzugeben, ob die Mehrwertsteuer bereits enthalten ist. Bei Bruttopreisen muss diese korrekt ausgewiesen werden. Mehr liefert die Preisangabenverordnung (PAngV).
  • Zusätzliche Liefer- und Versandkosten müssen ebenfalls angegeben werden.
  • Die Verwendung von Cookies muss angezeigt werden.
  • Eigene Unterseiten, die nach der 1-Click Regel erreicht werden müssen, für Impressum und Datenschutz sind zwingend erforderlich.
    Vielfach bewährt hat sich der Impressumsgenerator von eRecht24, der von zahlreichen Websites (nicht nur im E-Commerce-Bereich) genutzt wird.
  • Newsletter dürfen nur nach dem Double-Opt-In-Verfahren versendet werden.
  • Telefonischer Kontakt muss möglich sein und darf nicht nur über eine kostenpflichtige Hotline angeboten werden, sondern über eine normale Festnetznummer.

Disclaimer: Diese Liste wurde auf Basis eigener Projekte beim Aufsetzen diverser Blogs und Business Websites erstellt, sowie nach ausführlicher Recherche. Eine wie auch immer geartete Garantie für den Erfolg oder sogar ein bestimmtes Google Ranking kann und wird natürlich nicht gegeben.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellt in keiner Weise eine rechtliche Beratung dar.

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