Auto-Diva Nicole Y. Jodeleit zur Zukunft der automobilen Mobilität

Einer der 17 Megatrends, der unsere Zukunft bestimmt, ist das Themenfeld Mobilität und Logistik. Nachdem wir uns mit der Auto-Diva Nicole Y. Jodeleit bereits über Blogger Relations und die Arbeit von Autobloggern unterhalten haben, habe ich Sie noch zu Ihrer Einschätzung in Sachen mobile Trends gefragt.

Das Thema bietet sich gerade jetzt an, wo Daimler verkündet hat, autonome LkW´s auf unseren Straßen fahren lassen zu wollen (Spiegel Online) und es Gerüchte um eine Kooperation von BMW und Apple zur Entwicklung eines Elektrofahrzeuges gibt (Mac&i oder Golem.de).

Autonomes Fahren bald Realität?

Daimler Freightliner Inspiration Truck. Quelle: Daimler

Daimler Freightliner Inspiration Truck. Quelle: Daimler

Kommen wir noch kurz zum Thema Autos. Wenn wir uns in fünf Jahren wieder unterhalten, können wir dann das Gespräch führen, während wir von einem autonomen Auto durch die Landschaft gefahren werden?

Nicole Y. Jodeleit:

Das hätten wir (theoretisch) für dieses Gespräch schon haben können. Ich saß bisher in mehreren autonom fahrenden Autos. Allerdings aus Haftungsgründen immer auf der rechten Seite. Aber das ist ja dann egal, weil keiner von den Insassen gefahren ist. 😉

Die Frage ist wohl eher, ob die autonom fahrenden Autos dann schon der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Für die Lkw könnte das schon dieses oder nächstes Jahr auf Autobahnen Wirklichkeit werden. Ein paar Hersteller avisieren für Pkw das Jahr 2020. Doch meiner Vermutung nach wird das komplett autonome Fahren erst zehn Jahre später 2030  – auch in den Innenstädten – möglich sein. Realistisch gesehen also bei unserem vierten Interview.

Welche Hersteller dominieren den Fahrzeug Markt der Zukunft?

Tesla Model S Roadster. Quelle: Tesla Presse

Tesla Model S Roadster. Quelle: Tesla Presse

Wird die Mobilität in Zukunft von neuen Playern wie Tesla oder Apple bestimmt oder schaffen auch die bisherigen Hersteller die Transformation und bleiben zukunftsfähig?

Nicole Y. Jodeleit:

Daimler, Audi und VW sowie Bosch und Continental haben mir auf Presseveranstaltungen schon einiges gezeigt. Viele Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht und die bisherigen Assistenzsysteme immer weiter entwickelt. Da diese die Grundlage für das Autonome Fahren sind, sehe ich da nur leichte Zeitunterschiede, bis diese marktreif angeboten werden. Sie müssen ja auch nachgefragt, vom Kunden bestellt und bezahlt werden.

Desweiteren wird sich die Mobilität an sich verändern. Vorweg: Es wird immer Leute geben, die ein eigenes Auto haben werden. Aber die Zahl derer, die einfach nur von A nach B kommen wollen und dabei nicht zu Fuß gehen können, wird steigen. Denen ist es egal, ob sie auf zwei, vier oder mehr Reifen, auf Schienen oder wie auch immer zu ihrem Ziel kommen. Es kommt eher darauf an, wie komfortabel, mit welchem monetären Aufwand und wie schnell sie ihr Ziel erreichen. Da reichen die bisherigen Carsharing-Konzepte nicht aus, weil diese zu viele Menschen nicht erreichen. Ich selber habe seit mehreren Jahren die Legitimation für 2 Carsharer und habe diese Option in einer fremden Stadt erst zweimal genutzt. Und ich bin viel unterwegs.

Ein weiteres Thema ist die Elektromobilität. Auch hier warte ich seit 2010 (meine erste E-Auto-Erfahrung) auf mehr Reichweite, mehr Ladesäulen und mehr Praxistauglichkeit. Man muss ein Freak sein, wenn man jetzt ein E-Auto mit nur 150 km Reichweite hat. Wenn man 70 km von der nächsten Großstadt entfernt wohnt, wo die Kundenbesuche stattfinden sollen. Mein Mann und ich haben das eine Woche getestet und unser Fazit war, dass ein E-Auto nicht in Frage kommt. Hier muss noch viel passieren, bis das E-Auto Mainstream werden kann und nicht nur als Zweit- oder Drittwagen fungiert.

Weiterhin ist die Entwicklung von Wasserstoff-Fahrzeugen (Fuel Cell) irgendwie stagniert, habe ich das Gefühl. Das, was Erdgas schon geschafft hat, nämlich ein akzeptables Netz an Tankstellen zu installieren, fehlt Wasserstoff noch. Außerdem sind die Fahrzeuge noch viel zu teuer. Henne / Ei, denn ohne Tankstellen kauft keiner ein Wasserstoff-Auto, ohne Wasserstoff-Autos werden keine Tankstellen gebaut und die Kosten sinken nicht (kontinuierlich) wie bei den batterieelektrischen E-Autos.
Überall fehlen noch ein paar gute Ideen, Konzepte, technische Entwicklungen und vor allen Dingen muss das Budget dafür da sein. Wer nicht zukunftsfähig entwickelt und plant, ist draußen. Wir werden sehen, wer es schafft. Leicht wird das nicht für die Hersteller. Ich bin gespannt und bleibe dran!

Vielen Dank für die nette Unterhaltung.

Über Nicole Y. Jodeleit

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Beratung, Konzept, Umsetzung.
Moderatorin, Rednerin, Workshop und Schulung. Corporate Blogging, Blogger-Relations, Gastartikel sowie Blogtechnik.
Kenntnis-Schwerpunkte: Blogs, Social Networks, Communities, Events.
Themen: Social Web, Blogging, Autos, E-Autos, Mobilität, Technik, Food, Reisen, Golf und Ski. Mehr dazu findet man unter: enypsilon.de.

Ihr Autoblog hat die Adresse auto-diva.de.

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