Zalando startet integrierte Suchfunktion per Bilderkennung in deutscher App

Nachdem Mobile Commerce bereits der Umsatztreiber für die guten Geschäftszahlen im zweiten Quartal war setzt Zalando ab sofort mit einer neuen Bilderkennung seiner Apps auf das Mobile Shopping.

Quickfacts:

  • Mit Foto als Vorlage bequem nach ähnlichen Produkten, Farben oder Mustern suchen
  • Start der Testphase für aktuelle Version der iOS App, Android-Version startet in kommenden Wochen
  • Bereits mehrere tausend Suchläufe in ersten Tagen verzeichnet

In der FAZ ist weiter zur Funktionsweise der App zu lesen:

Wenn es zu dunkel ist, passt sie zum Beispiel die Lichtverhältnisse an. Sie blendet störende Faktoren wie etwa Körperteile aus und gleicht das Ergebnis in einem letzten Schritt mit den Fotos der rund 150 000 verschiedenen Produkten in der Zalando-Datenbank ab.

Stimmen der Zalando Verantwortlichen

Daniel Schneider, Head of Onsite Customer Journey, Zalando:

“Die Zalando Fotosuche bietet unseren Kunden eine neue, bequeme Möglichkeit online einzukaufen – sobald sie einen tollen Look bei Freunden oder auf der Straße entdecken, können sie ähnliche Produkte direkt im Zalando Shop auswählen und ohne langes Suchen kaufen. Mit dieser innovativen Zusatzfunktion gehen wir noch stärker auf die verschiedenen Kontexte ein, in denen unsere Kunden Zalando besuchen: Online Shopping findet nicht mehr ausschließlich Zuhause statt, sondern immer mehr unterwegs. Dort wo die Trends am sichtbarsten sind. Die Suche nach dem neuen Lieblingsteil wird mit der Zalando App generell leichter, da Kunden neben Inspiration eben auch nach ähnlichen Styles oder Bildern suchen.“

Quelle: Zalando Pressematerial

Quelle: Zalando Pressematerial

Carsten Ernst, Product Manager iOS, Zalando:

“Wir sind ständig auf der Suche nach neuen technologischen Ansätzen und innovativen Lösungen, um unsere mehr als 13,5 Millionen Kunden in Europa künftig noch stärker beim digitalen Einkaufen zu unterstützen und ihnen verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in unser Sortiment anzubieten. Neben der klassischen Text- und Stichwortsuche und unserem Barcode Scanner können Kunden nun auch per Bilderkennung nach Kleidung zu bestimmten Farben oder Mustern suchen.“

Die iOS-App ist in der Version 3.2.4 in Deutschland für iPhone, iPod Touch und iPad verfügbar, die Fotosuche funktioniert aber nur in Deutschland auf dem iPhone und dem iPod Touch.

Cortexica FindSimilar™ Mobile Image Search

macht´s möglich – müsste man sagen. Das ist das britische Unternehmen, das mit seiner patentierten Technologie die visuelle Ähnlichkeitssuche erst ermöglicht. Seit März laufen auch Tests mit einer Bilderkennung von Schuhen, die ebenfalls auf die Technologie von Cortexica setzen.

“To date there are very few apps available for shoes and this technology promises to transform the market. Several leading UK shoe brands and retailers are already testing our software. When implemented, the technology is expected to boost m-commerce and increase transaction rates,” said Iain McCready, chief executive officer of Cortexica.

Die Software wurde vom Imperial College London entwickelt. Die dahinter liegende Logik wurde während einer sieben jährigen Studie von Biotechnologen, zur Bildverarbeitung des menschlichen Gehirns, erforscht.

Die Bedeutung der visuellen Suche für das Shopping der Zukunft zeigen auch die Investitionen in die Pionierunternehmen:

Dass die Bilderkennung indes nicht nur eine Spielerei ist, zeigt sich an den derzeit immer weiter steigenden Bewertungen für die Anbieter der Technik. Der Zalando-Partner Cortexica hat erst Mitte Juni von seinem Investor Imperial Innovations eine weitere Finanzierungszahlung in Höhe von umgerechnet fast zwei Millionen Euro erhalten. Und im Frühjahr hatte auch das kanadische Bilderkennungtechnikanbieter Slyce von Investoren umgerechnet acht Millionen Euro eingesammelt. Das Unternehmen ist nun mit mehr als zehn Millionen Euro Wachstumskapital ausgestattet.

Möglicherweise können die Mobile Shopping Bestrebungen von Umsetzungen wie von Zalando oder dem Amazon Firefly Button profitieren. Die großen und potenten Player scheinen jedenfalls das Kapital zu haben, hier innovative Projekte umzusetzen, die dem Kunden echten Mehrwert bieten. Zusätzlich ermöglichen derartige Angebote inspiratives, spontanes Einkaufen:
Mir gefällt das In-Teil eines Passanten auf der Straße oder meines Freundes? Einfach mit dem Smartphone einscannen und alsbald schreie ich vor Glück, wenn der Postbote zweimal klingelt.

Allerdings stellt sich dann, ganz getreu dem Samwer Sprech, die Frage: Wozu brauche ich eigentlich noch einen Laden?

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