Trend Forschung: Interview mit Stefan Hamann zu den Shopware Labs

Nachdem Brand Eins und Statista Shopware zum Innovator des Jahres 2017 ausgezeichnet haben, wollte ich bei dem Schöppinger Unternehmen noch etwas genauer nachfragen, wie und an was geforscht wird, bzw. wo man interessante technologische Trends sieht, die sich zukünftig auch bei Shopware wiederfinden könnten. Freundlicherweise stand mir dazu Stefan Hamann für ein Interview zu den Shopware Labs bereit.

Hallo Stefan, deine Firma Shopware wurde vor kurzem als Innovator des Jahres ausgezeichnet. Was macht euch zu einem der innovativsten Unternehmen Deutschlands?

Dazu muss natürlich schon einiges zusammenkommen. Zunächst mal: Wir haben Bock! Wir haben hier einen großen Haufen kreativer Menschen, die sich auch neben der Arbeit mit spannenden Zukunftsvisionen und innovativen Ideen auseinandersetzen und die Lust haben, gemeinsam etwas zu erreichen. Das ist schon mal eine gute Basis, und wenn man diesen Leuten dann den passenden Rahmen bietet, kommt immer etwas Spannendes dabei heraus. Wir bieten unseren Mitarbeitern, unter anderem mit Hackathons, Think Tanks, den Shopware Labs und einer allgemein entspannten und freien Arbeitsatmosphäre, genau einen solchen Rahmen.

Darüber hinaus braucht man noch eine Vision. Wir wollen den digitalen Handel revolutionieren und zukunftsweisende eCommerce-Lösungen für unsere weltweite Community schaffen. Das haben wir stets vor Augen und dafür arbeiten wir alle gemeinsam – vom Azubi bis zum Vorstand – jeden Tag.

Du hast die Shopware Labs angesprochen, was hat es damit auf sich?

Unser Leitmotto lautet „Hello Human“. Das bedeutet, dass zu jeder Zeit der Mensch im Zentrum unseres Handelns steht. Wir stellen den Menschen bewusst in den Mittelpunkt, um schon heute Lösungen für die digitale Welt von morgen zu entwickeln.

Die Entwicklung von Shopware soll sich also nach dem richten, was Shopbetreiber und Endnutzer wirklich brauchen und in Zukunft brauchen werden. Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf Analysen von Marktforschern und Experten, sondern forschen selber an der Zukunft des eCommerce. Dazu haben wir die Shopware Labs. Die Labs bündeln unser gesamtes eCommerce Know-How. Hier forschen wir Tag für Tag an der Zukunft des Onlinehandels – mit modernster Hardware, aktuellster Technik und der Power von begeisterten eCommerce-Enthusiasten.

Gibt es feste Mitarbeiter, die in den Shopware Labs arbeiten?

Wir haben zwei Mitarbeiter, die hauptverantwortlich für unsere Labs sind. Hierbei handelt es sich um einen IT-Administrator, der sich um die Hardware kümmert und einen Core-Entwickler, der sich auf die Softwareentwicklung fokussiert. Außerdem veranstalten wir einmal im Jahr einen Labs-Hackathon, bei dem sich alle Entwickler mit den neuen Technologien beschäftigen. Für unsere Mitarbeiter besteht auch jederzeit die Möglichkeit, die Geräte auszuleihen um Hobby-Projekte nach vorne zu treiben oder sich mit einer interessanten Technologie zu beschäftigen.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten an der Forschung und Entwicklung?

Shopware-Gründer-Stefan-Hamann-testet-in-den-Shopware-Labs-einen-3D-Scanner. Quelle: Shopware

Das lässt sich aufgrund unserer flexiblen Arbeitsweise nur schwer beziffern. Jeder kann Ideen einbringen und diese unter anderem in unseren Labs erforschen. Mal arbeiten größere Teams, beispielsweise aus unserer Core-Entwicklung, an Projekten, manchmal nur einzelne Mitarbeiter. Der gesamte Prozess beschränkt sich aber nicht nur auf den technischen Bereich, oft sind auch andere Abteilungen eingebunden. Insgesamt kann man also sagen, dass wohl über 70% unserer Mitarbeiter direkt oder indirekt im Forschungs- und Entwicklungsbereich mitwirken und an der Ideenfindung oder Evaluierung beteiligt sind.

Technologie Trends im E-Commerce

  • Produktinszenierung
  • allumfassende Vernetzung
  • künstliche Intelligenz (AI)

Wo seht ihr im Moment die großen Trends für den eCommerce?

Die Themen, mit denen wir uns aktuell intensiv beschäftigen sind beispielsweise dreidimensionale Produktvisualisierungen, die allumfassende Vernetzung und künstliche Intelligenz. Zum 3D-Thema haben wir im letzten Monat bereits ein Plugin als Tech-Demo auf Github zur Verfügung gestellt. Hier beschäftigen wir uns außerdem damit, wie 3D-Produktvisualisierungen massentauglich werden können und wie auch kleinere Shopbetreiber davon profitieren könnten. 3D ist auch in Verbindung mit Virtual Reality sehr spannend, weil es dem Kunden ermöglicht, durch ein plastisches 3D Modell in einer virtuellen Umgebung ein noch besseres Gefühl für das Produkt zu bekommen.

Außerdem ist die allumfassende Vernetzung ein wichtiges Thema. Wir leben in einer Welt, die sich mit einer unglaublichen Geschwindigkeit weiterentwickelt. Gleichzeitig nehmen auch die Komplexität und der Vernetzungsgrad zu. Alles ist miteinander verbunden und Technologien müssen sich perfekt in diese sich verändernde Welt einfügen.

Und natürlich wird künstliche Intelligenz ein immer größeres Thema, mit dem wir uns bereits seit geraumer Zeit beschäftigen.

Künstliche Intelligenz als Mehrwert
für Shopware Kunden

Wie könnte künstliche Intelligenz in Shopware aussehen?

Hierzu verfolgen wir schon konkrete Ideen und Visionen. Wir arbeiten zum Beispiel an einem intelligenten Chat-Bot, der relevante Daten mit branchenüblichen Zahlen vergleicht und dem Shopbetreiber selbstständig Handlungsempfehlungen ausspricht, beispielsweise zur Erhöhung der Conversion-Rate. Mit der Zeit lernt der Bot dazu und passt sein Verhalten entsprechend an.

Aber es gibt natürlich auch zahlreiche weitere Überlegungen, welche Chancen künstliche Intelligenz zukünftig für unsere Software bietet.

Potential von Virtual und Augmented Reality

Gibt es andere spannende Technologien, die zukünftig Einfluss auf den eCommerce haben könnten?

Es gibt sicherlich zahlreiche interessante Ansätze und wir stehen allen offen und neugierig gegenüber. Eines der beherrschenden Themen in näherer Zukunft wird neben KI auch Virtual Reality beziehungsweise Augmented Reality sein. Gerade im Bereich der Augmented Reality sehen wir im Hinblick auf das ARKit in iOS 11 schon zeitnah ein großes Potenzial.

Bei dieser Vielzahl interessanter Technologien: Wie entscheidet Ihr, was weiterverfolgt wird und was nicht?

Stefan Hamann, Shopware

Wie bereits gesagt, stehen wir jeder Technologie zunächst erstmal vollkommen offen gegenüber. Dann erstellen und evaluieren wir Konzepte und entwickeln interne Tech-Demos, um ein Gefühl für die Technik und etwaige Potenziale zu bekommen. Wir sind alle absolut technikbegeistert und haben viel Spaß an dieser Arbeit, aber bei uns steht immer der Mensch im Mittelpunkt der Überlegungen. Unsere Software entwickeln wir für die Menschen, die sie benutzen. Also müssen wir das Gefühl haben, dass die Technologie auch irgendeinen Mehrwert für den Kunden oder den Shopbetreiber hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zu Stefan Hamann

Stefan Hamann hat die shopware AG im Alter von 16 Jahren gegründet und ist seitdem in der Geschäftsführung aktiv. Früher wie heute bestimmt er den strategischen Kurs des Unternehmens und ist daneben für die technische Ausrichtung und Gesamtplanung verantwortlich. Sein Büro ist eine Mischung aus NASA-Kontrollzentrum, Kreativ-Labor und Meetingraum. Stefan muss an mindestens 10 großen Projekten gleichzeitig arbeiten, damit ihm nicht langweilig wird.

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