Q2 2016: Google beschert Alphabet einmal mehr goldene Zeiten

Als letzter der großen GAFAZ (Google, Apple, Facebook, Amazon, Zalando) hat die Google Mutter Alphabet ihre Geschäftszahlen zum zweiten Quartal 2016 vorgelegt. Das weiterhin boomende Anzeigengeschäft von Google sichert erneut seiner Dachgesellschaft goldene Zeiten. Jedoch verbrennt Google X Labs, die Zukunftsforschung, weiterhin zunehmend Geld. Hierauf legen wir folglich unser Augenmerk.

Quickfacts zu den Alphabet / Google Geschäftszahlen

  • Im zweiten Quartal 2016 stieg der Bruttoumsatz auf 21,5 Milliarden Dollar, von denen 3,9 Milliarden an Partner abgeführt wurden, ein Plus von 21 Prozent.
  • Der Nettogewinn summierte sich auf 4,87 Milliarden Dollar nach 3,9 Milliarden im Vorjahr.
  • Der Gewinn je Aktie machte vor Sonderposten einen Sprung um sechs Prozent auf 8,42 Dollar.
  • Die Kosten pro Klick, also das was Firmen an Google zahlen, wenn ihre Anzeige angeklickt wird, sanken erneut um sieben Prozent.
  • Die Anzahl der Klicks stieg um 29 Prozent. Somit konnte das Mengenwachstum die sinkenden Preise leicht wettmachen.
  • Analysten schätzen, dass mehr als die Hälfte der Umsätze mit Werbung für mobile Geräte generiert wird.
  • Im Segment „andere Umsätze“ zog der Umsatz verglichen zum Vorjahr um 33 Prozent auf 2,17 Milliarden Dollar an. Dieser Bereich summiert Apps und Cloud Computing für Unternehmen.

Im Gegensatz zu Google stiegen bei Facebook die Preise für mobile Werbeanzeigen. Wobei Mark Zuckerberg einräumte, dass hier mittlerweile eine Verknappung erreicht ist. Aus Platzgründen lässt sich gar nicht mehr noch mehr Werbung anzeigen – was natürlich aufgrund der hohen Nachfrage der Werbetreibenden die Preise zusätzlich antreiben dürfte. Google bietet hier auf seinen Seiten und Suchergebnissen mehr Raum, was die Preise nicht im gleichen Maß steigen lässt.

Analysten beobachten bei Alphabet vor allem die Umsatzentwicklungen außerhalb des Anzeigengeschäfts, weil es von großer Bedeutung wäre sich von dessen alleiniger Abhängigkeit für das Gesamtunternehmen zu befreien. Gerade Amazon zeigt ja, wie erfolgreich und gewinnträchtig das Cloud Computing sein kann.

Google X Lab weiter Faß ohne Boden

Einerseits beneiden Viele Alphabet um die Möglichkeit, ob der hohen Einnahmen in anderen Geschäftsbereichen, sich zukunftsträchtigen Ideen und Projekten widmen zu können, die zunächst keine klare Gewinnaussicht haben. Andererseits erzeugt die Abteilung X Labs nach wie vor hohe Verluste, die nicht in Umsatz und Gewinn umgewandelt werden können. Wer über einen Handelsblatt Digitalpass verfügt kann dort ein Interview mit der Topmanagerin Obi Felten zu Google X lesen. Unter anderem sagt sie: „Wir sind geduldig, wir denken, dass die Probleme, an denen wir arbeiten, so riesig sind, die Technologien so verrückt und disruptiv, dass die Umsetzung einfach so lange dauert. Bei unseren Moonshots müssen wir mindestens drei bis fünf Jahre, manchmal sogar zehn Jahre warten, bis wir erste Resultate sehen.“

Auch der Leiter der Abteilung Astro Teller äußerte sich auf Medium zu der aktuellen Entwicklung und dem Vorgehen. Hier einige seiner interessantesten Aussagen:

We embrace failure as a powerful tool for learning and, counter-intuitively, making progress; this is one of our most important values.

In short, we try to steer X to be “responsibly irresponsible” as we develop new products.

we want to fall in love with a problem, and aim to understand it so deeply that it becomes easier to find fresh new approaches.

That’s the nature of moonshot-taking: we weed out ideas as we learn more about the size of their potential or their risk. So the number of explorations under our roof will vary at any given time.

Die Geschäftseinheit weitete im zweiten Quartal 2016 den operativen Verlust spürbar aus – von 660 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 859 Millionen. Im gesamten Vorjahr gab es einen operativen Fehlbetrag von 3,6 Milliarden Dollar. In diesem Jahr steuert man auf die vier Milliarden Dollar zu. Der Umsatz von X Labs stieg auf 185 von 74 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.

Durch die Struktur in zwei getrennte Aktienstämme, die den Firmengründern in der Praxis eigenständige Entscheidungen ermöglicht ohne zu großen Druck oder Einfluss von Aktivisten oder Aktionären zu spüren, besteht kurzfristig kein allzu großer Handlungsdruck. Aber man hat selbst am Beispiel Apple gesehen, dass man sich über kurz oder lang nicht den Erwartungen des Marktes entziehen kann. Zudem durch die neue Holdingstruktur von Alphabet die Geschäftszahlen von X Labs mittlerweile transparent und deutlich sichtbar sind.

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