Projekt Loon: Google kauft Drohnenfirma Titan Aerospace

Das Google Projekt Loon, Ballon betriebenes Internet für alle, nimmt weiter Gestalt an: Jüngst wurde der Drohnenhersteller Titan Aerospace übernommen. Der Suchmaschinengigant ist immer stärker auf Luftüberwachungstechnik für Bilder angewiesen und arbeitet daran, einen größeren Anteil der Weltbevölkerung per Luft ans Internet anzuschließen.

Solara 50 - Titan Aerospace

Solara 50 – Titan Aerospace

In einem Interview auf der TED2014 hatte Larry Page Anfang März seine Pläne mit Projekt Loon weiter erläutert.

Google nannte keinen Übernahmepreise für Titan, dessen solarbetriebene Drohnen darauf ausgelegt sind, Jahre in der Luft zu verbringen. Wie t3n und andere Medien berichten, soll auch Facebook an dem Drohnen Hersteller Interesse gezeigt haben. TechCrunch verweist auf eine sichere Quelle, die von einer möglichen Kaufsumme von 60 Millionen US Dollar sprach.

Der Social Media-Riese gründete jedoch ein Connectivity Lab und schnappte sich den britischen Mitbewerber Ascenta für 20 Millionen US-Dollar – angesichts der jüngsten Akquisen von Facebook ein billiger Deal.

Über Titan Aerospace

Offiziell heißt es bei Titan Aerospace:

At Titan Aerospace, we’re passionate believers in the potential for technology (and in particular, atmospheric satellites) to improve people’s lives. It’s still early days for the technology we’re developing, and there are a lot of ways that we think we could help people, whether it’s providing internet connections in remote areas or helping monitor environmental damage like oil spills and deforestation. That’s why we couldn’t be more excited to learn from and work with our new colleagues as we continue our research, testing and design work as part of the Google family.

Am US Standort arbeiten derzeit 20 Mitarbeiter, die bis 2015 eine erste marktreife Drohne fertigstellen sollen. Sie werden wohl in Googles Forschungsabteilung „X“ integriert. Wie bei Google zumeist üblich bleibt vorerst auch das Management unverändert.

Seit Oktober war Vern Raburn Chef von Titan Aerospace. Er bekleidete sowohl die Funktion des CEO als auch jene des Vorsitzenden des Verwaltungsrates. Früher war Raburn als Manager etwa bei Lotus Development, Microsoft und Symantec tätig. Und er hat auch Erfahrung mit Luftfahrzeugen. 1998 gründete er, ebenfalls in Albuquerque, das Unternehmen Eclipse Aviation. Daran war auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates finanziell beteiligt. Eclipse Aviation baute kleine, leichte Düsenflugzeuge. Allerdings wurde die Firma 2008 zahlungsunfähig. Die Konkursmasse wurde 2009 von Eclipse Aerospace aufgekauft. (heise.de)

Titan Aerospace "Solara 50"

Titan Aerospace „Solara 50“

Was macht Titan Aerospace so interessant?

Google, insbesondere Larry Page, sieht es als seine Mission das Internet auch an die entlegensten Enden der Erde zu bringen. Das Projekt Loon bezeichnet die Idee Ballons in die Stratosphäre zu bringen, die von dort aus eine Vernetzung entlegener und bevölkerungsarmer Landstriche ermöglichen sollen.

Ein Google Unternehmenssprecher zur Übernahme: „Atmosphärische Satelliten könnten dabei helfen, Millionen von Menschen Internetzugang zu geben und andere Probleme zu lösen, unter anderem Katastrophenhilfe und Umweltzerstörung wie das Waldsterben.“

Titan könnte auch mit Makani zusammenarbeiten, einem anderen Google-Projekt in der Frühphase, das eine Windturbine entwickelt, die an Flugzeugen angebracht auf effizientere Weise Energie erzeugen soll.

Die Teams sollen unter anderem an fortschrittlichen besonders leichten Materialen für Flugzeuge und Algorithmen für die Windvorhersage und Flugpläne arbeiten.

Laut Titan werden die Drohnen in der Lage sein, Echtzeitaufnahmen der Erde in hoher Auflösung zu machen, Messungen der Atmosphäre über Sensoren durchzuführen sowie Daten- und Sprache zu übertragen. Diese Art Technologie könnte auch anderen Geschäftsbereichen von Google helfen wie beispielsweise dem Kartendienst Google Maps. […]

Titan entwickelt zwei libellenförmige Drohnen, die beide mit Batterien betrieben werden und durch Solarzellen an den Tragflächen aufgeladen werden. Das kleinere Modell mit dem Namen Solara 50 hat eine Spannweite von rund 50 Metern, etwas mehr als eine Boeing 767 vorweisen kann.

Auf seiner Internetseite wirbt das Unternehmen, dass die Drohnen eine Internetgeschwindigkeit von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde durch spezielle Kommunikationssysteme gewährleisten können. Das wäre deutlich schneller als die Breitbandnetze in den meisten Industrieländern zur Verfügung stellen. Laut Titan soll die Vermarktung 2015 beginnen. (wsj.de)

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