Project Fi by Google disrupts Mobile Telecommunication

Mit seinem neuen Project Fi schickt sich Google an den Markt der mobilen Telekommunikation umzukrempeln. Seit Mittwoch letzter Woche wird in den USA ein eigener Mobilfunktarif angeboten, der die etablierten Netzbetreiber erheblich unter Druck setzen dürfte.

Die monatlichen Kosten für die Sprach und Text Nutzung sollen bei 20 Dollar liegen, pro 1 GB Datenvolumen, außerhalb von WLAN Netzen, fallen weitere 10 Dollar an. Über u.a. Wifi Verbindungen soll der Tarif zum gleichen Preis in über 120 Ländern weltweit angeboten werden. Wer sein Volumen im Monat nicht nutzt, der bekommt den Rest im Folgemonat gutgeschrieben.

Google Project Fi läutet neue Preisspirale ein

Mit der Preisstruktur setzt Google die anderen Anbieter unter Druck und unterwandert auch deren Kundenhoheit. Hier eine Übersichtsgrafik vom Wall Street Journal, das die aktuellen Preis verschiedener Anbieter mit Project Fi vergleicht:

Quelle: The Wall Street Journal

Quelle: The Wall Street Journal

Project Fi soll sich automatisch mit über einer Million freien WiFi Hotspots verbinden. Sind diese nicht verfügbar soll eine Verbindung über das Netz von Sprint oder T-Mobile aufgebaut werden, abhängig davon, welches aktuell die beste Verbindung bereit stellt. Google hat Verträge mit beiden Anbietern geschlossen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA teilweise erhebliche Löcher in der mobilen Netzabdeckung was ein deutliches Argument für das Switching zu unterschiedlichen Providern ist. Bei uns erreicht die Telekom, als bester Anbieter, eine Abdeckung von 91 Prozent. „Dieser Wert gilt allein für Großstädte. In der Kleinstadt sind es 86 Prozent, auf dem Land dürfte es noch schlechter aussehen.“ (via SZ.de)

Für die Nutzung ist keine längere Vertragsbindung vorgesehen – ein Trend der auch bei traditionellen Mobilfunkanbietern immer mehr zu erkennen ist.

Telefonnummer unabhängig von Endgerät

Die Telefonnummer soll dabei auch geräteunabhängig sein und in einer Cloud hinterlegt werden. Damit könnte man von jedem Gerät, das ans Internet angeschlossen ist, telefonieren. Ähnliches bietet seit kurzem Apple mit dem aktuellen OS X an, wo man ebenfalls über den Desktop oder ein Macbook telefonieren kann. Das funktioniert allerdings nur, wenn das eigene iPhone samt SIM-Karte in der Nähe ist, und auch nur von Apple-Gerät zu Apple-Gerät.

Quellen und Verweise:

Mit seinem neuen Dienst greift Google direkt das Kerngeschäft wichtiger US Mobilfunkanbieter, wie AT&T, Verizon, T-Mobile oder Sprint an. Dadurch wird die Beziehung von Google, das gleichzeitig den Vertrieb von mobilen Android Geräten vorantreiben möchte, mit den Telekomunternehmen nicht leichter. Andererseits zeigt es einmal mehr die Bestrebung immer mehr Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen – was gleichbedeutend mit neuen Kunden für die Dienste von Google, wie Suchmaschine, YouTube, etc. ist.

Aktuell nur per Einladung und mit Nexus 6 nutzbar

Freilich haben die Kalifornier noch einen langen Weg vor sich, auch wenn bereits die Ankündigung bereits für einen riesigen medialen Buzz sorgt. Zu Beginn ist Project Fi nur auf Einladung möglich und nur in Kombination mit einem Endgerät – dem Google Nexus 6. Google muss sich als Mobilfunkanbieter erst noch beweisen und durch seine Strategie für die Endgeräte mit verschiedenen Hardwareherstellern zusammen zu arbeiten, konnte es die Nutzer noch nicht sehr stark an sich binden.

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