Probleme bei Alphabet? Tony Fadell verlässt Nest

Führungswechsel bei Googles Milliarden-Zukauf Nest: Der Mitgründer und Chef des Spezialisten für Heimvernetzung, Tony Fadell, ist zurückgetreten. Die Firma, die Google vor gut zwei Jahren für 3,2 Milliarden Dollar übernommen hatte, ist vor allem für ihren selbstlernenden Heizungsregler mit Internet-Anbindung bekannt. Sie ist inzwischen ein selbstständiger Konzernteil der neuen Google-Mutter Alphabet .

Der 47-jährige Fadell war einst bei Apple maßgeblich an der Entwicklung des Musikplayers iPod beteiligt und gilt als einer der Stars des Silicon Valley.

Umstrittener Führungsstil und interne Probleme bei Google

Nest gründete er vor sechs Jahren mit dem Technik-Experten Matt Rogers. Während es schon seit einiger Zeit keine neuen Nest-Produkte gab, geriet Fadell zuletzt ins Gerede wegen seines Führungsstils. Ein Gründer des von Nest übernommenen Sicherheitskamera-Anbieters Dropcam kritisierte ihn öffentlich scharf und schrieb, er bereue, sein Unternehmen verkauft zu haben.

Die Rolle von Nest innerhalb von Alphabet wurde von Branchenbeobachtern aber noch mehr in Zweifel gezogen, als vor wenigen Wochen der vernetzte Lautsprecher Google Home ohne Beteiligung von Nest vorgestellt wurde. Dieser soll u.a. mit Amazons Echo konkurrieren, hätte aber von der Produktlinie sehr gut zu Nest gepasst.

Allgemein gibt es gerade Spekulationen über Veränderungen bei Googles Zukäufen, die bisher monetär zu wenig zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Noch immer ist allein das Suchmaschinengeschäft die Cashcow. Auch der Roboterhersteller Boston Dynamics soll zur Disposition stehen.

Tony Fadell in einer Vielzahl an Projekten aktiv

Fadell schrieb jetzt in einem Blogeintrag, sein Rückzug sei bereits seit Ende vergangenen Jahres vorbereitet worden. Sein Nachfolger wird Marwan Fawaz, der vorher bei Adelphia, Charter sowie der früheren Google-Tochter Motorola Mobility arbeitete und dem Vorstand von Cable Labs vorsitzt.

Er bekomme jetzt mehr Zeit und Flexibilität, um Neues in anderen Branchen zu versuchen. So etwa Actev Motors, das mit dem Arrow ein elektrisches Gokart für Kinder baut. Darüberhinaus ist der umtriebige Manager in über 100 weitere Unternehmen investiert.

Auch auf Twitter meldete er sich selbst zu Wort:

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