PopUp Stores: Mit store2be die richtigen Kundengruppen in der Offline-Welt erreichen

Nachdem wir in 2014 und 2013 bereits einige PopUp Store Anbieter vorgestellt haben, haben wir nun ein Interview mit store2be geführt. Der Anbieter vermittelt Aktions- und Verkaufsflächen, die temporär genutzt werden können. Mein Gesprächspartner war Geschäftsführer Dr. Marlon Braumann, zuständig für Vertrieb und Presse.

Wer steckt hinter dem Unternehmen, bzw. wer ist das Gründerteam?

Hinter store2be stehen die vier Unternehmensgründer Emil Kabisch, Peter Gundel, Sven Wissebach und Marlon Braumann. Sven und Marlon kennen sich bereits aus ihrem Studium an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar. Sie bilden die betriebswirtschaftliche Seite des Gründerteams ab und kümmern sich um alle Themen rund um Vertrieb, Finanzierung, Operations und Human Resources. Auch Emil und Peter kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Studienzeit am Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Sie treiben als technische Seite des Gründerteams unser Produkt voran und entwickeln die Online-Buchungsplattform store2be.com.

Quelle: store2be

store2be Gründerteam. Dr. Marlon Braumann ist der 2. von links. Quelle: store2be

Wie wurde store2be bisher finanziert?

Bislang ist store2be durch die Gründer sowie Förderprogramme und Wettbewerbe finanziert. Wir hatten das große Glück, uns für eine Förderung durch das EXIST-Gründerstipendium zu qualifizieren und mit unserem Konzept erfolgreiche Plätze bei dem Wettbewerb shareBW und dem CyberChampions Award in Karlsruhe zu belegen. Für unser weiteres Wachstum planen wir für den Sommer mit einer Finanzierungsrunde durch externe Investoren.

Wo bieten Sie PopUp Stores an?

store2be bietet stationäre Aktionsflächen und Verkaufsflächen in Einzelhandelsgeschäften und Einkaufszentren, aber auch an außergewöhnlichen Orten wie Fitnessstudios oder Kinos. Derzeit liegt der Fokus auf Deutschland. Bereits über 600 Flächen in mehr als 40 Städten können Unternehmen mit wenigen Klicks für ihre Marken und Produkte buchen. Sie profitieren von der bestehenden Kundenfrequenz auf den Flächen, sprechen gezielt Neukunden an und erhalten direktes Kundenfeedback.

Seit wann sind Sie auf dem Markt?

Als Gründerteam arbeiten wir seit dem vergangenen Sommer an store2be. Online erreichbar ist unsere Plattform seit Oktober 2015 und seitdem bauen wir unser Portfolio an attraktiven Flächen sukzessive aus. Darüber hinaus streben wir an, die „One-Stop Lösung“ für den stationären Auftritt zu werden und bieten unseren Kunden inzwischen neben der richtigen Fläche auch Zusatzleistungen wie Standbau, Logistik und Personal.

Wie sehen Ihre Pläne für 2016 aus?

Unsere wichtigsten Schritte im Jahr 2016 sind vor allem der Ausbau unseres Flächenportfolios über unterschiedliche Flächentypen und die Ansprache neuer Kundengruppen, für die unsere Lösung relevant ist. Derzeit befindet sich der Großteil unserer Flächen in Shoppingcentern und inhabergeführten Geschäften; künftig werden wir noch weitere Flächentypen anschließen, damit jedes Unternehmen über store2be mit wenigen Klicks an den richtigen Orten auftauchen kann. Darüber hinaus entwickeln wir unser Produkt konsequent weiter, um den Abstimmungsprozess zwischen Mietern und Vermietern von Flächen Schritt für Schritt zu vereinfachen und zu automatisieren.

Wer sind die store2be Kunden?

Zu unseren Kunden zählen derzeit zahlreiche Online-Unternehmen, die ihre Go-to-Market Strategie um kurzfristige stationäre Auftritte erweitern möchten. Unsere Lösung von store2be ist vor allem für solche Unternehmen interessant, die sehr erklärungsbedürftige oder erlebnisintensive Produkte anbieten oder aber vermehrt auf Eigenmarken setzen, deren Bekanntheit sie ausbauen möchten. Online-Unternehmen erhalten mit store2be erstmals die Möglichkeit, mit wenig Aufwand kurzfristig zur richtigen Zeit am richtigen Ort Offline aufzutauchen. Zu unseren Kunden zählen neben Online-Unternehmen auch Konsumgüterhersteller mit starken Marken, die ihren Kunden an neuen Orten begegnen und den direkten Kundenkontakt pflegen möchten. Bei allen Aktionen handelt es sich um klassische „PopUp-Aktionen“ in Zeiträumen zwischen einem Tag und wenigen Wochen. Zudem tauchen zahlreiche Startups regelmäßig mit store2be im stationären Handel auf. Dadurch erhalten sie direktes Feedback zu Ihren Produkten, können verschiedene Kundensegmente testen und schon früh zahlreiche Neukunden in der Offline-Welt akquirieren.

Wie sehen Sie allgemein die Marktentwicklung in Deutschland?

Wir beobachten, dass sich die Rolle der stationären Präsenz für viele Unternehmen ändert. Das kurzfristige Auftauchen an wechselnden Orten wird zunehmend zu einem Bestandteil von Marketingstrategien, wobei sich die meisten Unternehmen natürlich am liebsten an frequenzstarken Orten mit exakt ihrer Zielgruppe präsentieren möchten. Vor allem viele Online-Unternehmen streben zunehmend nach kurzfristigen stationären Präsenzen, nachdem sich gezeigt hat, dass vor allem solche Unternehmen nachhaltig erfolgreich sind, die auf mehrere Customer Touchpoints und Kanäle (Stichwort: Omnichannel) setzen. Die richtigen Flächen sind dabei nicht immer zwingend in der sogenannten A-Lage; je nach Produkt- und Kundengruppe kann manchmal auch ein Store vor den Toren der Stadt, auf der „grünen Wiese“, der richtige sein. Auch auf der Anbieterseite merken wir, dass sich immer mehr stationäre Einzelhändler intensive Gedanken über die künftige Entwicklung ihrer Branche machen. Aufgeschreckt durch den erstarkten Online-Handel in den letzten 10 Jahren, suchen immer mehr Händler nach neuen Geschäftsmodellen bzw. Möglichkeiten, sich zu differenzieren – diese Bereitschaft merken wir bei einigen, nicht bei allen, Einzelhändlern definitiv.

Indem wir Onliner mit den richtigen stationären Händlern zusammenbringen, stärken wir beide Gruppen und bringen Abwechslung in den Einzelhandel.

Vielen Dank für das interessante Gespräch und die Einblicke in store2be.

Letzte Aktualisierung: 21:03:00 – 2016-06-29

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