Open Code: Spryker stellt erste Produktprobe für Software online

Wir verfolgen seit längerem die Entwicklung von Spryker Systems. Mitte der Woche gab es nun die nächste interessante Neuigkeit: Spryker Systems, 2014 gegründeter Anbieter für einen agilen Technologie-Ansatz im E-Commerce, stellt das Herzstück seines Produkts online: den Quellcode für das Software-Framework Spryker.

Spryker goes Open-Source

Spryker Open Code

Spryker Open Code

Auf spryker.com/development können Entwickler aus Unternehmen und Agenturen erstmals komplett offen probearbeiten mit der modularen IT.

Inspiriert vom Open-Source-Gedanken erlaubt das Team nicht nur einen Blick in den Maschinenraum, sondern auch, den Code am eigenen Shop bzw. Commerce-Projekt auszuprobieren. Entscheiden sich Unternehmen zum Einbau von Spryker und der kommerziellen Verwendung profitieren sie neuerdings außerdem von einem differenzierten Lizenzmodell: Es stellt Kunden statt eines Festbetrags die individuelle Nutzung nach Anzahl der Entwickler in Rechnung.

Die Trennung von Back- und Frontend, der hohe Modularisierungsgrad der Funktionen und individuell formbare Anforderungen an Content und Features: Spryker Open Code zeigt, wie sich die Alternative zur Eigenentwicklung in der E-Commerce-Praxis anfühlt. Strategie- und IT-Verantwortliche in Unternehmen können durch den offenen Code ihre Entscheidungsfindung untermauern. Entwicklern bietet Spryker einen intuitiven Einstieg und effizientes Arbeiten – die Software entspricht sowohl dem Clean Code-Standard als auch den Prinzipien des S.O.L.I.D. Designs, dem Reinheitsgebot für eine Software und ihren Aufbau. Ebenfalls ausgerichtet auf die Anwenderperspektive ist das neue Preismodell rund um das Framework Spryker: Die Lizenzgebühren richten sich nach der Anzahl eingesetzter Entwickler und ersetzen damit die bisherige Jahreslizenz. Mehr dazu unter: spryker.com/product.

Für die Nicht-Entwickler unter den Lesern hier noch zwei Erläuterungen:

Clean Code

Mit „sauber“ werden ein Quellcode, aber auch Dokumente, Konzepte, Regeln und Verfahren bezeichnet, die leicht nachvollziehbar bzw. intuitiv verständlich sind. Ziel von Clean Code ist es, den Aufwand für die Wartung und Weiterentwicklung von Software sowie Fehlerbehebungen zu verkürzen und die Qualität von Software zu verbessern.

vgl. auch: https://de.wikipedia. org/wiki/Clean_Code

S.O.L.I.D. Design

Die Prinzipien des „objektorientierten Designs“ unterstützen u.a. die Gestaltung von Entwurfsmustern, Domain- driven Design und die Zuschreibung von Verantwortlichkeiten im System wie durch das “Single Responsibility Prinzip”. Ziel ist es, die Wartbarkeit von Software zu erleichtern und ihre Lebensdauer zu erhöhen.

vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/SOLID_(object-oriented_design), der deutsche Artikel ist hier zu finden.

Alexander Graf und Fabian Wesner zu Open Code

Alexander Graf Spryker

Alexander Graf Spryker

Alexander Graf, Gründer und CEO von Spryker Systems: „Wir glauben, dass man Software heute nicht mehr klassisch verkaufen kann, sondern Anwendern eine informierte Entscheidung ermöglichen sollte. Unser Ziel ist es, ambitionierte Unternehmen mit den Voraussetzungen von Marktführern auszustatten, die ihre Geschäftsmodelle, Shops und Services ohne technologische Grenzen modulieren können. Mit Spryker Open Code können Unternehmen unsere Software jetzt genauso testen wie Technologie-Player es tun.“

Fabian Wesner, Gründer und Chief Technology Officer von Spryker Systems: „Der Erfolg von Geschäftsmodellen im Handel ist heute untrennbar verbunden mit Software. Unsere Mission mit Spryker ist es, die Blackbox agiler Technologie für Entwickler und Entscheider auch außerhalb von Start-ups zu öffnen.“

Christian Meermann, Managing Partner von Cherry Ventures und Investor: „Um Technologie im Wettbewerb als Wertschöpfungsquelle nutzen zu können müssen Unternehmen heute viel tiefer in eine Software hineinschauen. Es geht nicht mehr um einzelne Vorzüge des Systems, sondern darum, was es für die zukünftige Strategie des Unternehmens bedeutet. Open Code ist ein richtungsweisender Schritt, weil er das Herz von Software für diese Entwicklung öffnet. Ich freue mich, dass Spryker als einer der ersten Anbieter von Enterprise-Technologie diesen Schritt geht, in einer Form, die meines Erachtens einen neuen Standard setzt.“

Tarek Müller, Collins / About You aus Anwendersicht

Perspektiven zum Thema u.a. von Tarek Müller (Collins / ABOUT YOU) im spryker.com/blog. Zu dem neuen Schritt sagt er:

Der Schritt in den Open Code ist meines Erachtens mit Blick auf Spryker und allgemein am Enterprise-Markt sehr, sehr sinnvoll. Zum einen können Unternehmen damit schnell ein gutes Bild des Software-Ansatzes erhalten und ihn schon beim Auswahlprozess detalliert auf ihre Ziele hin prüfen und probeweise einsetzen. Außerdem ist der offene Code ein radikaler und wichtiger Ansatzpunkt dafür, dass sich nicht nur der technische Projektleiter mit Software beschäftigt, sondern alle relevanten Führungskräfte: Von der IT über das Marketing bis hin zu Operations und Geschäftsführung sollten alle Führungskräfte die Chance nutzen, um frühzeitig ihren Beitrag zur Entscheidung zu leisten und ein Verständnis für die technologischen Möglichkeiten aufzubauen. Mit dem Open Code gibt es später keine Ausreden mehr á la “Unsere IT kann das leider nicht” oder “hätte ich das mal vorher gewusst”. Mit Spryker ist grundsätzlich alles möglich, wenn man das Framework richtig nutzt und auch interne Tech-Kompetenzen entwickelt.

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