Online-Zimmervermittlung in Deutschland mit großem Potenzial

Während sich die Internetgemeinde über das Airbnb Re-Branding lautstark lustig macht, weist der BITKOM darauf hin, dass die Online-Zimmervermittlung in Deutschland noch über ein großes Potential verfügt.

Die Airbnb Vision

Airbnb verpasste sich eine komplette rundum Erneuerung und führte das neue Logo mit der Bezeichnung „Bélo“ ein. Es wurde sogar ein eigener Imagefilm dafür kreiert:

airbnb LogoDie (zumeist privaten) Gastgeber können das neue Logo individuell anpassen und es auch öffentlich zeigen. Damit soll ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugt werden. Airbnb will damit gleich ein ganzes Lebensgefühl transportieren, getreu dem Motto „Ich bin zu Hause, wo ich willkommen bin und respektiert werde“. Im Grunde soll damit auch der Gedanken der Share Economy, etwas miteinander zu teilen, damit alle mehr von Besitz und Wohlstand profitieren, gestärkt werden.

Auf Medium zeichnete Aribnb Macher Brian Chesky im März seine Vision der Shared City:

Imagine if you could build a city that is shared.
Where people become micro-entrepreneurs, (…)
Imagine a city that fosters community,
where space isn’t wasted, but shared with others.
A city that produces more, but without more waste. (…)
Cities are the original sharing platforms. (…)

BITKOM Prognose für Online-Zimmervermittlung

  • Jeder vierte Bundesbürger sieht neue Internet-Plattformen als Alternative zum Hotel oder zur klassischen Ferienwohnung
  • Zwei Drittel wenden sich gegen Einschränkung solcher Angebote

Obwohl sich mehr als ein Fünftel der Bevölkerung (27 Prozent) vorstellen kann in Zukunft ein privates Zimmer oder eine Wohnung über Plattformen wie airbnb oder 9Flats zu buchen, haben bisher erst 3 Millionen dies auch getan. Nicht nur auf der Nachfrage, auch auf der Anbieterseite ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Rund 2,5 Millionen Deutsche wären bereit über entsprechende Dienstleister ihre eigenen vier Wände im Internet oder angeschlossener Apps anzubieten.

„Die private Vermietung von Zimmern war bislang weitgehend jenen vorbehalten, die über eine Zweitwohnung oder ein Ferienhaus verfügen. Die neuen Internet-Plattformen ermöglichen nun viel mehr Menschen, auch kurzentschlossen die eigenen vier Zimmer auf Zeit anzubieten“,

sagte BITKOM-Vizepräsident Ulrich Dietz. „Dabei stehen nicht immer finanzielle Aspekte im Vordergrund. Oft werden Wohnungen auch getauscht oder es wird unentgeltlich ein Zimmer zur Verfügung gestellt. Soziale Aspekte oder auch einfach das Interesse an neuen Kontakten spielen häufig eine wichtige Rolle. Das Potenzial für Online-Plattformen zur Vermittlung privater Unterkünfte ist groß.“

Vor allem junge Leute stehen der privaten Zimmersuche als Alternative zu Hotels und klassischen Ferienwohnungen aufgeschlossen gegenüber. Unter den 14- bis 29-Jährigen können sich sogar 42 Prozent vorstellen, auf diese Weise ein Zimmer oder eine Wohnung zu mieten. 7 Prozent überlegen, auf diesem Weg ihre eigene Wohnung oder einzelne Zimmer anzubieten.

Versuche, solche neuen Geschäftsideen mit Verboten zu verhindern, werden mit großer Mehrheit abgelehnt. Rund zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) wünschen sich, dass diese Dienste auch künftig in Deutschland erlaubt bleiben. Unter den 14- bis 29-Jährigen ist die Zustimmung mit 71 Prozent sogar noch deutlich höher.

„Wir müssen neue Ideen fördern und die Chancen der Shareconomy nutzen“, so Dietz.

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