Neuer Inhaber von Sanicare äußert sich zur Zukunft der Versandapotheke

Rund zweieinhalb Monate nach dem Kauf von Deutschlands größter Versandapotheke Sanicare am 1. April 2013 stellte sich deren neuer Inhaber, Dr. Volkmar Schein, anlässlich eines Kongresses zum Arzneimittelversandhandel heute (13. Juni) erstmals in Berlin der Branche vor:

Apotheker Volkmar Schein

Apotheker Volkmar Schein

Sortimentsausbau und schnellere Lieferung sollen Sanicare stärken

„Mein Ziel ist es, Bewährtes noch besser zu machen. Hierzu gehören ein weiterer Ausbau der pharmazeutischen Beratung, eine noch schnellere Auslieferung an den Kunden und eine Erweiterung der Sortimente“, kündigte er an. Er setze auf Wachstum, denn der Arzneimittelversandhandel sei ein dynamischer und vitaler Markt, der die Bedürfnisse von mobilen, berufstätigen Menschen und kranken Menschen gleichermaßen bediene. Aktuellen Zahlen von IMS Health zufolge habe der Versandhandel allein im April ein Umsatzplus von rund 14 Prozent auf 62 Millionen Euro verbucht.

Rezeptfreie Präparate haben um 15 Prozent und rezeptpflichtige Arzneimittel um zwölf Prozent zugelegt. Diese wachsende Nachfrage könne er auch bei seiner Versandapotheke bestätigen. „Das zeigt mir, dass der Trend zum „digitalen Leben“ gerade im Gesundheitsbereich deutlich erkennbar ist und der Arzneimittelversandhandel ein Bedürfnis von chronisch Kranken und auch vielbeschäftigten Menschen bedient“, so Schein.

In der Gesamtschau stecke im Arzneiversand ein enormes Potenzial: 35 Prozent der Deutschen habe in den letzten drei Jahren mindestens einmal bei einer Versandapotheke Arzneimittel bestellt, Männer ebenso oft wie Frauen. Dabei seien 32 Prozent der Kunden 60 Jahre und älter, zitierte er eine aktuelle Bonsai-Studie.

Sanicare zählt zu den Top Online Shops

Er starte mit der neuen Sanicare aus einer komfortablen Situation: Zuletzt hätten die Kunden im Januar die Versandapotheke bei der Kundenzufriedenheitsstudie „Erfolgsfaktoren im E-Commerce – Deutschlands Top Online-Shops“ des ECC am IFH Köln zu einem der führenden Onlineshops gewählt. Sanicare belegt dabei den dritten Platz vor Branchenriesen wie Rossmann, Douglas und Yves Rocher. Die Kunden bewerteten unterschiedliche Segmente wie Service, Preis, Sortiment, Benutzerfreundlichkeit, Preis-Leistungsverhältnis, Bezahlung, Versand sowie Lieferung. „Der Studie zufolge ist die Wiederkaufabsicht und die Weiterempfehlungsbereitschaft bei unseren Kunden ganz besonders hoch“, so Schein.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit aktuellen und neuen Partnern und sieht gerade in der Kooperation mit anderen Leistungsträgern im Gesundheitswesen, etwa den Krankenkassen, der Pharmaindustrie und anderen Handelsunternehmen eine gute Gelegenheit das eigene Leistungsspektrum auszubauen und die Kunden-/Patientenversorgung insgesamt zu verbessern.

Über die Versandapotheke und den neuen Inhaber

Nach dem Tod des Gründers Johannes Mönter im vergangenen Jahr hatte Sanicare Insolvenz angemeldet. Seitdem suchten die Insolvenzverwalter Ralph Bünning und Detlef Stürmann nach einem Investor. Zu Sanicare gehören neben dem Versandhandel noch zwei Apotheken (in Bad Laer und in Versmold in der Nähe von Osnabrück) sowie ein Sanitätshaus und ein Reformhaus. Früher belieferte Sanicare auch Kliniken und Pflegeeinrichtungen mit Arzneimitteln. Dieser Geschäftszweig und der Großhandel wurden im Zuge der Insolvenz jedoch geschlossen. (Quelle: Der Tagesspiegel)

Laut einem Bericht von Apotheke-adhoc war Volkmar Schein zuletzt Inhaber der Hirsch-Apotheke im saarländischen Losheim. Patrick Hollstein schreibt weiter:

Schein leitet die Apotheke seit 1998; davor war er Inhaber der Sonnenapotheke in Herdorf in Rheinland-Pfalz. Der Apotheker ist auch Aufsichtsratschef der Apothekenkooperation Pharm-Net, die mit dem Bundesverband Deutscher Apotheker (BVDA) kooperiert.

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