K5 Open House bei Spreadshirt – T-Shirt Social Commerce

Am Dienstag, den 13. Mai 2014, lud Spreadshirt, einer der Pioniere im Mass-Customization Segment, ein, sich am Standort Leipzig ein Bild vom Unternehmen zu machen und sich mit den Verantwortlichen über aktuelle Entwicklungen im E-Commerce-Markt sowie die technischen und logistischen Herausforderungen beim Bedrucken von T-Shirts zu unterhalten.

K5 Open House – Online-Händler laden ein

Hinter die Kulissen blicken bei Deutschlands führenden Online-Händlern … Bei der neuen K5 Open House Reihe öffnen sich Online-Händler anderen Online-Händlern. Der Rundgang durch die Firma soll Einblicke geben aus erster Hand, zur Diskussion anregen und Impulse auslösen für den anschließenden Austausch im kleinen Kreis. Der Termin fand parallel zur Meet Magento Konferenz statt, die am Dienstagnachmittag Workshops für Händler und Entwickler anbot.

Rundgang durch die Spreadshirt Zentrale in Leipzig

Der COO von Spreadshirt, Jürgen Gauger, führte eine kleine Gruppe an Besuchern durch den Standort in einer alten Industriehalle. Das Unternehmen pflegt einen sehr offenen und transparenten Umgang und veranstaltet etwa regelmäßig einen Tag der offenen Tür.

Hier ein paar Bilder, die eine Besucherin auf Twitter veröffentlicht hat:

Einige Druckvorlagen, im Eingangsbereich


Blick in die Fertigungshalle

Digitaldruck bei Spreadshirt. Wer dachte customized T-Shirts könnten am Fließband, in Massenfertigung, erstellt werden, wurde eindrucksvoll eines besseren belehrt. Von der eingehenden Onlinebestellung, bis zum fertigen Produkt vergehen eine Menge an Arbeitsschritten. Spreadshirt ist längst nicht nur ein horizontal agierender Online Pure Player, der verschiedenste Verkaufskanäle bedient. Nein, hier trifft man auf ein gut organisiertes vertikales Unternehmen, das angefangen von der eigens in Bangladesh oder Portugal produzierten T-Shirt Linie, über die Produktion und den Druck der angebotenen Artikel, bis hin zur Technologie (nach der Produktion ist die IT, die zweitgrößte Abteilung) alle Stufen im Herstellungs- und Verkaufsprozess beherrscht. Offene und kreative Arbeitsatmosphäre in beeindruckender Architektur


In den Büros werden T-Shirts abgehängt, um für einen besseren Schallschutz der Arbeitsräume zu sorgen.


Darüber hinaus gibt es festgelegte Quiet Times, um ungestört und konzentriert arbeiten zu können. Viele weitere Bilder finden sich auf Flickr.

Im Gespräch mit Philip Rooke CEO von Spreadshirt

Nach der ausführlichen Hausführung entwickelte sich ein interessantes Gespräch zwischen dem amtierenden Chief Executive Officer Philip Rooke und Jochen Krisch. Daran schloss sich die Möglichkeit eines Austauschs mit den Teilnehmern der K5 Open House Tour an.

Philip Rooke begann im August 2009 bei Spreadshirt als Vizepräsident und Managing Director der Geschäftsbereiche Shop-Partner und Direct-to-Customer. Ein Jahr später, im August 2010, wurde er als Chief Marketing Officer in den Vorstand von Spreadshirt berufen. Im Mai 2011 wechselte er schließlich an die Spitze des Vorstands und führt Spreadshirt seither als Chief Executive Officer weiter in Richtung Wachstum.

Nachdem er seine Karriere in der Werbung begonnen hatte, war Phil in leitenden Positionen bei einer Reihe von Unternehmen tätig: In den 1990ern begann er bei Carlton Online als Advertising & Sales Director und verließ das Unternehmen zweieinhalb Jahre später als Managing Director. Er wechselte zu Tesco.com als CEO von ivillage. Phil und sein Team launchten Großbritanniens ersten Online-DVD-Verleih, außerdem eine Reiseseite und Tesco’s Onlineshop. Seinen letzten Zwischenstopp bevor er zu Spreadshirt kam, machte er bei Nordamerikas größtem Händler für Hautpflegeprodukte, Skinstore.com, wo er Skinstore.co.uk für den britischen Markt startete.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2013 steigerte Spreadshirt seinen Umsatz auf 72 Millionen Euro. Die global agierende E-Commerce-Plattform für den On-Demand-Druck von Kleidung und Accessoires verzeichnete somit ein zweistelliges Umsatzwachstum von 10,4 Prozent. Auch die Profitabilität konnte gestärkt werden. Insgesamt orderten die Kunden 3,3 Millionen Produkte – ein Wachstum von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„2013 war für uns ein Jahr der Innovationen. Im März startete unsere Eigenkollektion, die kontinuierlich erweitert wird und sowohl bei Endkunden als auch bei Verkäufern hohe Absatzzahlen verzeichnet. Im Mai folgte der touch-optimierte T-Shirt-Designer. Diese Anwendung ist eine vollständige Eigenentwicklung, die das Selbstgestalten über Touchgeräte möglich macht. Zudem haben wir unser Team verstärkt und sind mit nun 500 Mitarbeitern weltweit für die Herausforderungen der E-Commerce-Zukunft gerüstet“,

resümiert Spreadshirt-CEO Philip Rooke. Die Mitarbeiter verteilen sich auf mehrere Standorte in Leipzig, Berlin, Polen und zwei in den USA.

Aufgrund stark saisonaler Schwankungen, zu Beginn der Sommersaison und kurz vor Weihnachten, muss Spreadshirt auch die Personaldecke in Produktion und Versand entsprechend skalieren. Die absatzstärkste Zeit des Jahres war auch 2013 das Weihnachtsgeschäft. Im Durchschnitt ist der Umsatz in dieser Zeit mehr als doppelt so hoch als in anderen Monaten. Die meisten Bestellungen gingen am 16. Dezember ein (15.600 Bestellungen).

Als interessantes Geschäftsfeld hat sich der zunehmende Hang zur Selbstvermarktung, insbesondere in sozialen Netzwerken, entwickelt. Immer mehr erfolgreiche YouTuber starten etwa eigenes Merchandising und vermarkten über Spreadshirt ihre selbst kreierten T-Shirts. Genauso können Designer und Labels über Kleinserien den Markt testen und bei entsprechendem Erfolg in die Großproduktion gehen. Während ca. 90 % des Umsatzes mit T-Shirts gemacht werden, wurde das Sortiment mittlerweile um Decken, Flip-Flops, Tragetaschen oder Handyschalen erweitert.

Fokus auf Internationalisierung

Philip Rooke Spreadshirt

Philip Rooke – zum Vergrößern anklicken

Wesentlicher Wachstumstreiber war auch 2013 Nordamerika. Hier erhöhte Spreadshirt seine Umsätze auf 28,3 Millionen Euro – das entspricht einem Anstieg von 15,9 Prozent. In Europa (Umsatz: 43,6 Millionen Euro) zog insbesondere der deutsche Markt an (plus 16,1 Prozent). Trotz des starken deutschen Heimatmarktes ist deutlich zu spüren, dass man sich zunehmend als international tätiges Unternehmen sieht. So geht Rooke mittelfristig von einem Umsatzanteil in Höhe von 10 % für Deutschland aus.

„2014 steht für Spreadshirt ganz im Zeichen von Internationalisierung und Plattformentwicklung. So arbeiten wir zum einen an einer signifikanten Erweiterung unserer Versandländer, um noch mehr zum Global Player zu werden“,

blickt CEO Philip Rooke voraus. Die E-Commerce-Plattform verschickte 2013 Produkte in 44 Länder und registrierte Bestellungen aus über 200 Ländern. Mit neuen Domains für Australien, Kanada und die Schweiz soll die Präsenz auf diesen Märkten weiter ausgebaut werden. Die Erschließung weiterer Märkte ist geplant.

Der Erfolg der Internationalisierung ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Es muss ein starkes und kompetentes lokales Management Team gefunden werden.
  • Insbesondere weitere Zukunftsmärkte in Fernost lassen sich ohne Wissen um die örtliche Kultur kaum erschließen.
  • Von Land zu Land differiert das Kaufverhalten und die Erwartung an das Produkt sehr stark.
    Als Beispiel wurde genannt, dass in Amerika der T-Shirt Preis sehr niedrig sein muss und hohem Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist. Die Kunden würden aber ein Shirt auch nur für wenige Tage tragen. Wohingegen in Deutschland die Qualität über allem steht und ein bedrucktes Shirt auch nach einem Jahr noch einen hochwertigen Eindruck machen soll.
  • Logistische Herausforderungen müssen überwunden werden. Customized Produkte werden oft zu konkreten Anlässen, wie Feiern, Sport und Messe-Events oder einem Junggesellenabschied bestellt. Hier muss eine termingerechte Lieferung dennoch eingehalten werden – was bei längeren Transportwegen immer schwieriger zu bewerkstelligen ist.

Das Qualitätsbewusstsein zeigt sich übrigens auch in einem eigenen Labor, in dem die bedruckten Shirts diverse Waschmaschinenladungen und Trocknergänge überstehen müssen, um ihre Langlebigkeit unter Beweis zu stellen. Dementsprechend kann Jürgen Gauger eine beachtlich geringe Fehlerquote von 0,3 % in der Produktion berichten.

Mobile Zugriffe auf Spreadshirt
wachsen 2013 um 300 %

Dem globalen Trend zum Mobile Shopping sieht sich auch das Leipziger Unternehmen gegenüber.

„Zum anderen werden wir uns 2014 weiter stark auf die Touchoptimierung unseres Angebotes konzentrieren. Nach dem Launch des T-Shirt-Designers im vergangenen Jahr, soll nun die gesamte Plattform für die mobile Nutzung optimiert werden. Das Vorhaben ist Teil eines Investments von drei Millionen Euro. Ziel ist es, dass Kunden und Partner ihre Ideen noch einfacher auf Produkten vermarkten können“, skizziert Philip Rooke das Vorgehen. „Derzeit ist der direkt über Touchgeräte generierte Umsatz einstellig, jedoch beginnen Verkäufe sehr häufig auf mobilen Geräten und werden dann über Desktop abgeschlossen. Wir rechnen damit, dass innerhalb eines Jahres 25% unseres Umsatzes mit einem Besuch über ein Tablet oder Smartphone beginnt“, so Rooke weiter.

Trotz eines hoch komplexen geschäftlichen Umfeldes sieht Rooke ohnehin seine Aufgabe darin das Einkaufen für den Kunden möglichst einfach zu machen. Dies sei eine tägliche Herausforderung.

Keep it simple!

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