iBeacon – Apples Geheimwaffe für Location-Based-Marketing

Mobile Payment, Mobile Commerce und Location Based Marketing begleiten geistreich78 schon von Beginn an – heute hat uns eine Mitteilung der Top-Management Beratung Mücke, Sturm & Company (MS&C) zum Thema „iBeacon“ erreicht. Apple ist für seine Geheimniskrämerei bekannt. Erst wenn die Gerüchteküche ordentlich kocht und die Produkte die gewünschte Marktreife haben, werden sie mit großem Aufwand der Öffentlichkeit präsentiert. Möglicherweise verhält es sich mit der iBeacon Software von Apple genauso: Bislang ist die Software zur genauen Standort-Bestimmung auf kurzer Distanz kaum ein Thema. Dabei hat iBeacon einen Menge Potenzial, wie eine Analyse der Managementberatung Mücke, Sturm & Company (MS&C) zeigt: Die Funktionen Indoor-Navigation, Location-Based-Marketing und Mobile Payment bieten Kunden viele Vorteile und machen NFC in diesen Bereichen überflüssig. Zudem ist iBeacon mit der Bluetooth-Low-Energy Technologie und vergleichsweise geringen Kosten klar im Vorteil:

„1,5 Millionen Euro reichen aus um 5 Prozent der Verkaufsfläche des deutschen Einzelhandels auszustatten. iBeacon besitzt ein großes Marktpotenzial und ist sehr erfolgsversprechend“, so die Einschätzung von Achim Himmelreich, Partner bei Mücke, Sturm & Company.

iBeacon punktet mit BLE-Technologie

Apple iBeacon ist eine Software zur genauen Standort-Bestimmung von Nutzern auf kurzer Distanz. Sie basiert auf Bluetooth-Low-Energy (BLE) – einer Technologie die für iOS 7 und auch Android 4.3 zur Verfügung steht. Nutzer können über eine aktivierte Bluetooth-Schnittstelle und eine iBeacon-fähige App eine Verbindung zu Bluetooth-Modulen, sogenannten Beacons herstellen. Dies erlaubt eine genaue Messung ihres Standortes mit einer Reichweite von 10 Metern. Unternehmen bieten sich durch iBeacon neue Möglichkeiten zur Kommunikation mit dem Kunden am Point-of-Sale: sie können ihre vollständige Verkaufsfläche zu geringen Kosten mit Beacons versehen und den Kunden situationsgerecht ansprechen. Die Nutzer profitieren von attraktiven Angeboten – und dies dank BLE bei geringem Stromverbrauch.

Die Trümpfe: Indoor-Navigation, Location-Based-Marketing und Mobile Payment

Mit iBeacon profitieren die Kunden von vielen Angeboten und Services während ihres gesamten Einkaufs. Bereits im Schaufenster gibt es besondere Angebote für sie, mit der Indoor-Navigation finden sie sich schnell im Geschäft zurecht, während des Einkaufs werden sie mittels Location-Based-Marketing auf Rabatte und Aktionen aufmerksam gemacht und können schließlich mit Mobile Payment bezahlen, ohne an der Kasse warten zu müssen. Grafik PM iBeacon Mit iBeacon werden neue Use Cases Realität. Kunden können gezielt angesprochen werden und diverse Vorteile nutzen. Zu den vielversprechenden Funktionalitäten zählen:

  • Indoor-Navigation: Ein Nutzer kann durch Eingabe des gesuchten Produkts gezielt durch die (Verkaufs-) Fläche navigiert werden.
  • Location-Based-Marketing: Eine Begleitung des Nutzers während des gesamten Einkaufserlebnisses ist möglich. So wird er am Eingang begrüßt, während des Aufenthalts auf der Verkaufsfläche auf Rabatte und Aktionen aufmerksam gemacht und am Ausgang verabschiedet.
  • Mobile Payment: Dem Nutzer wird vorzugsweise bei Annäherung an die Kasse eine mobile Zahlungsfunktion angeboten, mit der er seine Einkäufe bezahlen kann- ein Anstellen an der Kasse entfällt. Auch Bezahlverfahren sind auf iBeacon aufmerksam geworden. So plant PayPal eine interaktionslose Zahlung mit PayPal Beacon.
  • Weitere Funktionen: Eine Verknüpfung mit weiteren Applikationen wie Passbook ist denkbar. So kann eine Anzeige der gespeicherten Karten zum richtigen Zeitpunkt erfolgen.

CNET TV zeigt ein Praxisbeispiel für den Einsatz in einer Sportarena:

Großes Marktpotenzial – geringe Kosten

Bei der Vielfalt an attraktiven Anwendungsmöglichkeiten von iBeacon, ist es verwunderlich, dass Apple keine offensive Vermarktung betreibt. Möglicherweise wird iBeacon erst nach einer Testphase bekannt gemacht. Erstaunlich ist auch, dass bisher – noch – kein anderer Elektronikanbieter+ die Möglichkeiten der verbreiteten BLE-Technologie nutzt. Die meisten Anbieter haben im Gegensatz zu Apple auf NFC gesetzt und ihr Augenmerk besonders auf die Mobile Payment Funktionalität gerichtet. Apple scheint den Fokus mehr auf Funktionen wie Indoor-Navigation und Location-Based-Marketing zu legen. iBeacon lässt NFC in diesen Bereichen kaum eine Chance: Mit der BLE-Technologie sind iBeacons sowohl technologisch als auch was die Kosten betrifft, klar im Vorteil. Da die Anwendungsmöglichkeiten von iBeacon insbesondere für Unternehmen mit großen Verkaufsflächen, wie dem Handel, Flughäfen, Bahnhöfe, Parkhäuser und Messen sinnvoll ist, ist BLE auch deutlich kostengünstiger. Mit lediglich 1,5 Millionen Euro Investitionsvolumen können fünf Prozent der Gesamtverkaufsfläche des deutschen Einzelhandels mit Beacons ausgestattet werden. Die Verbreitung der Endgeräte ist ein weiteres Plus für iBeacon: während nur eine Handvoll Nutzer NFC-fähige Endgeräte verwenden, gibt es weltweit schätzungsweise 180 Mio. Nutzer3 des Betriebssystems iOS 7.

weitere interessante Quellen zu iBeacon

Search Google for “Apple iBeacon” and you’ll get plenty of results, but none from Apple.com. Look for the term on Apple’s site and you’ll get one hit, a not-very-illuminating link to Apple’s list of trademarks. Don’t be fooled: iBeacon is important. It’s software that enhances an iPhone’s location services (or an iPad Mini’s, or that of any device running iOS 7), and may prove to be a pretty big deal when it comes to the iPhone’s role in retail—something Angela Ahrendts, Apple’s new retail chief, will likely be thinking about as she settles in at Cupertino.

hier ein Zitat zum Unterschied zur NFC Technologie:

Except NFC requires a chip not all devices carry. NFC’s range is so short that a store can’t do much more than jazz up payments with it; it also requires credit card companies to cooperate. With iBeacon, retailers can count among their audience everyone with a new or updated iPhone or iPad. “Bluetooth LE is so much better,” says independent tech consultant Steve Cheney in New York. “Not only is it already in every single iPhone dating back two years, Android can support this, too, when Google catches up in software.”

Jochen Weber´s Einschätzung auf t3n.de

Apple scheint planvoll zu handeln und hat offensichtlich durch den Verzicht auf NFC Weitsicht bewiesen. Jetzt heißt es weiterhin die Füße stillhalten und iBeacon in der Stille zu einem funktionierenden, weit verbreiteten System mit umfangreich angebundenem Ökosystem heranreifen lassen. Eigentlich eine Spezialität von Apple, wie die Historie um den iTunes- und den App-Store belegen kann. Eines wollen wir aber nicht verschweigen im abschließenden Fazit: Die abwartende Haltung ist nicht rein einer User-zentrierten Denke geschuldet. Werbebotschaften direkt auf Endgeräte eines Kunden zu senden, könnte sich als Werbe-Goldgrube des Jahrhunderts erweisen – und damit könnte iBeacon auch zur Nervensäge des Jahrhunderts werden. Wer will schon ständig irgendwelche Push-Nachrichten auf sein Handy bekommen, während er durch ein Kaufhaus spaziert? Auch kommen wieder Gedanken an den gläsernen Kunden hervor, wenn man sich das Szenario vorstellt. Da möchte ich mir erlauben, ein abschließendes mahnendes Menetekel an die Wände in Cupertino zu schreiben: Apple, schütze das Nutzer-Erlebnis vor solchen Auswüchsen! Sonst war die ganze schöne Vorbereitung für die Katz.

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