Google und Novartis entwickeln Smart Lens Kontaktlinsen

Google ist es gelungen mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis einen Partner für die Entwicklung der Smart Lens Kontaktlinsen, speziell für Diabetiker, zu finden.

Dass Google mittlerweile weitaus mehr als eine Suchmaschine verkörpert, ist allgemein bekannt. Zahlreiche Kooperationen sowie eigene Projekte brachten in der Vergangenheit schließlich immer wieder neue Techniken und Produkte ans Tageslicht, die dem Internetriesen den Aufstieg zum Allzweck-Technik-Experten ermöglichten. Nun wendet sich Google auch dem Gesundheitsaspekt zu: Mit der „Smart Lens“, einer hochmodernen Kontaktlinse, sollen zum Beispiel alle Diabetiker einen technischen Beistand erhalten, der das Alltagsleben mit der weit verbreiteten Stoffwechselerkrankung erheblich erleichtern könnte. Bisher fehlte es dem Google-Konzern allerdings noch an Vertriebspartnern beziehungsweise Produzenten der neuen Linsentechnik. Dies hat sich nun jedoch geändert: Der schweizerische Pharmakonzern Novartis will sich jetzt der Herstellung der Hightech-Kontaktlinsen annehmen und über seine, auf Augenmedizin spezialisierte Tochter Alcon, eigene Produkte entwickeln und vermarkten.

Bereits 2009 hatte der Forscher Babak Parviz demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. „Wir sehen das Auge nicht nur als Fenster nach draußen, sondern auch als Fenster ins Innere des Körpers“, sagte Parviz im Jahr 2011. Er war auch maßgeblich an der Entwicklung von Google Glass beteiligt, einem Projekt der Forschungsabteilung Google X.

Prinzip der Smart Lens

Als „smart“ lassen sich die neuen Kontaktlinsen gleich in mehrfacher Hinsicht bezeichnen. So fallen sie nicht nur sehr kompakt, sondern auch äußerst nützlich aus. Denn zwischen einer Membranbeschichtung aus zwei besonders weichen Linsen soll bei diesem Produkt ein hochsensibler Sensor Unterschlupf finden, welcher im Sekundentakt den Glukosegehalt der Tränenflüssigkeit misst und anschließend durch eine Antenne, welche dünner als ein menschliches Haar sein soll, an ein beliebiges Endgerät, vorzugsweise ein Smartphone, schicken kann. Der Internetkonzern hat mit den Prototypen schon mehrere klinische Forschungsprojekte durchgeführt und auch mit der zuständigen US-Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration Gespräche geführt.

Google Smart Lens (Bild: Google)

Google Smart Lens (Bild: Google)

Zukunftsaussichten

Wann die smarte Kontaktlinse letztendlich als marktreif und massentauglich eingestuft werden kann, bleibt abzuwarten. Derweil wird mit dem Verkaufsstart für die Smart Lens frühestens in fünf Jahren gerechnet. Für die Zukunft ist sogar noch die Integration einer zusätzlichen LED-Leiste geplant: Diese soll dem Träger dann beim Unterschreiten gewisser Grenzwerte automatisch eine Warnung ins Sichtfeld einblenden.

Joe Jimenez, Chief Executive bei Novartis, sagte gegenüber Reuters: „Das bringt Hochtechnologie und kombiniert sie mit Biologie – und das ist eine sehr spannende Kombination für uns.“

Auch wenn die aktuelle Koalition nur die Augen betrifft, denkt Novartis auch darüber nach wie Technologie in anderen Bereichen eingesetzt werden könnte. Etwa der Fernüberwachung bei Herzproblemen.

Die Allianz zeigt den Trend von Pharmaunternehmen die Gesundheitsversorgung neu zu gestalten, Patienten zu helfen ihre Vitalwerte zu überwachen und die Kosten bei chronischen Krankheiten zu senken. Im Gegenzug suchen Technologie Unternehmen wie Apple, Samsung und eben Google nach gesundheitsbezogenen Anwendungen für ihre Wearable Devices. Dies zeigt auch das geplante Health Kit für das neue iOS 8 Betriebssystem.

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