expopharm 2014: Automatisierung, Roboter und kleine Aufbrüche

In den letzten vier Tagen fand die größte und wichtigste pharmazeutische Fachmesse Europas, die expopharm 2014, in den Messehallen München statt. Am letzten Tag habe ich am gestrigen Samstag auch kurz eine Stippvisite gemacht.

Veranstalter sieht Aufbruchstimmung

Innovationen, in die Zukunft gerichtete Konzepte, Wissenstransfer und Networking. Mit rund 500 Ausstellern, davon ein Fünftel aus dem Ausland, und 25.200 Fachbesuchern unterstrich die expopharm 2014 erneut ihre Rolle als führende Leistungsschau des Apothekenmarktes.

Dass die Zahl der Besucher gegenüber der letzten expopharm in München (2012) gesteigert werden konnte, liegt nach Einschätzung des Veranstalters unter anderem an der Neuausrichtung der Messe, die im vergangenen Jahr in Düsseldorf begonnen wurde. Zudem befindet sich die Apothekenbranche im Aufbruch. „Auf dem Deutschen Apothekertag wurden mit der Verabschiedung des Perspektivpapiers ‚Apotheke 2030’ die Weichen für die künftige Ausrichtung des Apothekerberufes neu gestellt“, erklärt Metin Ergül, Geschäftsführer der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker, die die expopharm im Auftrag der ABDA ausrichtet. „Diese Aufbruchsstimmung war auch bei der expopharm deutlich spürbar“, so Ergül.

Auf besonderes Interesse der Besucher stießen Produkte und Dienstleistungen, die der Prozessoptimierung dienen und effizienteres, wirtschaftlich erfolgreiches Arbeiten in den Apotheken ermöglichen. Hier wie auch bei der Unterstützung für neue wissensbasierte Angebote für die Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit wie beispielsweise das Medikationsmanagement standen unter anderem die Innovationen der Softwarehäuser im Fokus. Daneben konzentrierte sich die Besucheraufmerksamkeit vor allem auf die Stände der pharmazeutischen Hersteller, der Apothekenrechenzentren, des Großhandels, der Kooperationen und der Kommissionierer.

Ausstellerstimmen expopharm 2014

Joachim von Morstein, Geschäftsführer ADG Apotheken-Dienstleistungsgesellschaft mbh:

„Die expopharm 2014 war ein voller Erfolg für unser Unternehmen. Wir haben viele erfolgreiche Gespräche mit Neukunden führen können. Das allgemeine Feedback auf unser neues Kassensystem hat unsere Erwartungen sogar übertroffen. Es zeigt sich immer wieder, dass die expopharm als Plattform für uns immens wichtig ist um neue Produkte vorzustellen und uns im Markt zu präsentieren. Auch die Messeorganisation war wie jedes Jahr perfekt. Auf der expopham 2015 in Düsseldorf sind wir selbstverständlich wieder dabei.“

Dr. Hermann Sommer, Geschäftsführung VSA GmbH:

„Wir können wieder auf eine höchst erfolgreiche expopharm zurückblicken, in diesem Jahr haben wir unseren Rekordumsatz von 2013 sogar überschritten. Die expopharm ist die optimale Kommunikationsplattform für uns: Nicht nur auf der Messe, sondern auch während der expopharm Night haben wir mit Apotheken-Entscheidern viele erfolgreiche Gespräche führen können. Mit dem Konzept von zwei nebeneinanderliegenden Messeständen konnten wir demonstrieren, dass die VSA und awinta zusammengehören. Wir freuen uns, nächstes Jahr in Düsseldorf mit beiden Unternehmen wieder dabei zu sein.“

Wolfgang Letschert, Vertriebsleiter und Prokurist WEPA Apothekenbedarf GmbH:

„Für unser Unternehmen ist die expopharm eine excellente Plattform, um unser Produktportfolio direkt den Kunden zu präsentieren zu können. Am WEPA-Messestand konnten wir zahlreiche Apotheken-Entscheider als Gäste willkommen heißen.“

Bilder entnommen vom expopharm Flickr Account, wo sich noch mehrere hundert weitere Bilder finden.

Persönliches Fazit

Ob die Besucher der expopharm so großes Interesse an Automatisierung haben oder die Aussteller immer stärker in diesen Markt drängen ist schwer auszumachen. Jedenfalls gab es tatsächlich einen sehr hohen Anteil an Unternehmen, die vollautomatische Lager- und Kommissioniersysteme vorgestellt haben. Bringen diese vor allem Vorteile für die Apotheke so sieht es bei den Innovationen für den Kunden meines Erachtens noch etwas mau aus. Wobei man dies wohl nicht den Anbietern vorwerfen darf, sondern es zum Teil auf die Rahmenbedingungen im Apothekenmarkt zurück zu führen ist.

So hat der Anbieter Apostore zwar einen 24 Stunden Terminal, ähnlich einem EC-Cash Automaten im Angebot. Außerhalb der Öffnungszeiten können Freiwahlprodukte, Bestellungen und Abholer direkt über den Apostore 24 bezogen werden. Jedoch gibt es laut eigener Aussage bisher nur eine Installation in Italien und eine in Berlin.

Im Gegensatz zu anderen Märkten, bzw. Branchen im Einzelhandel, gibt es aufgrund berufsständischer Beschränkungen und gesetzgeberischer Vorgaben hier keine disruptiven Entwicklungen und eCommerce getriebene Player, die zu einem Handlungszwang führen würden. Dies lässt sich am Besten an dem Umstand erkennen, dass ich keinen einzigen Warenwirtschaftsanbieter gesehen habe, der eCommerce Lösungen anbietet. Der einzige Aussteller, der diesem Segment zuzuordnen ist, war die Firma Mauve Mailorder. Unter der Führung von Christian Mauve hat sich das Essener Unternehmen zum mittlerweile etablieren Marktführer im Bereich Webshop Lösungen für Apotheken entwickelt. Wir haben schon mehrfach über Mauve berichtet. So gibt es zwar eine stetig zunehmende Zahl an professionell agierenden Versandapotheken – für den Gesamtmarkt scheinen diese aber noch keine entscheidende Rolle zu spielen.

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