eco Verband: E-Commerce treibt den Preisverfall von Produkten voran

eco-logoDie Preisentwicklung und ein möglicher Preisverfall durch den Online Handel beschäftigt auch den eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. . Mit rund 700 Mitgliedsunternehmen ist eco der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa.

Über seine Aufgaben und Ziele heißt es:

Als Verband ist es eine unserer wichtigsten Aufgaben, die Interessen der Mitglieder gegenüber der Politik und in (inter)nationalen Gremien zu vertreten. Neben unserer Hauptgeschäftsstelle in Köln haben wir ein eigenes Hauptstadtbüro in Berlin und eine Vertretung in Brüssel und befinden uns so im Zentrum politischer Entscheidungsprozesse.

Der Leiter der Kompetenzgruppe E-Commerce im eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft, Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann erklärte unlängst:

„Die durch das Internet begünstigte Markt- und Preistransparenz unterstützt Discounter im Handel und fördert den Preisverfall. Vereinfacht gesagt: Das billigste Angebot bestimmt den Marktpreis, zumal sich der Online-Kunde nur schwerlich von Qualitätsunterschieden überzeugen kann.“ Prof. Dr. Hofmann analysiert: „Diese Entwicklung – auch als „adverse selection“ bekannt – drängt Qualitätsangebote aus dem Markt und beschädigt den Wert von Produktmarken.

„Zugleich begünstigt diese Tendenz Oligopole auf der Anbieterseite“, warnt Prof. Dr. Hofmann. „Der etwas (!) billigere Anbieter gewinnt im Internet überproportional Marktanteile. Schon leichte Effizienzvorteile, durch die niedrigere Preise umgesetzt werden, führen im Internet viel zügiger zu einer marktbeherrschenden Stellung als im herkömmlichen stationären Handel. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, wird der elektronische Handel in Zukunft von einigen wenigen Massen-Discountern bestimmt.“

Preisverfall kann nur durch hohe Qualität, für den Kunden ersichtlich, gestoppt werden

Als Gegenmodell empfiehlt der E-Commerce-Experte das Konzept eines Online-Fachhandels, bei dem die Hersteller bewusst bestimmte Händler auswählen. „Qualitätsprodukte müssen qualifiziert gegenüber dem Kunden vertreten werden“, sagt Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann. Nur mit einer Qualitätsstrategie könne es gelingen, zumindest eine gewisse Preisstabilität am Online-Markt zu erreichen. Der Online-Einzelhandel erlebt nach Einschätzung des Experten das sogenannte „Fachhandels-Dilemma“ ähnlich wie der stationäre Handel: Der Kunde lässt sich vom Fachhändler beraten und kauft anschließend beim billigeren Discounter beziehungsweise im Internet. „Es liegt bei den Herstellern von Qualitätsprodukten, den Online-Fachhandel zu fördern und damit der Niedrigpreispolitik der Discounter entgegenzuwirken“, fordert Prof. Dr. Hofmann. Er sagt: „Die Hersteller müssen begreifen, dass eine Absatzförderung über Niedrigpreisanbieter zwar den Absatz fördert, aber die Marke nachhaltig beschädigt.“

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