Comeback der Apple-Aktie – Totgeglaubte leben länger

Vor ein paar Tagen hat Jan Tißler über die hanebüchene Berichterstattung zum angeblichen Mißerfolg des neuen iPhones 5c, von Apple, geschrieben. In den letzten Tagen wurden von Seiten des kalifornischen Technologieriesen gleich reihenweise neue Zahlen geliefert – anlässlich des abgelaufenen vierten Geschäftsquartals. Wir wollen heute aber nicht nur einen Blick auf die reinen Zahlen werfen, sondern auch die Entwicklung der Apple Aktie mit einbeziehen.

zur Apple Aktie

Hierzu zunächst eine Einschätzung von Apple Experte Schmidt, vom deutschen Anlegerfernsehen:

Die Groß-Investoren haben offensichtlich Apple für sich entdeckt. Carl Icahn engagiert sich in großem Stil. George Soros hat seine Anteile aufgestockt. Icahn hat in den letzten Tagen den Druck auf die Apple-Führung erhöht. Christoph Schmidt von der N.M.F. AG sieht allerdings keine große Gefahr für Apple.

Im Gespräch, am 16.08., nennt er einen ersten Widerstand, bei 500 bis 520 Dollar. Diesen hat die Aktie im Verlauf des Oktobers nun überwunden. Der nächste wäre bei 540 bis 550 Dollar. Der letzte und somit das Maximalziel liegen bei 580 bis 600 Dollar.

Zur Entwicklung der Aktie schrieb Focus.de gestern:

Nun macht der Apple -Kurs eine beachtliche Wende: In vier Monaten hat er bereits 26 Prozent gewonnen. Das Papier hat sich sogar besser entwickelt als der Aktienkurs des Erzkonkurrenten Samsung: Im vergangenen halben Jahr haben Apple-Aktionäre 50 Prozent mehr gewonnen als Samsung-Aktionäre (hierbei handelt es sich um die Originalaktie von Samsung – deutsche Anleger können nur eine abgewandelte Form kaufen). Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Apfel-Konzerns liegt unterdessen bei recht niedrigen zwölf – damit ist die Aktie noch günstig bewertet. Analysten sehen zurzeit im Durchschnitt ein Kursziel von 400 Euro. Einiges spricht dafür, dass Apple mit der Bekanntgabe der Zahlen fürs vierte Quartal am Montag (23 Uhr deutscher Zeit) dieser Marke näher kommt.

Der XETRA Tageshöchstkurs, in Euro, lag gestern bei 384,65.

Gründe für die gute Entwicklung

Focus.de nennt im Artikel 5 Gründe, warum sich das Bild bei Apple wieder verbessert hat.

1.) Die neuen iPhones kommen an: Offensichtlich ist es gelungen mit den neuen iPhones den Nerv der Kunden erneut zu treffen. Hierzu weiter unten noch mehr.

2.) Tablets sind so gefragt wie nie zuvor: Apple hat im Grunde die Hardware Revolution durch das erste iPad ausgelöst. Hier hat man nun erneut zwei hervorragend bewertete Produkte, das iPad mini, mit Retina Display, und das iPad Air auf den Markt gebracht. Diese sollten rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft die Umsätze ankurbeln.

Beide Punkte treffen übrigens mit dem Markteintritt in China zusammen, wo man erstmals direkt vertreten ist.

3.) Neue Software ist kostenlos verfügbar: im iPad Event 2013 gab es klare Kampfansagen, vor allem gegen Microsoft. iWork und iLife sollen künftig beim Kauf eines neuen Apple Gerätes kostenlos erhältlich sein – kombiniert mit einer lebenslangen kostenfreien Updategarantie. Damit fokussiert man sein Geschäftsmodell eindeutig auf die Hardwareseite, erzeugt gleichzeitig aber noch stärkere Lock-In Effekte. Zudem wird Microsoft, das klar von der Sofware Seite kommt, massiv unter Druck gesetzt.

4.) Das Image bröckelt nicht: Nach dem Tod von Steve Jobs gab es viele Zweifel, ob man die „Aura“, diese „magischen Momente“ würde weiterhin erzeugen können. Doch wenn man sich die letzten Produktpräsentationen betrachtet, haben die Kalifornier nichts an ihrer Faszination verloren. Immer noch strömen die Menschen in die Läden und warten oft Stunden, wenn neue Geräte releast werden. Beim Start der neuen iPhones waren die Schlangen zum Teil länger, als je zuvor.

5.) Großinvestoren setzen auf Apple: Wie auch im obigen Video zu sehen, setzen bekannte Value Investoren, die an einen lang anhaltenden, nachhaltigen Erfolg glauben, auf die Aktie. Dies stützt auch allgemein das Vertrauen anderer Anleger in den Wert. Im Gegensatz zu früheren Zeiten kommt hier das Unternehmen den Forderungen auch zum Teil entgegen: es kauft regelmäßig eigene Aktien zurück und das Thema Dividende wäre unter Steve Jobs nicht vorstellbar gewesen.

So hieß es in einer gestrigen Mitteilung:

Apple’s Board of Directors has declared a cash dividend of $3.05 per share of the Company’s common stock. The dividend is payable on November 14, 2013, to shareholders of record as of the close of business on November 11, 2013.

zu den aktuellen Quartalszahlen

caschy gibt hier eine sehr anschauliche, tabellarische Übersicht der einzelnen, verkauften Produktmengen.

Quartal 4 / 2013

  • Verkaufte iPhones: 33.797.000 (Vorjahr: 26,91 Millionen)
  • Verkaufte iPads: 14.079.000 (Vorjahr: 14,036 Millionen)
  • Verkaufte Macs: 4.574.000 (Vorjahr: 4,923 Millionen).
  • Verkaufte iPods: 3.498.000 (Vorjahr: 5,344 Millionen)

Diese wird mit der allgemeinen Übersicht eingeleitet:

Apple hat am Montag Abend die Quartalszahlen für das vierte Quartal 2013 bekanntgegeben. Apple erwirtschaftete 37,5 Milliarden Dollar an Umsatz und erreichte damit 7,5 Milliarden Dollar (oder 8,26 Dollar pro Aktie) Gewinn. Im Vorjahr erwirtschaftete man 35,3 Milliarden Umsatz mit 6,9 Milliarden Dollar Gewinn im gleichen Quartal. Der Nicht-US-Anteil am Umsatz betrug in diesem Quartal 60 Prozent, über 8 Milliarden Dollar generierte man alleine in Europa.

„Wir hatten einen starken Endspurt in einem bemerkenswerten Jahr“, sagte Konzernchef Tim Cook am Montag in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die meisten Unternehmen wären stolz, nur eines der Apple-Produkte im Programm zu haben, erklärte er. Der amerikanische Elektronikkonzern hat mit seinen am Montag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen von Analysten übertroffen, wies aber zum wiederholten Mal einen Gewinnrückgang aus. Dies ist jedoch nicht verwunderlich. In einem stark umkämpften Markt, der in den entwickelten Industrieländern, etwa bei Smartphones, mittlerweile eine gewisse Sättigung aufweist, müssen die Marketingaufwendungen erhöht werden, weil sich die Produkte nicht mehr von selbst verkaufen. Um so ausgereifter die Produkte werden, um so mehr muss zudem in Forschung und Entwicklung investiert werden.

Der Aktienkurs von Apple fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um 2 Prozent auf 517 Dollar. Der Ausblick auf das wichtige Weihnachtsquartal fiel nicht ganz so optimistisch aus wie gedacht.

Apple sieht sich einer starken Konkurrenz vor allem von Samsung gegenüber. Die Südkoreaner hatten erst am Freitag einen Rekordgewinn verkündet, der etwas besser als bei Apple ausgefallen war. Smartphone-Verkaufsschlager ist hier das Galaxy S 4.

Ausblick

Der weitere Ausblick liest sich in der Apple Pressemeldung so:

Apple is providing the following guidance for its fiscal 2014 first quarter:

  • revenue between $55 billion and $58 billion
  • gross margin between 36.5 percent and 37.5 percent
  • operating expenses between $4.4 billion and $4.5 billion
  • other income/(expense) of $200 million
  • tax rate of 26.25 percent

Für das laufende wichtige Weihnachtsquartal rechnet das wertvollste Technologieunternehmen der Welt also mit Umsätzen von 55 bis 58 Milliarden Dollar, wie der US-Konzern gestern mitteilte.

Wie ein Damoklesschwert schwebt dennoch die Frage über Apple: Gelingt in absehbarer „the next big thing“? Kann man nochmals bahnbrechende Innovationen auf den Markt bringen, um die Konkurrenz erneut klar hinter sich zu lassen?

Letzte Aktualisierung: 05:53:22 – 2017-12-11

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