Coinzone – einfache Bitcoin Zahlungen für Shopbetreiber

Bitcoin verbreitet sich als neue „virtuelle Währung“ und Online Zahlungsmittel immer mehr. In einem Interview stellen wir das europäische StartUp Coinzone vor, das Bitcoin Zahlungen für Shopbetreiber ermöglicht.

Manuel Heilmann Bitcoin

Manuel Heilmann CEO Coinzone

Das Gespräch führe ich mit CEO und Co-Founder Manuel Heilmann.

Könnt ihr kurz beschreiben, was ein Bitcoin ist, bzw. was man sich darunter vorstellen kann?

Manuel Heilmann: Bitcoin ist eine dezentrale virtuelle Währung und ein ideales Zahlungsmittel. Das Überweisen von Bitcoin erfolgt über das Internet durch ein Netzwerk von Computern.

Der Nutzer benötigt dafür nur die Adresse des Empfängers, die entweder aus einem langen Code besteht, oder einer Kurzadresse wie beispielsweise btcaddr.es/manuel.

Durch das Netzwerk wird die Überweisung bestätigt, was Bitcoin sehr sicher macht. Die Transaktion wird nicht nur durch einen zentralen Server autorisiert, sondern durch etliche einzelne Peers. Der Überweisende kann die Überweisung dabei nicht stornieren, was dem Empfänger die Sicherheit gibt, dass keine Rückbuchung erfolgen kann – ähnlich wie bei einer Banküberweisung.

Werden Bitcoins an reale Werte gekoppelt?

Manuel Heilmann: Nein, genauso wenig wie beim Euro gibt es keine Kopplung an reale Werte. Der Tauschkurs von Bitcoin schwankt wie allgemein in der Handelswelt durch Angebot und Nachfrage.

Wie können Endverbraucher eigentlich Bitcoins erwerben, um diese dann im Internet einzusetzen?

bitcoin-logo

Bitcoin Logo

Derzeit kann man Bitcoin über Anbieter wie Bitcoin.de, Coinbase oder Safello erwerben. Aufbewahrt werden sie in einer Wallet, also einer virtuellen Geldbörse, auf die per Smartphone, App oder Browser zugegriffen werden kann.

Coinzone wird den Erwerb und die Verwendung von Bitcoins in den nächsten Monaten noch weiter vereinfachen. Ich bin mir sicher, dass sich die Cryptowährung auch in Deutschland durchsetzen wird.

Woran liegt es, dass sich Bitcoins gegenüber anderen Zahlungsmitteln bisher nicht im großen Stil durchsetzen konnten?

Manuel Heilmann: Es stimmt, dass es in Deutschland noch relativ wenige Akzeptanzstellen gibt. Leider auch weniger als in anderen Ländern. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Mangelnde Informationen bzw. Falschinformationen. Bitcoin hat viele Vorteile für Shop-Betreiber und quasi keine Nachteile. Auch in Deutschland gibt es zehntausende überzeugte Bitcoin-Nutzer, die gerne mehr damit bezahlen würden.
  2. Bitcoin ist noch recht volatil. Das wird sich erstens mit einem größeren täglichen Volumen ändern und spielt zweitens für Shop-Betreiber keine große Rolle. Coinzone bietet die Möglichkeit, die überwiesenen Bitcoin sofort in die gewünschte Landeswährung umzutauschen. Für den Händler ist es dann so, als hätte er eine Überweisung in beispielsweise Euro erhalten.
  3. Mangelnde Regulierung,. Daher bieten wir den Service an, die Zahlungsabwicklung komplett zu übernehmen. Der Händler muss nie Bitcoin selber besitzen sondern akzeptiert diese lediglich, um neue Zielgruppen zu erschließen. Es ist im Prinzip nichts anderes als wenn ein Händler Maestro oder Kreditkarten akzeptiert.
  4. Bisher gab es für deutsche Onlineshopbetreiber oft keine Plug-ins, da häufig deutsche Lösungen wie Gambio, XT:Commerce, Shopware u.ä. eingesetzt werden. Daher hat Coinzone für diese Lösungen Plug-ins entwickelt, die es für Händler sehr einfach machen, Bitcoins im Onlineshop einzubinden. Wir sind auch sehr daran interessiert, weitere Lösungen einzubinden und sind immer offen für Vorschläge.

Welche Vorteile bringt der Einsatz von Bitcoins für Shopbetreiber?

Manuel Heilmann: Derzeit ist der durchschnittliche Bitcoin-Nutzer zwischen 25 und 45 Jahre alt mit einem überdurchschnittlichen Einkommen und einer Affinität zu Online Käufen. Da die Verbreitung von Shops, die Bitcoin akzeptieren, in Deutschland derzeit wie angedeutet noch recht gering ist, bietet sich hier eine tolle Möglichkeit, neue Kunden zu akquirieren. Bei eigentlich keinem Aufwand.

Zudem sind sogenannte Mikro-Transaktionen sehr günstig abzuwickeln, da die festen Kosten pro Transaktion entfallen. Dadurch können u.a. neue Umsatzmoeglichkeiten entstehen, die vorher nicht profitabel waren.

Nehmen wir beispielsweise Virtual Goods, wo ein Item einen Euro kostet, oder Verlage, die Inhalte gegen ein kleines Entgelt zur Verfügung stellen wollen. Mit Bitcoin ist es möglich, anonym einen Artikel mit einem Click freizuschalten und Überweisungen sogar in der Größenordnung weniger Cents zu tätigen. Ohne Registrierung. Das geht mit Kreditkarten heutzutage nicht.

Darüberhinaus besteht das Risiko von Rückbuchungen wie bei einer Kreditkarte oder Lastschrift nicht.

Mit welchen Kosten muss ein Shopbetreiber rechnen, wenn er mit Coinzone Bitcoins als Zahlungsmittel anbietet? (Einmalig / laufend)

Manuel Heilmann: Die Registrierung ist kostenlos. Pro Bestellung berechnen wir 1% der Transaktion. Ansonsten gibt es weder versteckte Kosten oder fixe Gebühren pro Monat. Für Coinzone ist Transparenz und eine möglichst einfache Integration für den Anbieter wichtig.

Bitcoins erlangten in 2013 ja große Bekanntheit, weil deren Kurs an der Börse fulminante Kurssprünge hingelegt hat. Wie wird denn mit den Kursschwankungen umgegangen?

Manuel Heilmann: In der Tat ist dies eine Herausforderung für die Branche. Aber es gibt dort Ansätze, die die Schwankungen für den Nutzer irrelevant machen werden. Für den Händler sind sie es eh, da wir den Kurs zum Zeitpunkt des Kaufes garantieren. Wenn ein Händler EUR 10 berechnet, dann zahlen wir auch EUR 10 aus minus die 1% Gebühr. Ansonsten arbeitet Coinzone an einer Lösung, die Kursschwankungen für deutsche Kunden aushebeln wird.

Kommen wir zu Coinzone selbst. Wie kam es zu der Gründung und wer steckt hinter dem Unternehmen?

Manuel Heilmann: Alle Gründer kommen aus dem E-Commerce Bereich, Radu Georgescu und Diwaker Singh gründeten Avangate und verkauften die Firma letztes Jahr. Ich selber habe 13 Jahre für element5 in Köln und dann nach der Übernahme für Digital River in Europa und USA gearbeitet.

coinzone LogoDer Rest der Firma hat entweder für andere E-Commerce-Firmen oder Zahlungsdienstleister gearbeitet. Anfang letzten Jahres haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, was wir mit Bitcoin machen könnten. Da bot es sich geradezu an, einen Service speziell für Europa zu entwickeln, da der Markt unterversorgt ist und es so gut wie keine lokalen Anbieter gibt.

Europäer haben andere Erwartungen an Sicherheit und Funktionen als Amerikaner. Zurecht. Das greifen wir entsprechend auf und stellen eine Infrastruktur zur Verfügung, die komplett in Europa liegt. Wir führen zum Beispiel keinerlei Kundendaten auf US-Servern.

In welchen Ländern ist Coinzone aktiv?

Manuel Heilmann: Derzeit sind wir in der Eurozone, Großbritannien, Rumänien und demnächst in einem weiteren osteuropäischen Land verfügbar.

Was sind die Zukunftspläne von Coinzone?

Manuel Heilmann: Unser Ziel ist es, ein Vollanbieter für Bitcoin-Dienstleistungen zu werden. Im ersten Schritt haben wir die Zahlungsplattform entwickelt und sind im November 2014 damit online gegangen. Im zweiten Schritt werden wir eine eigene Bitcoin Wallet veröffentlichen. Die Coinzone Wallet wird auf die Bedürfnisse der Nutzer in Europa zugeschnitten sein und ein paar coole neue Funktionen bieten.

Langfristig sehen wir sehr interessante Möglichkeiten mit der Bitcoin Technologie, die es bis dato so nicht gegeben hat.

Vielen Dank für das ausführliche und informative Gespräch.

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