Citi Prepaid Card Services: Wirecard Übernahme eröffnet Tor nach USA

Die Münchner Wirecard AG, tätig im Bereich der Zahlungsabwicklung und Kartenherausgabe, hat heute Morgen eine wichtige Übernahme, die einen Markteintritt in Nordamerika eröffnet, bekannt gegeben: die verbindliche Vereinbarung über die Übernahme der Citi Prepaid Card Services. Citi Prepaid Card Services hat bereits über 2.500 Kartenprogramme für internationale Großunternehmen, vorwiegend im nordamerikanischen Markt, herausgegeben.

Wirecard will Übernahme im 4. Quartal abschließen

Das Closing der Transaktion ist abhängig von der Erteilung regulatorischer Genehmigungen und der Erfüllung üblicher Closing-Bedingungen. Wirecard erwartet, dass die Übernahme frühestens im vierten Quartal 2016 abgeschlossen wird. Mit dieser Transaktion übernimmt Wirecard mehr als 100 Mitarbeiter am Hauptsitz in Conshohocken (Philadelphia) und 20 zusätzliche Mitarbeiter an verschiedenen internationalen Standorten.

Markus Braun, CEO der Wirecard AG, kommentierte: “Mit dieser Akquisition erweitert die Wirecard AG ihre globale Präsenz um den nordamerikanischen Markt. Auf operativer Ebene blicken wir erwartungsfroh darauf, das erworbene Produktportfolio nachhaltig durch unsere innovativen Issuing-Lösungen anzureichern“ und ergänzt: „Wir freuen uns darauf, mit einem erfahrenen Management Team und Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, die ihre Erfahrung und ihr Wissen, komplexe Unternehmenslösungen umzusetzen, künftig beisteuern werden.“

Hauptsitz Wirecard AG, Aschheim bei München

Hauptsitz Wirecard AG, Aschheim bei München

Francesco Vanni d’Archirafi, CEO of Citi Holdings, sagt: “Diese Transaktion ist ein erfreuliches Ergebnis für unsere Kunden und die Mitarbeiter von Citi Prepaid Card Services. Sie werden Teil eines führenden Unternehmens in der Branche; damit ist der Grundstein für zukünftiges Wachstum gelegt. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass die Mitarbeiter des Citi Prepaid Card Teams dieses innovative Unternehmen bereichern werden.“

Die Kunden des übernommenen Geschäfts setzen sich aus führenden Telekommunikations- Dienstleistern, Pharmaunternehmen, globalen IT- und Elektronikherstellern, Internet- und Konsumgüter-Konzernen sowie Kunden aus dem öffentlichen Sektor zusammen. Das Portfolio umfasst hauptsächlich Incentive- und Vergütungskarten sowie Corporate-Auszahlungs- Programme.

Das übernommene Prepaid Kartengeschäft als solches wird durch die Integration in Wirecards globale Zahlungsplattform profitieren. Gleiches gilt für die internationalen Kunden, die bestehende Dienstleistungen um zusätzliche Funktionen ausweiten und hierdurch einen Mehrwert erhalten können.

Global Industry Analytics Inc. (GIA) erwartet, dass der globale Prepaid Kartenmarkt bis 2022 auf insgesamt USD 3,1 Billionen wächst. Zukünftig werden einmal- und wiederaufladbare Prepaidkarten, im Vergleich zu Checks und Bargeld, als schnellere und kostengünstigere Zahlungsmethode für Konsumenten, Firmenkunden und den öffentlichen Sektor überzeugen. Zusätzlich zur Bereitstellung einer Möglichkeit der finanziellen Eingliederung von Privatpersonen, bieten Prepaidkarten die Chance die Kundenbindung zwischen Unternehmen und Konsumenten zu steigern und führen zu einer Beschleunigung der Umstellung hin zu elektronischen Zahlungen.

Reaktionen an der Börse

Knut Woller, Analyst der Baader Bank, rät in einer aktuellen Aktienanalyse nach einer Übernahme in den USA weiterhin zum Kauf der Aktie des Zahlungsabwicklers Wirecard AG (ISIN: DE0007472060, WKN: 747206).

Das Aschheimer TecDAX-Unternehmen öffne mit dem Markteintritt in den USA seine Plattform nun für weltweite Nutzung, so der Analyst in einer heute veröffentlichten Studie.

Knut Woller, Analyst der Baader Bank, hat in einer aktuellen Aktienanalyse das „buy“-Votum für die Wirecard-Aktie mit einem unveränderten Kursziel von 53 Euro bestätigt. (Analyse vom 30.06.2016). Der heute letzte Kurs an der Frankurter Börse lag bei 39,577 € (19:28 Uhr).

Auf Börse Online ist zu lesen:

„Wirecard hat gute Perspektiven in Europa und Asien und es gibt nun vielversprechende Wachstumsaussichten im Bereich mobiles Bezahlen“, schrieb Analyst Lars Dannenberg von Hauck & Aufhäuser in einem Aktienkommentar. Er hob das Kursziel für die Wirecard-Titel auf 63 Euro von 62,50 Euro an, die Einschätzung für die Aktien ließ er bei „Buy“.

Analyst Richard-Maxime Beaudoux von der Investmentbank Bryan Garnier begrüßte den Deal ebenfalls. „Wirecard schaffe mit der CPS-Übernahme einen globalen Spieler im Zahlungsabwicklermarkt“, erklärte er. Er sieht den fairen Wert der Wirecard-Aktie bei 54 (bisher: 52) Euro.

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