bonprix wächst im sechsten Jahr in Folge

Auch wenn die Otto Group zuletzt immer wieder den schwierigen Modemarkt beklagt hat, kann sie sich weiterhin auf die Tochter bonprix verlassen. Diese hat, wenn auch nur leicht, zum sechsten Mal in Folge zugelegt.

bonprix Dr. Ackermann

bonprix Dr. Ackermann

Mit einem leichten Umsatzplus schließt bonprix das zurückliegende Geschäftsjahr ab. Das internationale Modeunternehmen steigert seinen Umsatz in 2014/15 (28. Februar) um 0,6 Prozent auf 1.295 (Vorjahr: 1.287) Millionen Euro und übertrifft damit bei schwierigen internationalen Marktbedingungen die eigenen Erwartungen. Allerdings ist das Wachstum erneut weiter abgeflacht. In Hamburg freut man sich über erreichte Rendite: der Zielkorridor eines mittleren einstelligen Ergebnisses wird mit über fünf Prozent erneut erreicht und im Vergleich zum Vorjahr sogar gesteigert.

„Ich bin hochzufrieden, dass bonprix bereits das sechste Jahr in Folge profitabel wächst und wir den Gewinn sogar steigern konnten“, freut sich Dr. Ackermann, Vorsitzender der Geschäftsführung bei bonprix. „Durch das ausgeglichene Marktportfolio unseres internationalen Geschäftsmodells haben wir die Herausforderungen der kritischen Marktlage in Osteuropa sehr gut kompensieren können.“

Schwierigkeiten in Osteuropa – USA boomt

Aufgrund der schwierigen politischen Situation sowie des Rubeleinbruchs musste bonprix herbe Verluste in Russland und der Ukraine verbuchen. Die Aktivitäten im Ausland machen mehr als 50 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Diese Entwicklung konnte bonprix durch einen stabil hohen Umsatz in Deutschland und deutliche Umsatzzuwächse insbesondere in den Märkten Frankreich, den Niederlanden, Italien und den USA mehr als ausgleichen.

„Wären wir mit stationären Läden in der Ukraine vertreten gewesen, wäre das ein Desaster geworden“, sagte Ackermann. Der Verfall der Währung habe ständige Preisänderungen notwendig gemacht, der Online Umsatz sei eingebrochen. Das Russlandgeschäft von Bonprix wird nicht bei der Otto-Tochter bilanziert, sondern bei der russischen Otto-Landesgesellschaft, die sich als Marktführer in dem Land sieht. Daher beeinflusse der Rubelverfall das Bonprix-Ergebnis nicht – aber das der Otto-Gruppe.

Besonders erfolgreich ist bonprix in den USA mit der Bademoden-Marke VENUS. Mit einer Umsatzsteigerung von mehr als 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat VENUS erstmals die Umsatzschwelle von 200 Millionen US-Dollar geknackt und 212 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. In Euro entspricht das einem Gesamtumsatz von 164 Millionen. Diese Entwicklung ist umso bemerkenswerter, da bonprix das US-amerikanische Unternehmen 2009 aus der Insolvenz heraus neu aufbaute. Innerhalb von vier Jahren ist es bonprix gelungen, den Umsatz auf dem US-Markt zu vervierfachen. „Auch für die Zukunft erwarten wir bei VENUS ein weiteres Umsatzwachstum in zweistelliger Größenordnung bei starker Rendite“, so Ackermann.

Insgesamt wächst das Bademodensortiment von bonprix international überproportional zweistellig.

Vielversprechend sieht Ackermann auch die Entwicklung in den für bonprix jungen Märkten wie Brasilien, der Türkei oder Schweden, die sich auf niedrigerem Umsatzniveau bewegen, aber hohe Zuwachsraten ausweisen. „Das Wachstumspotenzial in diesen Ländern ist groß und wir sind optimistisch, dass sich auch hier unser Engagement auszahlen wird.“

Ausblick und Weiterentwicklung

bonprix setzt vor allem auf eine Forcierung des Online Geschäfts und hat dazu diverse Maßnahmen geplant:

  • stärkere personalisierte und emotionalisierte Kundenansprache
  • Investition in Business Intelligence Technologie
  • zielgruppengerechte Webseiten Gestaltung – sprich Female Commerce, da bonprix überwiegend weibliche Kundinnen anspricht, die es gilt modisch zu inspirieren.
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