Börsen Rundschau: Technologie Unternehmen

Während international, vor allem in Asien und insbesondere in China, Technologie Unternehmen zu Hauf an die Börse streben, haben im letzten Jahr mit Zalando und Rocket Internet auch zwei deutsche E-Commerce Player diesen Schritt unternommen. Grund genug eine Börsen Rundschau zu machen. Was tut sich im Tech und eCom Sektor? Wie sieht die Entwicklung in den letzten Wochen und Monaten aus?

Zwei Dutzend Börsengänge im ersten Quartal 2015

23 Technologie-Unternehmen haben weltweit im ersten Quartal den Schritt aufs Börsenparkett gewagt und dabei Emissionserlöse in Höhe von 6,1 Milliarden US-Dollar erzielt (Q1 2014: 26 Börsengänge; 6,8 Milliarden US-Dollar Gesamterlöse). Das geht aus der PwC-Analyse „Global Technology IPO Review“ hervor. Aus Europa sind für den Zeitraum von Januar bis März fünf IPOs zu vermelden. Das Gros der Börsenneulinge kommt aus China (8 IPOs). Die Tech-Börsengänge werden sich im gesamten Jahr 2015 […] auf relativ hohem Niveau bewegen, aber voraussichtlich unter den Vorjahreswerten liegen“, so die Prognose von Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.
Infografik: 23 Tech-IPOs im 1. Quartal 2015 | Statista

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Tech-Konzerne brechen Vorherrschaft der Ölgiganten

Warren Buffett glaubt nicht mehr an eine rosige Zukunft für den Ölkonzern Exxon Mobil und hat sich von seinen Anteilen an dem Unternehmen getrennt. Der Ölpreis sei zu niedrig, die langfristige Stellung des Rohstoffgiganten unklar. Die reservierte Haltung gegenüber Exxon steht für eine Tendenz, die auch im Ranking der wertvollsten Börsenkonzerne deutlich wird. Seit nunmehr drei Jahren liegt Apple vorn, und der Vorsprung auf Exxon wächst, wie eine aktuelle Statista Grafik für das manager magazin zeigt.

Die Grafik bildet die Marktkapitalisierung der drei wertvollsten Unternehmen zum 31.12. des jeweiligen Jahres ab.
Infografik: Tech-Konzerne brechen Vorherrschaft der Ölgiganten | Statista

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Ein beliebter Vergleich ist wie immer die Cash Reserve von Apple.

Diese Tech-Unternehmen könnte Apple kaufen
Infografik: Diese Tech-Unternehmen könnte Apple kaufen  | Statista

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Insiderdeal bei Wirecard

Jüngst haben wir über die positiven Zahlen des Payment Dienstleisters Wirecard berichtet:

  • Payment News von Klarna, Wirecard, cashcloud und Skrill – Angaben zum Jahresergebnis 2014 von Wirecard.
  • Fintech News: SOFORT AG, Wirecard, opentabs wachsen deutlich – Spectrum Brands Europe (Varta, Remington) setzt auf Payment Lösung von Wirecard.

Auf Börse Online ist von einem Insiderdeal, kurz vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen zu lesen:

Markus Braun, der Vorstandschef von Wirecard, hatte es besonders eilig und kaufte ungefähr eine Woche vor der Bekanntgabe detaillierter Quartalszahlen über die MB Beteiligungsgesellschaft Aktien des von ihm geleiteten Unternehmens. Und dieses Geschäft hat sich richtig gelohnt, schließlich übertrifft der aktuelle Wirecard-Kurs den damaligen Kaufkurs mittlerweile um über elf Prozent. Da er besonders mutig war und am 7. Mai 150.000 Wirecard-Aktien im Gesamtwert von 5,3 Millionen Euro (Kaufkurs: 35,6339 Euro) zukaufte, darf er sich nun über einen Buchgewinn von fast 625.000 Euro freuen.

Zalando Aufsichtsräte kaufen Aktien zu

Im gleichen Börse Online Artikel wird auch von Zukäufen bei Zalando, aus dem Aufsichtsrat, berichtet:

Bei der erst im vergangenen Jahr an die Börse gebrachten Aktie von Zalando haben im Mai gleich zwei Unternehmensinsider Aktien gekauft. Dabei handelte es sich um Sabrina Grabau, die Frau des Aufsichtsrats Lorenzo Grabau. Sie kaufte am 30. April insgesamt 5.700 Aktien im Gegenwert von über 156.000 Euro. Am 8. Mai kaufte dann Aufsichtsratsmitglied Christoph Stark 3.869 Zalando-Aktien und bezahlte hierfür mehr als 107.000 Euro. Er hatte offensichtlich kein Problem damit, wenige Tage vor Bekanntgabe detaillierter Quartalszahlen zuzugreifen.

Rocket Internet plant weitere Börsengänge

Nachdem die Samwers mit aller Kraft im letzten Jahr Zalando und die eigene Rocket Internet Gruppe an die Börse gebracht haben, sollen zwei weitere IPO´s geplant sein.

Die zuletzt geschaffene Global Fashion Group und auch die Global Online Takeaway Group (u.a. Delivery Hero, foodpanda) sollen laut Berufung auf Insider Informationen folgen. Delivery Hero hatte zuletzt selbst angekündigt, an die Börse zu gehen. Rocket Internet hält derzeit rund 40 Prozent an dem Unternehmen. Zur Frage, ob Pläne von Rocket und Delivery Hero für einen Börsengang zusammenhängen, wollte ein Rocket-Sprecher nichts sagen.

Im September 2014 bündelten die Berliner fünf Mode Unternehmen zur Global Fashion Group: Dafiti, Jabong (Indien) Lamoda (Russland und GUS-Staaten), Namshi (Nahost) sowie Zalora (Südostasien und Australien). Ihre aktuelle Bewertung: 2,8 Milliarden US-Dollar. Wichtigster Hauptanteilseigner der Gruppe ist neben Rocket die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik. Die Gruppe kommt in 27 Ländern auf beinahe 10.000 Mitarbeiter.

Mehr dazu auch bei Gründerszene.

Weitere mögliche Börsengänge beschreibt Alexander Hüsing auf deutsche startups:

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