Bits&Pretzels: Jochen Schweizer verteidigt „Die Höhle der Löwen“

Bits & Pretzels sorgte letzten Freitag mit dem Auftritt zahlreicher prominenter Gründer, Gästen aus der Politik und Überraschungsgästen für einen kurzweiligen Vormittag. Auch Jochen Schweizer hatte einen, wenn auch zu kurzen, Bühnenauftritt.

Generationen übergreifender Wissenstransfer sinnvoll

Im Zusammenhang mit dem Rocket Internet Börsengang geistert der Begriff „Proven Winners“ durch die deutsche Medien- und Gründerlandschaft. Wie ich finde, sollten gerade junge Gründer und Unternehmer auch mit erfahrenen Investoren und Geschäftsleuten zusammen arbeiten, um von deren Wissen und langjähriger Erfahrung profitieren zu können. Außerhalb des eCommerce haben sich längst Vereingungen wie die Wirtschaftssenioren etabliert, die zumeist ehrenamtlich einen wertvollen Beitrag im, wie sagt man so schön, „Wissenstransfer“ leisten.

Persönlich halte ich es für wertvoll und sogar unbezahlbar von anderen Menschen zu lernen und sich ihre Erfahrung zu Herzen zu nehmen Dies ist auch der Grund, warum es bei geistreich78 immer wieder ausführliche Bio-Pics oder Zitatesammlungen gibt. Meine Artikel zu Steve Jobs, Jeff Bezos oder Anders Holch Povlsen gehören regelmäßig zu den Top Reads, was deren Relevanz bei einer breiten Leserschaft aufzeigt.

Jochen Schweizer bei BitsandPretzels - geistreich78

Jochen Schweizer auf der Bühne von Bits & Pretzels. Copyright: geistreich78 Stefan Hoffmeister

Fernsehen zeigt verzerrte Wirklichkeit

Eine Fernsehsendung, wie „Die Höhle der Löwen“ zeigt natürlich nicht die Realität und zielt immer auf gute Quoten ab. Die Wirklichkeit, selbst dessen, was sich im Rahmen der TV Show zuträgt, kommt nur selten zum Vorschein. So handelt es sich etwa nicht um Live Format, das in Echtzeit wiedergegeben wird. Jochen Schweizer gab an, dass er 26 Tage in einer leeren, kahlen Fabrikhalle eingesperrt war. Völlig ohne Vorkenntnis der auf ihn zukommenden Gründer und deren Geschäftsideen. Bestrahlt von einem „Feuerball“ – gemeint war der helle Lichtspot, sollte er aber dann über reale Investitionen aus seinem echten Vermögen entscheiden. Also echtes Geld, in gestelltem Format.

Die Jochen Schweizer Unternehmensgruppe

Wer nur die Eventplattform Jochen-Schweizer.de mit dem Münchner Unternehmer verbindet, hat weit gefehlt. Einen Überblick über das weitläufige Firmennetzwerk gibt die Über Uns Seite. Zur Gruppe gehören mittlerweile 17 Firmen, davon zwei die erst im letzten Jahr gegründet wurden. Jochen Schweizer Ventures ist ebenfalls noch recht jung und gehört seit 2012 zur Firmengruppe.

Im Rahmen von „Die Höhle der Löwen“ tritt Jochen Schweizer als Kopf von Jochen Schweizer Ventures auf. Als aktuelle Beteiligungen werden genannt:

  • givve
  • miBaby
  • Spontacts

Dem charismatischen Gründer steht ein erfahrenes Team an Finanz- und Rechtsexperten zur Seite. So sagte er etwa, dass er zwar in der TV Show Zusagen für Investitionen treffen würde, diese aber im Nachgang von seinem Team auf Herz und Nieren geprüft werden würden.

Das Team hinter der Idee steht für mich immer an erster Stelle. Mich müssen die Menschen überzeugen. Es geht vor allem darum, dass die Gründer für ihre Idee brennen und mich von ihrem Einsatzwillen und ihrer Gründerkompetenz überzeugen. An zweiter Stelle kommen dann die potentielle Größe des Markts sowie die Qualität des Produkts und des Geschäftskonzepts. (im Interview mit deutsche-startups.de)

Gründerangaben werden im Nachgang detailliert geprüft

Hier sei etwa zu beachten, ob die von den Gründern gemachten Angaben auch der Realität entsprechen würden.

Wie auch bei deutsche-startups berichtet, führte er Locca als Beispiel für Bedenken zu den rechtlichen Rahmenbedingungen an.

“Wir sind nun vor einigen Wochen wieder an sie herangetreten. Wir haben den Löwen 14 % der Anteile an Locca für 350.000 Euro gegeben. Eigentlich wollten wir den selben Betrag für 7 % der Anteile abtreten. Mittlerweile haben wir Angebote von Investoren bekommen, die unsere anfängliche Forderung sogar bei weitem übersteigen”, sagt Locca-Macher Julian Breitenecker im Interview mit Gründerszene. Als Knackpunkt nennt der Österreicher Probleme rund um die “Rechte für den gesamten Quellcode für das Betriebssystem von Locca”. Ein Problem, dass Breitenecker “nicht ganz nachvollziehen” kann.

Als positives Beispiel führte Jochen Schweizer Meine Spielzeugkiste an. Bereits in der Show gab es ein Investment über 200.000.- € von ihm und Frank Thelen. Der Letztere hat nach der harten Due Dilligence Prüfung seinen Anteil sogar verdoppelt, so das die jungen Gründer 300.000.- € neues Kapital gewinnen konnten. Über die intensive Zusammenarbeit mit den neuen Investoren ist im Gründerszene Interview zu lesen:

Wir dachten, die Löwen haben nach der Show noch weniger Zeit als sonst – aber das Gegenteil war der Fall. Frank kniet sich mit seinem fünfköpfigen Team seit Monaten in die Entwicklung der neuen Webseite rein und hat unseren Auftritt fundamental verbessert. Mit Jochen werden wir insbesondere in der Weihnachtszeit Gutscheine verkaufen. Für uns hat sich seit der Aufzeichnung viel geändert – ab sofort wird Spielzeug zu mieten so einfach sein, wie mit dem Smartphone ein Taxi zu bestellen.

Insgesamt machte Jochen Schweizer einen sehr sympathischen und lebensnahen Eindruck. Wie im nachfolgenden Bild zu sehen, war er auch nach seinem Auftritt noch lange auf der Veranstaltung anwesend und nahm sich ausführlich Zeit für zahlreiche Gespräche.

Jochen Schweizer im Gespraech mit Gruendern - geistreich78

Jochen Schweizer im Gespräch mit Gründern bei Bits & Pretzels. Copyright: geistreich78 Stefan Hoffmeister

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