AWS Goldesel: Amazon wird nach Quartalszahlen an der Börse gefeiert

Während wir in der aktuellen Börsen Berichtssaison sehr durchwachsene Ergebnisse sehen, hat Amazon gestern, nach Handelsschluss, alle Erwartungen weit übertroffen. Dies wurde nachbörslich mit einem satten Sprung um über 13 Prozent gefeiert.

Die Amazon Quartalszahlen im Überblick

  • Der weltgrößte Online-Händler verdiente im vergangenen Quartal 513 Millionen Dollar.
  • Der Gewinn war nahezu doppelt so hoch wie von Analysten erwartet, im Vorjahresquartal hatte Amazon noch 57 Millionen Dollar verloren.
  • Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar.

Der Goldesel Amazon AWS – Cloud als Profitmaschine

Die Cloud-Sparte AWS erwies sich erneut als starker Geldbringer. Bei einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Dollar fuhr sie einen operativen Gewinn von 604 Millionen Dollar ein. Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, viele Start-ups und auch etablierte Firmen greifen auf Cloud-Dienste von AWS zurück. Der Umsatz der Sparte sprang im Jahresvergleich um 64 Prozent hoch und der operative Gewinn wurde mehr als verdreifacht.

Im Analystengespräch gab Finanzvorstand Brian Olsavsky an, dass die gross profit margin im AWS Geschäft bei satten 23,5 % liegen würde. Jedoch warnte er, dass sich diese Spanne stark volatil bewegen würde, da Amazon laufend die Preise anpasst (heißt zumeist senkt) und neue Features und Services anbietet. Weltweit sollen dieses Jahr 5 neue Datencenter gestartet werden und deren Betrieb geht stark ins Geld.

An dieser Stelle ein kurzer Blick auf einen der stärksten Konkurrenten im Cloud Geschäft – Microsoft. Das eine gute Woche vorher seine Zahlen bekannt gab:

Das Cloud-Geschäft erwies sich erneut als wichtige Stütze für den Windows-Konzern. Der Umsatz der Sparte stieg im Jahresvergleich um gut drei Prozent auf rund 6,1 Milliarden Dollar. Die Erlöse der Cloud-Plattform Azure wurden dabei mehr als verdoppelt. Der nur geringe Anstieg der Cloud Sparte enttäuschte die Anleger und die Microsoft Aktie verlor in der letzten Woche an der Nasdaq über 10 Prozent an Wert. „Wir suchen immer noch nach Belegen, dass Microsoft nun wirklich ein Cloud-Unternehmen wird und sich nicht mehr auf PCs verlassen muss“, sagte Fondsmanager Dan Morgan vom Synovus Trust, der auch Microsoft-Aktien verwaltet.

Amazons US Handelsgeschäft läuft

Auch das US-Handelsgeschäft war profitabel mit einem Sprung beim operativen Gewinn von 254 auf 588 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs um mehr als ein Viertel auf knapp 17 Milliarden Dollar. Im internationalen Geschäft gab es auf operativer Basis rote Zahlen von 121 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 9,57 Milliarden Dollar.

Amazon-Chef Jeff Bezos investierte in den vergangenen Jahren stets viel in die Entwicklung des Geschäfts und neue Produkte, so dass bestenfalls schmale Gewinne übrig blieben. Für Investoren ist schon der zweite hohe Überschuss in Folge ungewöhnlich.

Amazon setzt aktuell auch massiv auf das Geräte-Geschäft mit neuen Tablet-Computern, E-Book-Lesegeräten und vernetzten Lautsprechern. Konkrete Zahlen zum Geräteabsatz nennt Amazon traditionell nicht. Bezos erklärte lediglich, die Verkäufe der Tablets hätten sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Bei den ‚Echo‘-Lautsprechern gebe es Lieferengpässe angesichts hoher Nachfrage.

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