Apple Zahlen drittes Quartal 2013

Der US Technologiekonzern Apple hat in dieser Woche Geschäftszahlen zum dritten Quartal 2013 veröffentlicht. Apple hatte am Dienstagabend nach Börsenschluss den Quartalsbericht vorgelegt. Darin zeigt sich, dass das Wachstum der Kalifornier zwar zum Erliegen kommt. Gleichwohl lag der Umsatz über den durchschnittlichen Analystenschätzungen.

Wachstum von Apple stagniert

Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) lag der Umsatz des iPhone- und iPad-Herstellers bei 35,3 Milliarden US-Dollar und damit kaum höher als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn schrumpfte sogar das zweite Mal in Folge. Er lag um 22 Prozent niedriger bei unterm Strich 6,9 Milliarden Dollar (5,3 Mrd Euro).

Apple verkauft mittlerweile viele iPad mini, die weniger Geld abwerfen als ein großes iPad oder ein iPhone. Das drückt auf die Margen. Zudem fiel der Durchschnittspreis für das iPhone, von dem in bestimmten Märkten auch noch ältere Modelle verkauft werden. Die Börsianer waren dennoch zufrieden: Sie hatten nach Enttäuschungen in der jüngeren Vergangenheit die Messlatte für Apple niedrig gelegt und freuten sich zudem über einen gestiegenen iPhone-Absatz. (Quelle: DAB Bank)

Good News and Bad News

Das Wall Street Journal beschreibt die guten und schlechten Nachrichten sehr anschaulich in seinem Blog:

Beginnen wir mit den guten Nachrichten:

  • positive Überraschung sind klar die iPhone-Verkaufszahlen. 31,2 Millionen verkaufte statt 26 Millionen erwartete
  • Das Content-Geschäft von Apple läuft rund
  • Viele der negativen Nachrichten sind erklärbar
  • den Markt der PCs über 1000 Dollar besetzt das Unternehmen immer noch fast alleine
  • Der Gewinn fiel bei stagnierendem Umsatz auch wegen höherer Investitionen niedriger aus. 6,2 Milliarden Dollar investierte Apple dieses Quartal in Übernahmen, Fabriken und Maschinen – im vergangenen Jahr waren es im selben Zeitraum 4,834 Milliarden Dollar

Und dann zur Kehrmedaille – den Bad News:

  • Nachfrage in gesättigten Märkten, wie USA und Japan, besonders stark
  • Apples Traummargen sinken, weil Smartphones zu einem Massenmarkt werden
  • der durchschnittliche Verkaufspreis des iPhone ist sehr stark gefallen – auch das ein Hinweis auf weiter sinkende Margen und stärkere Konkurrenz
  • Apple fällt es immer noch schwer Schwellenländer zu erschließen – mit Ausnahme von China

Das WSJ führt noch einen Punkt an:

Apple verdiente im dritten Quartal 2013 rund 6,9 Milliarden Dollar, Hauptkonkurrent Samsung Electronics hingegen fuhr im selben Quartal 8,33 Milliarden Dollar Gewinn ein – also 1,43 Milliarden Dollar mehr.

Allerdings ist hier anzuführen, dass man hier Äpfel mit Birnen vergleicht:

Denn zum einen sind die Produktportfolien deutlich unterschiedlich: Samsung baut auch Waschmaschinen, Fotokameras, DVD-Player – Apple nicht. Zum anderen sind die Margen bei dem iPhone-Erfinder immer noch deutlich höher als beim koreanischen Konkurrenten. Das spiegelt sich übrigens auch in den Zahlen wider: Apple macht pro Dollar Umsatz deutlich mehr Gewinn als Samsung. (Quelle: Gründerszene)

Unterschiedliche Analysteneinschätzungen

Alex Hofmann merkt passend zum Wert von Analystenaussagen an:

Letztere hatten mit Apple seit jeher ihre Freude, und umgekehrt: Entweder waren ihre Erwartungswerte nicht nachvollziehbar hoch, oder sie waren derart kritisch, dass sie das Unternehmen schon kurz vor dem Untergang sahen. So oder so, zur Bekanntgabe von Quartals- oder Jahreszahlen sank die Aktie fast zuverlässig um einige Prozent. Das lässt sich dann mit Anleger-Frust oder „Gewinnmitnahmen“ erklären – was man hat, das hat man. Bis vor einem Jahr erholte sich das Papier seit der Jobs-Rückkehr ebenso zuverlässig wieder.

Analystenzahlen sind für die öffentliche Wahrnehmung wichtig. Wie sonst sollte man die Ergebnisse eines Unternehmens kurz und knapp bewerten? Und wie eine knackige Überschrift formulieren? Erwartungen verfehlt, heißt es dann kurz und knapp. Wer soll da noch nachfragen, woher die Annahmen der selbsternannten Experten denn kommen? Eine der guten Nachrichten der Apple-Quartalskonferenz: 31,2 Millionen iPhones verkaufte Apple, die Weissager hatten lediglich 26 Millionen erwartet.

Dennoch sollen hier auch zwei Aussagen, bezüglich der Börsensituation wiedergegeben werden. Die DAB Bank gibt zwei Analystenmeinungen zu Apple wieder:

Analyst Bill Shope von Goldman Sachs erhöhte das Kursziel für die Apple-Titel von 515,00 auf 530,00 Dollar und hielt an seiner Kaufempfehlung fest. Der Gewinn je Aktie und die soliden iPhone-Verkäufe hätten positiv überrascht. Er rechnet aber nicht mit größeren Kursausschlägen, bevor neue Produkte im Herbst auf den Markt kämen. Der Erfolg der neuen Angebote sei entscheidend dafür, dass sich die Papiere weiter erholten.

Börsenbrief-Autor Hans Bernecker merkte kritisch an, dass in dem Geschäft der Kalifornier keine wirklich großen Überraschungen mehr steckten, auch wenn die Marktanteile hoch und fest zementiert seien. Er verglich die Situation bei Apple mit der historischen Entwicklung anderer Technologieunternehmen: ‚Jedem rasanten Aufstieg zum jeweiligen Weltmeister folgt eine Ernüchterungswelle in der Einschätzung und Marktmöglichkeit.‘ Darin liege die Erfolgschance kleinerer Anbieter.

statista Infografik: Apples Q3 im Überblick

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