Apple präsentiert Alternative zu Spotify Tidal und Co.

Mit Apple Music will der Hightech-Gigant aus dem kalifornischen Cupertino den Streaming-Markt erobern. Anfang Juni enthüllte der Konzern sein „One More Thing“ auf der Entwicklerkonferenz WWDC 2015 in San Francisco. Gut einen Monat später ging der Dienst online.

Das Angebot umfasst eine Musikdatenbank mit mehr als 30 Millionen Songs, Videos, eigene Online-Radiosender und eine Art soziales Netzwerk. Die Markteinführung der neuen App gestaltet sich jedoch etwas holperig. Im Netz berichten einige Nutzer von Abstürzen und eingefrorenen Bedienoberflächen. Auch Apple räumte Schwierigkeiten ein. Zudem nehmen die Kartellwächter den Streaming-Dienst ins Visier.

Im Prinzip nichts Neues

Online-Musik auf Abruf – mit diesem Geschäftsmodell will künftig auch Apple Geld verdienen. Vor wenigen Wochen stellte der Großkonzern den brandneuen Streaming-Dienst Apple Music vor. Der neue Geschäftszweig soll Apples angestaubtes Musikbusiness modernisieren und gilt als Kampfansage gegen Wettbewerber wie Spotify, Deezer oder Tidal. Enthusiasten erwarteten eine Revolution auf dem Musikmarkt. Doch erste Tests ergaben: von Innovation kaum eine Spur. Apple verkauft seinen Kunden den gleichen Service wie alle anderen und nimmt dafür den Standardpreis von 9,99 Euro/Monat. Ein werbefinanziertes Gratis-Angebot hingegen wird es nicht geben. Damit kommt der Konzern der Musikbranche entgegen. Ob es Apple mit diesem Konzept gelingen wird, einen Markt zu erobern, der hauptsächlich durch Nutzer geprägt ist, die für einen Gratis-Zugang durchaus bereits sind, Unannehmlichkeiten wie Werbung oder einen eingeschränkten Funktionsumfang in Kauf zu nehmen, bleibt fraglich.
Sounds

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Von der kostenlosen Testphase zum Bezahl-Abo

Kostenlos sind bei Apple lediglich die ersten drei Monate, danach läuft der Dienst als Bezahl-Abo weiter. Musikfans, die das neue Streaming-Angebot testen möchten, benötigen lediglich iTunes 12.2 oder iOS 8.4 für die mobile Nutzung. Während der Aktivierung erscheint zwar die Aufforderung zum Kauf des Abos, zur ersten Abbuchung kommt es jedoch erst nach der dreimonatigen Testphase. Wer nicht beabsichtigt, zum zahlenden Apple-Kunden zu werden, darf die Kündigung des Probeabos nicht vergessen. Dies kann auch direkt nach der Anmeldung erfolgen. Die drei Testmonate lassen sich trotzdem voll nutzen.

Eine App sie zu knechten?

Interesse an Apples Einstieg in den Streaming-Markt meldeten auch die Kartellwächter an. Wie die New York Times berichtet, prüften US-Staatsanwälte derzeit, ob es bei den Verhandlungen des Hightech-Konzerns mit verschiedenen Musikunternehmen zu Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht kam. Im Fokus der Untersuchungen steht die Frage, ob Apple die Firmen bei Verhandlungen unter Druck gesetzt hat oder ob es zu regelwidrigen Absprachen kam, bei denen die Labels sich verpflichteten, populären Freemium-Anbietern wie Spotify die Unterstützung zu entziehen. Eine Bezahl-App wie Apple Music wäre durchaus im Interesse der Musikindustrie. Erst im März wurden Meldungen laut, denen zufolge das US-Musiklabel Universal in Lizenzverhandlungen Druck auf Freemium-Anbieter ausübe, damit diese ihr Gratis-Angebot stärker einschränken.

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