Apple mit Vanity URL im APP Store

Letzte Woche wurde bekannt, dass Apple für Entwickler von Apps die Möglichkeit anbietet in Zukunft sogenannte Vanity URL´s zu nutzen. Die Vanity URL kann dabei auf die Firma oder die einzelne App verweisen.

Erste Apple Vanity URL bei Superbowl Werbung aufgetaucht


Interessant ist, dass die neue Möglichkeit in den Apple App Store zu verlinken nicht übere eine offizielle Meldung, sondern in Form von Werbeeinblendungen, während dem amerikanischen Superbowl Finale, bekannt wurde.
Ähnlich, wie BASIC thinking, sehe ich diesen Schritt sehr bedacht gewählt:

Der Super Bowl ist vermutlich das größte TV-Spektakel in den USA, das jedes Jahr Top-Einschaltquoten verspricht. In den letzten drei Jahren wurde jeweils ein Rekord für die Geschichtsbücher aufgestellt – mit 111 Millionen Zuschauern verfolgten letztes Jahr mehr Amerikaner als je zuvor ein TV-Event. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der 2013er Super Bowl das Ergebnis mal wieder übertrumpft. Und den hohen Einschaltquoten stehen die Preise für die Werbespots in nichts nach: 30 Sekunden kosten im Schnitt 3,5 Millionen Dollar.

Bessere Orientierung im APP Store

Derzeit befinden sich über 800.000 verschiedene Apps im Apple App Store. Zum Einen ist es schwierig für die Kunden hier noch den Überblick zu bewahren. Die gewünscht App zu finden. Zum Anderen herrscht natürlich auch ein erheblicher Wettbewerb unter den Entwicklern.

internetworld.de zu den Nutzungszahlen im App Store:

Bei mehr als 40 Milliarden App-Downloads für iPhone und iPad aus dem Apple App Store sind mittlerweile mehr als sieben Milliarden US-Dollar für die Entwickler der Apps fällig geworden, gab der Konzern bekannt. […] Die von Apple bekannt gegebenen Zahlen machen jedoch deutlich, dass die App-Entwicklung Fahrt aufgenommen hat: Im März 2012 hatte Apple den Meilenstein von 25 Milliarden App-Downloads erreicht und bis dato vier Milliarden US-Dollar an Entwickler ausgezahlt. Im Juli 2011 waren es noch 2,5 Milliarden US-Dollar. Einen Rekord verzeichnete der App Store im Dezember 2012 mit mehr als zwei Milliarden Downloads.

TechCrunch hat weitere Details zu den Vanity URL in einem aktuellen Artikel erläutert:

  • bei Namensgleichheit von Apps zeigt die Vanity URL auf eine Suchseite, mit mehreren Ergebnissen
  • Die Vanity URL kann nicht frei durch den Entwickler konfiguriert werden, sondern wird auf Anfrage von Apple zur Verfügung gestellt

Bewertung aus Domain Sicht

„App“ ist mittlerweile eine Namensbezeichnung, die von verschiedenen Anbietern verwendet wird. Nur über diesen Begriff ist somit eine Differenzierung nicht mehr möglich. Der BASIC thinking Blog berichtet über einen lang anhaltenden Streit um die Namensverwendung von „App Store“:

Die neue Funktion erklärt auch, weshalb Apple 2011 Amazon wegen der Nutzung des Namens „Amazon Appstore for Android“ verklagt hat. Wie Apple argumentierte, würde der Begriff den Nutzer in die Irre führen, schließlich werde damit auf den Apple App Store Bezug genommen. Der Richter Phyllis Hamilton folgte der Argumentation nicht und erlaubte Amazon diesen Januar die weitere Benutzung und Bewerbung ihres App Stores.

Somit zeigen sich zwei markante Gründe für die Einführung der Vanity URL im App Store:

  • Abgrenzung zum Wettbewerb, u.a. Amazon. Durch den App Titel nach dem Backslash, bleibt „Apple“ als eindeutige Zuordnung immer im Domainnamen erhalten.
  • Erhöhung der Kundenfreundlichkeit. Wie in der oben gezeigten Werbeanzeige kann der Kunde seine gesuchte App direkt erreichen und kurze Domains können leicht für Print- und Onlinewerbung genutzt werden.

Interessant ist die Mitteilung auch aus Domain Sicht:
Im Rahmen des new gTLD Programms der ICANN (ausführliche Informationen dazu finden Sie hier: http://geistreich78.info/tag/new-gtld/ – mein Domain Blog Geistreich78.info) gab es mehrere Bewerbungen für die neue Top Level Domain „.app“. Unter anderem auch von Amazon. Ausgerechnet Apple hat sich jedoch nicht bemüht diese Endung zu erhalten. Offensichtlich hat man sich in Cupertino entschieden einen anderen Weg der Vermarktung zu gehen und weiterhin auf die etablierte Domain „apple.com“ zu setzen.

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