Amazon Zahlen Q2/2013: weiteres Wachstum erkauft

Das weltweit führende Internet-Versandhandels-Unternehmen Amazon hat im zweiten Quartal 2013 Verluste erwirtschaftet. Dies liegt vor allem an weiterhin starken Investitionen in das Firmenwachstum, jedoch auch an der anhaltenden Wirtschaftskrise in den europäischen Absatzmärkten.

Erfolgreiche Erschließung neuer Geschäftsfelder

„Das internationale Geschäft war weit schwächer als erwartet und das macht sich bei der Vorhersage bemerkbar. Wir sehen Schwäche auf der internationalen Seite, die das Inlandsgeschäft nicht ausgleichen kann“, sagte Scott Tilghman, Analyst bei B. Riley & Co. […]

Amazon wächst aggressiv und investiert einen Großteil seiner Gewinne in den Aufbau neuer Geschäftsfelder wie etwa die E-Reader- und Tabletprodukte aus der Kindle-Familie. Dieser Kurs scheint sich auszuzahlen, weil Amazon nun zunehmend auch elektronische Inhalte und Hardware verkauft. Mit dem Tablet Kindle Fire und der dazugehörigen Leihbücherei mit mehr als 300.000 Büchern macht Amazon etwa dem iPad von Apple und dem Online-Dienst iTunes Konkurrenz. (Quelle: FAZ)

Hinzu kommt die Errichtung neuer Lagerhäuser, der Ausbau des Cloud Computing und der Web Services, wo sich Amazon zunehmend auch als Dienstleister positioniert.

Infografiken zur bisherigen Geschäftsentwicklung von Amazon

Hier einige Grafiken, die die geschäftliche Entwicklung von Amazon in den letzten Jahren veranschaulichen.

Nettoumsatz von Amazon.com 2007 bis 2013 (Quartalszahlen)
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Ausgaben von Amazon machen sich bemerkbar im weiter steigenden Umsatz – dieser legte um 22 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar zu. Für das dritte Quartal rechnet Amazon mit einem Umsatz zwischen 15,45 und 17,15 Milliarden Dollar. Dies wäre ein Zuwachs um zwölf bis 14 Prozent verglichen mit dem dritten Quartal des vergangenen Jahres 2012. (Quelle: FAZ)

Die nächste Grafik zeigt die Gewinne pro Quartal.
Gewinn von Amazon 2009 bis 2013 (Quartalszahlen)
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Unter dem Strich lag das Minus im Frühjahr bei sieben Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn gerechnet. Im Vorjahr hatte der Ebay-Konkurrent noch einen hauchdünnen Überschuss von sieben Millionen Dollar verbucht.

Die hohen Investitionen werden nach Ansicht von Gründer und Chef Jeff Bezos im laufenden Quartal zu einem noch höheren Verlust führen von operativ bis zu 440 Millionen Dollar. Nachbörslich fiel die Aktie um 2,1 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit aber immer noch rund 20 Prozent zugelegt und steht nahe seines Allzeithochs von gut 309 Dollar. (Quelle: Handelsblatt)

Wie wichtig ist der deutsche Markt für Amazon?

Das Handelsblatt schreibt hier:

Es ist der größte Auslandsmarkt. Im vergangenen Jahr setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Weiterer Ausbau der Logistik in Deutschland

Die Bedeutung Deutschlands für Amazon lässt sich auch an dem weiteren Ausbau der logistischen Infrastruktur erkennen, wie Golem.de berichtet:

Amazon errichtet im brandenburgischen Brieselang im dritten Quartal 2013 ein weiteres Logistikzentrum in Deutschland. Das Unternehmen erwartet in den ersten drei Jahren nach dem Start bis zu 1.000 langfristige Arbeitsplätze und zusätzlich 2.000 saisonale Arbeitsplätze. Der Standort wird voraussichtlich mit ungefähr 100 Arbeitern an den Start gehen, während der ersten Weihnachtssaison werden über 1.000 in dem Lager beschäftigt sein. Bereits jetzt hat Amazon nach eigenen Angaben in Deutschland 9.000 fest angestellte Beschäftigte. Der neue Standort wird eine Größe von rund 65.000 Quadratmetern haben.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich Amazon in Deutschland weiterhin entwickelt. Zuletzt war das Unternehmen wegen schlechter Arbeitsbedingungen und Streiks in den Medien. Es betreibt acht Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 7700 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten zum Jahreswechsel 88 400 Festangestellte im Unternehmen.

0 Kommentare