ICANN veröffentlicht umfassende Information zu DNS Name Collision

DNS Name Collision stellt eine der letzten großen Hürden für die Einführung der new gTLDs dar. Um diese Hürde zu meistern hat die ICANN Internet-Verwaltung Richtlinien für IT-Spezialisten veröffentlicht, um das Problem von Namenskollisionen im Domain Name System in den Griff zu bekommen. Eine endgültige Lösung ist aber noch nicht absehbar.

Was ist das DNS?

Das Domain Name System (DNS) ist einer der wichtigsten Dienste in vielen IP-basierten Netzwerken. Seine Hauptaufgabe ist die Beantwortung von Anfragen zur Namensauflösung.

Das DNS funktioniert ähnlich wie eine Telefonauskunft. Der Benutzer kennt die Domain (den für Menschen merkbaren Namen eines Rechners im Internet) – zum Beispiel example.org. Diese sendet er als Anfrage in das Internet. Die URL wird dann dort vom DNS in die zugehörige IP-Adresse (die „Anschlussnummer“ im Internet) umgewandelt – zum Beispiel eine IPv4-Adresse der Form 192.0.2.42 oder eine IPv6-Adresse wie 2001:db8:85a3:8d3:1319:8a2e:370:7347, und führt so zum richtigen Rechner. (Wikipedia)

DNS Name Collision im Zusammenhang mit den neuen Top Level Domains, die seit Ende Oktober eingeführt werden, besteht nun darin, dass es zu Konflikten zu Domain kommen könnte, die schon seit langem inoffiziell in lokalen Netzwerken verwendet werden, sei es privat oder bei unternehmensintern.

Am häufigsten genannt werden dabei die Endungen:

  • .mail
  • .corp
  • .home

DNS Name Collision kann zu zwei Problemen führen:

  1. Der Internetuser gelangt nicht auf die gewünschte Webseite
  2. Es kann auch zu Problemen im eMail Verkehr führen

Die ICANN schreibt in den nun veröffentlichen Richtlinien dazu:

Following the entry of a new top-level domain name into the global DNS root, organizations may see that queries to resolve some of the “internal” names specific to their network return different values, providing users and programs with different results. There are two basic issues: “internal” names that are leaking into the global Internet, and private name spaces that are defined in conflict with the global DNS name space.

The cause of such different results is that a DNS query a network administrator intended to have resolved locally, using an internal name space, is now being resolved using the new top-level domain data in the global DNS. Under these circumstances, queries that were never anticipated to leave the internal network are now getting results in the global DNS, and those results are different. At a minimum, leaked names that produce differing results may be bothersome to users (e.g., they may cause delayed access to web pages). They may also pose security problems (such as email being sent to the wrong recipients).

Wir haben bereits vor kurzem darüber berichtet, dass dies dazu führt, dass die Bewerber um neue Endungen zahlreiche sog. strings blockieren müssen. Diese stehen für eine Registrierung  nicht mehr zur Verfügung. Rechtsanwalt Florian Hitzelsberger führt dies weiter aus:

und zwar jede Domain, die wenigstens einmal im »Day in the Life of the Internet«-Datenmaterial der Studie der Interisle Consulting Group LLC auftaucht. Quer über alle neuen Endungen sind so rund 6,8 Mio. Domains vorerst von der Registrierung ausgenommen. Eine Ausdehnung dieser Liste auf weitere Second Level Domains schliesst ICANN derzeit aus; allerdings soll die Sperrung erst dann aufgehoben werden, wenn das Risiko von Konflikten wenigstens deutlich reduziert ist. Domains aus der Sperrliste müssen zudem in den Sunrise- und Claim-Phasen des Trademark Clearinghouse berücksichtigt werden; eine Aktivierung oder sonst eine Nutzung ist jedoch vorerst nicht möglich. Auch den Fall, dass eine Nutzung niemals möglich sein wird, will man bei ICANN nicht ausschliessen.

Alle Informationen der ICANN finden Sie auf dieser Infoseite: http://www.icann.org/en/help/name-collision

Die Richtlinien für IT Spezialisten können Sie hier als PDF einsehen.

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